Die Liste wurde zum vierten Mal veröffentlicht. Für die Ausgabe 2026–2027 wurden 60 Unternehmen aus mehr als 300 Bewerbern ausgewählt. Die Auswahl erfolgte gemeinsam durch Fortune, die Investmentgesellschaft Lightspeed Venture Partners und den Technologiekonzern Amazon Web Services (AWS). Berücksichtigt wurden unter anderem das Wachstum der Unternehmen, ihre Produkte, ihre Bedeutung für den Markt und die Anforderungen der IT-Sicherheitsbranche.
Besonders auffällig ist die starke Präsenz israelischer Gründer bei den jüngeren Unternehmen. In der Kategorie der bereits stärker gewachsenen Start-ups stammen elf von 20 ausgewählten Firmen aus israelischer Gründung. Bei den Unternehmen in der frühesten Entwicklungsphase sind es sogar zwölf von 20. In der Kategorie der etablierten Wachstumsunternehmen kommen sechs von 20 aus Israel.
Von Unternehmensnetzwerken bis zum Schutz künstlicher Intelligenz
Zu den bekanntesten Namen gehört Cato Networks. Das Unternehmen wurde von Schlomo Kramer und Gur Shatz gegründet. Es entwickelt eine Plattform, die Netzwerksicherheit und Kommunikation über das Internet verbindet. Unternehmen können damit ihre Büros, Mitarbeiter im Homeoffice und Cloud-Anwendungen zentral absichern. Cato Networks betreute im zweiten Quartal 2026 mehr als 4.800 Kunden.
Ebenfalls in der Liste steht Island, gegründet von Dan Amiga und Mike Fey. Das Unternehmen entwickelt einen speziellen Internetbrowser für Firmen. Damit können Unternehmen besser kontrollieren, welche Informationen ihre Mitarbeiter nutzen und weitergeben. Inzwischen umfasst die Plattform auch die Kontrolle von KI-Systemen, die selbstständig Aufgaben erledigen. Im September 2026 erhielt Island bei einer Finanzierungsrunde 400 Millionen Dollar. Dabei wurde das Unternehmen mit 6,4 Milliarden Dollar bewertet.
Ein zunehmend wichtiges Geschäftsfeld ist die Sicherheit von Anwendungen künstlicher Intelligenz. Das Start-up Noma Security wurde 2023 von Niv Braun und Alon Tron gegründet. Seine Software soll verhindern, dass KI-Anwendungen und sogenannte KI-Agenten unkontrolliert auf vertrauliche Informationen zugreifen oder unerwünschte Aktionen ausführen.
Auch Corma Labs arbeitet in diesem Bereich. Das von Alon Pluda gegründete Unternehmen entwickelt KI-Modelle, die speziell für die Abwehr von Cyberangriffen gedacht sind. Die Systeme sollen Sicherheitsteams bei der Analyse von Bedrohungen unterstützen und bestimmte Schutzaufgaben selbstständig übernehmen können. Im August 2026 wurde eine erste Finanzierungsrunde über 60 Millionen Dollar bekannt gegeben.
Neue Herausforderungen durch KI
Die starke Präsenz israelischer Unternehmen hängt auch mit einem grundlegenden Wandel in der IT-Sicherheit zusammen. Immer mehr Firmen setzen KI-Systeme ein, die nicht nur Fragen beantworten, sondern eigenständig auf Daten zugreifen, Programme bedienen und Aufgaben ausführen können. Damit entstehen neue Sicherheitsrisiken. Unternehmen müssen sicherstellen, dass solche Systeme nur auf die Informationen zugreifen und Aktionen durchführen können, für die sie tatsächlich berechtigt sind.
Ein weiteres Beispiel ist Neo. Das Unternehmen wurde von Nick Warner, Shlomi Salem und Eran Shirazi gegründet. Seine Technologie soll erkennen, welche KI-Agenten und zusätzlichen Softwareprogramme innerhalb eines Unternehmens aktiv sind. Sicherheitsteams können damit festlegen, welche Aktionen erlaubt sind und bei welchen Vorgängen zunächst ein Mitarbeiter zustimmen muss.
Die Fortune-Liste zeigt damit nicht nur die starke Stellung israelischer Gründer im internationalen Cybersecurity-Markt. Sie macht auch deutlich, wie viele junge Unternehmen aus Israel an Lösungen für eine Branche arbeiten, die sich durch den zunehmenden Einsatz künstlicher Intelligenz gerade grundlegend verändert.



