Israelisch-arabische Politiker lehnen Trumps Vorschlag ab

Sie hissen die palästinensische Flagge, wollen aber im palästinensischen Staat nicht leben.

Israelisch-arabische Politiker lehnen Trumps Vorschlag ab
Miriam Alster/Flash90

Trumps Friedensplan enthält unter anderem einen interessanten Vorschlag bezüglich einiger arabischer Orte innerhalb Israels, die sich in einem dreieckigem Gebiet nahe der Grenze zum sogenannten “Westjordanland” befinden und daher Dreiecks-Kommunen genannt werden. In diesem als „das Dreieck“ bezeichnete Gebiet liegen 19 arabische Dörfer und Städte, die Israel nach dem 1949 vorläufigen durch Israel und Jordanien akzeptierten Grenzverlaufs annektiert hat. Die Grenze verläuft mitten durch die Orte Baqa al-Gharbiyye und Barta’a, weshalb es heute je einen israelischen und einen palästinensischen Ort dieser beiden Dörfer gibt. Das Grenzgebiet von Taibe im Süden bis nach Um al-Fahem im Norden ist eigentlich mehr ein enger Korridor. Dort leben ungefähr 300.000 israelische Araber.

Um die arabische Überlegenheit in diesem strategischen Gebiet auszugleichen, hat Israel am Dreieck jüdische Kommunen errichtet, vom Kibbutz Eyal im Süden bis zum Kibbutz Givat Oz im Norden. Durch den „Sieben Sterne Plan“ von 1991 entstanden noch mehr jüdische Orte am Dreieck, darunter die Orte Harish und Katzir.

 

Nicht das erste Mal

Trump ist nicht der erste, der den Austausch dieses Gebietes vorschlägt. Israel Beteinu Parteichef Avigdor Liberman hat schon im Jahr 2004 solch einen Vorschlag unterbreitet, als er noch Transportminister war. Libermans Vorschlag war ins Parteiprogramm seiner Partei aufgenommen worden, von der israelischen Regierung jedoch nie ernst genommen worden. Die israelisch-arabische Führung und die israelische Linke lehnten den Vorschlag strikt ab.

Libermans Plan machte jedoch Sinn. Als Israelis den Palästinensern unbewohntes Land im Süden im Gegenzug für die jüdischen Siedlungsblocks anbot, verwies Liberman darauf, lieber arabische Dörfer in Israel mit jüdischen Siedlungen auszutauschen. Liberman sprach vielen Israelis aus dem Herzen, als er darauf hinwies, dass viele der arabischen Orte im Dreieck sich de facto als palästinensisch sehen, daher sehr wohl auch de jure Palästinenser werden könnten.

 

Den Kürzeren gezogen

Ob Trumps Vorschlag ernst genommen werden wird, muss sich erst noch herausstellen. Doch schon jetzt wirft er Licht auf das israelisch-arabische Problem. Israelische Araber, und ich gehe jetzt einmal von der Minderheit unter ihnen aus, wollen beide Seiten, sie wollen eine palästinensische Identität mit israelischer Staatsbürgerschaft, die ihnen den Wohlstand bringt, von dem die Palästinenser nur träumen können.

Das Absurde an dieser Position wurde vollends in den jüngsten Protesten gegen Trumps Vorschlag ersichtlich. Arabische Führer wie der Bürgermeister von Taibe, Shaa Mansour Massarwa, bezeichneten den Vorschlag als „Alptraum“, während Demonstranten in der Wadi Ara Gegend im nördlichen Gebiet des Dreiecks palästinensische Flaggen hissten. Das gleiche Bild sah man bei der Demonstration Linksgerichteter auf dem Tel Aviver Rabin Platz, die von extremen Nichtregierungsorganisationen wie Peace Now, Ir Amim oder Zazim organisiert wurden. Die Sprecherin Tamar Zandberg, Vorsitzende der Meretz Partei, nannte Trumps Vorschlag einen „de facto Transfer Plan“. Aida Touma-Suleiman von der Vereinigten Arabischen Liste nannte es „Apartheid Staat Plan“. Einige jüdische Demonstranten sah man mit palästinensischen Fähnchen in der Hand. „Wie idiotisch ist es eigentlich“, schrieb jemand auf Facebook, „die Flagge eines Staates zu erheben, dessen Teil man nicht sein möchte“.

Wollen Sie mehr Nachrichten aus Israel?
Kicken Sie hier für unseren täglichen freien Newsletter.

Kommentare: