Israelische Ärztin: Pfizer-Impfstoff hat die 4. Corona-Welle nicht gestoppt

Und der „Grüne Pass“ ist effektiv nutzlos, um die Übertragung zu verhindern, da geimpfte Menschen infiziert werden

von Ryan Jones | | Themen: Coronavirus
Foto: Michael Giladi/Flash90

Israel klopft sich derzeit selbst auf die Schulter, die vierte Welle von Coronavirus-Infektionen „besiegt“ zu haben. Die Regierung von Premierminister Naftali Bennett ist der Ansicht, dieser Erfolg sei ihrer aggressiven Impfkampagne und der Wiedereinführung bestimmter Beschränkungen wie des „Grünen Passes“ zu verdanken.

Doch nicht alle Experten sind dieser Meinung.

Dr. Raya Liebowitz ist Leiterin der Onkologie am Shamir Medical Center (früher bekannt als Assaf Harofeh Hospital) und Mitglied der medizinischen Fakultät der Universität Tel Aviv.

Sie ist der Meinung, dass Bennett und seine „Regierung des Wandels“ im Unrecht sind und dass weder die Impfstoffe noch die grünen Pässe Israel der Normalität näher gebracht haben. Wenn überhaupt, dann haben diese Maßnahmen die Krise verschlimmert.

Ministerpräsident Naftali Bennett hat die Israelis sehr aggressiv dazu gedrängt, sich „vollständig“ impfen zu lassen, und alle Experten, die eine andere Meinung vertreten, ins Abseits gestellt.

In einem Kommentar für das israelische Nachrichtenportal N12 betonte Dr. Leibowitz diese Woche, dass „die Corona-Infektionswellen nicht durch den Impfstoff beeinflusst werden und nicht verhindert werden können. Diese Tatsache wurde mit dem Auftreten der vierten Welle zweifelsfrei bewiesen, nachdem der größte Teil der Bevölkerung bereits geimpft worden war“.

Es gebe daher „keinen Grund zu der Annahme, dass eine Auffrischungsimpfung die Parameter verändern“ und eine künftige Infektionswelle verhindern wird.

Die Ärztin wies darauf hin, dass der COVID-19-Impfstoff die mit Coronavirus-Infektionen verbundenen schweren Nebenwirkungen verringern kann und daher älteren Menschen und Personen mit Vorerkrankungen verabreicht werden sollte. Sie betonte jedoch, dass „das Toxizitäts-Nutzen-Verhältnis bei jungen Erwachsenen noch nicht geklärt ist und die Menschen nicht unter Druck gesetzt werden sollten, den Impfstoff zu nehmen, geschweige denn sich dazu gezwungen fühlen sollten“.

Das Programm des Grünen Passes zielt jedoch genau darauf ab, die Israelis zur Impfung zu zwingen.

Dr. Leibowitz sagt, dies sei sowohl medizinisch als auch moralisch falsch.

„Geimpfte Menschen können sich anstecken und werden es auch, sodass ein grüner Pass keinen Einfluss auf die Dynamik der Infektionswelle haben wird. Er vermittelt ein falsches Gefühl der Sicherheit und ist gleichzeitig ein unwirksames Maß für die Fähigkeit einer Person, andere zu infizieren“, erklärte sie. „Aber er frustriert die Öffentlichkeit, indem er zu Segregation und sozialer Spaltung führt.“

Wenn eine geimpfte Person immer noch COVID-19 in sich tragen und übertragen kann, worin liegt dann der Sinn des Grünen Passes?

Was die Impfung von jüngeren Kindern gegen COVID-19 anbelangt, die Israel gerne durchführen möchte, nachdem die FDA eine Notfallgenehmigung erteilt hat, ist Dr. Leibowitz dagegen.

Da Kinder nicht zu den Komplikationen neigen, die bei älteren Menschen auftreten, und da wir jetzt wissen, dass der Impfstoff das Coronavirus nicht ausrotten kann und wird, sieht sie keine Notwendigkeit, die Altersgruppe der 5-11-Jährigen zu impfen.

„COVID-19 ist bei jüngeren Kindern kein ernsthaftes Problem, und es hat sich auch nicht gezeigt, dass die Impfung von Kindern schwere Komplikationen im Zusammenhang mit Corona verhindert, da der Impfstoff die Infektion nicht verhindert“, so die Ärztin.

Gleichzeitig „weiß niemand, welche langfristigen Auswirkungen eine mehrfache Auffrischungsimpfung im Laufe des Lebens hat. Der Impfstoff ist in jeder Altersgruppe nicht ohne Nebenwirkungen“.

Der nächste Schritt ist die Impfung von Kleinkindern, aber für viele Israelis ist das die Grenze.

Was können wir also tun?

Wenn wir dem neuesten Impfstoff hinterherjagen, werden wir immer einen Schritt zurückbleiben, betonte Dr. Leibowitz. Wie die Grippe mutiert auch COVID-19, wobei jede neue Infektionswelle durch einen neuen Strang verursacht wird, der zumindest teilweise gegen unsere aktuellen Impfstoffe resistent ist.

„Es ist, als würde man sich auf einen Krieg vorbereiten, der bereits stattgefunden hat“, schreibt sie und fährt fort:

„Wie bei jeder Viruserkrankung verleiht die Genesung von COVID-19 eine tiefere und länger anhaltende Immunität als die eines pharmakologischen Impfstoffs. Auf strategischer Ebene bedeutet eine Erhöhung des Prozentsatzes der Erkrankten also eine Steigerung der ‚Immunitätstiefe‘ in der Bevölkerung.“

Mit anderen Worten: Wir müssen vielleicht abwarten. Unsere gewählte Regierung kann natürlich nicht als untätig dastehen, also tut sie etwas. Aber ist das hilfreich oder verschärft es die angespannte Lage noch weiter?

Israel Today Newsletter

Daily news

FREE to your inbox

Israel Heute Newsletter

Tägliche Nachrichten

KOSTENLOS in Ihrer Inbox