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Israel Heute Morgen – Israel trocknet wieder aus

Trotz der starken Regenfälle Ende April hat Israel nicht genug Wasser. Der Wasserpegel des See Genezareth ist auf dem Tiefpunkt, die Reserven aufgebraucht. „Israel trocknet wieder aus“ ist der neue, alte Name einer Kampagne, die uns auffordert, Wasser zu sparen. Nun versucht man, der Natur zu helfen und den See vor dem Austrocknen zu retten.

Guten Morgen liebe Leser!

Vielleicht war ich zu voreilig, als ich in der letzten Woche den Sommer angekündigt hatte. Der Regen scheint sich einfach nicht verabschieden zu wollen, das sagt zumindest der offizielle Wetterdienst, der Israelische meteorologische Dienst, von dem wir jeden Tag die Wettervorhersage bekommen. Für morgen sind sogar Gewitter vorhergesagt, allerdings vornehmlich im Osten und Süden, so soll es morgen zum Beispiel in Eilat bei einer Temperatur von um de 38 Grad regnen und gewittern. Das passiert wirklich nicht oft. Ist das die Klimaveränderung?

Und hier ist das Wetter für heute in Israel:

Teilweise bewölkt mit der Möglichkeit von vereinzelten Regenschauern, besonders im Osten und Süden des Landes. Leichte Gefahr von Blitzfluten in den südlichen und östlichen Wadis. Für die Jahreszeit etwas zu warme Temperaturen. Folgende Höchsttemperaturen werden erwartet: Jerusalem 30 Grad, Tel Aviv 27 Grad, Haifa 26 Grad, Tiberias am See Genezareth 37 Grad, am Toten Meer 38 Grad, Beersheva 33 Grad, Eilat am Roten Meer 38 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist unverändert und liegt bei -213.395 m unter dem Meeresspiegel.

Hier in Jerusalem scheint übrigens die Sonne und der Himmel ist strahlend blau. Am Freitag hatte es bei uns in Modi’in tatsächlich etwas getröpfelt, mehr aber auch nicht. Trotz der doch sehr späten und reichlichen Regenfälle, die wir hier seit Ende April hatten und sogar hier in Jerusalem zu noch nie da gewesenen Überschwemmungen geführt hatten, wurde dieses Jahr zum Dürrejahr erklärt. Denn insgesamt ist auch in diesem Winter nicht genug Regen gefallen, um die Wasserreserven wieder aufzufüllen. Dem Wasserpegel des See Genezareth fehlen 5 Meter, so dass kaum noch Trinkwasser aus ihm gepumpt wird. Ganz im Gegenteil. Zur Zeit arbeitet man an einem Projekt, dem See entsalzendes Wasser aus dem Meer zuzuführen. So baut die israelische Wasserbehörde Mekorot in diesen Tagen ein Rohr, durch das das Wasser aus dem Meer nach der Entsalzung in den Genezareth See geführt wird. So fließt das Wasser jetzt den umgekehrten Weg, statt es aus dem See zu Pumpen und in die israelischen Haushalte zu bringen, versorgt man den wasserarmen See mit neuem Wasser. Damit wir der Natur geholfen, um das ökologische Gleichgewicht zu bewahren. Der Bau dieses enormen Projekts soll zwei Jahre dauern. Darüber wurde vor einem Monat in den Nachrichten des öffentlichen Senders KAN berichtet. Auch wenn der Bericht auf Hebräisch ist, ist es interessant die Bilder vom See Genezareth und dem Bau des Projekts zu sehen.

Wie Sie sehen, hat sich im Süden des Sees schon eine Insel gebildet. Der Reporter berichtet, dass im April normalerweise 40 Millimeter Regen am See Genezareth fallen, doch in diesem Jahr waren es gerade mal 10 Millimeter. Daher erwarte man, dass der Wasserpegel des Sees in diesem Sommer die sogenannte “schwarze Linie” erreichen wird. Dann darf aus dem See kein Wasser mehr gepumpt werden. Und da es im Norden des Landes noch keine Entsalzungsanlage gibt, besteht die Gefahr, dass neue Stadtteile nördlich von Haifa nicht mit Trinkwasser versorgt werden können. So ernst ist die Situation.

So wurde in diesen Tagen von der israelischen Wasserbehörde wieder eine alte Kampagne gestartet, in der die Bürger aufgerufen werden, Wasser zu sparen. Vor 10 Jahren gab es ein Video mit dem Titel “Israel trocknet aus”, das neue Video heisst “Israel trocknet wieder aus”.

Dieselbe Frau wie vor zehn Jahren spricht im Video zu uns. “Ich bin wieder da”, sagt sie zu Beginn. Die Meerwasserentsalzung sei nicht genug, die Wasserreserven aufgebraucht, Israel trockne wieder aus, wir würden kein Wasser haben, verschwendet werden können, warnt sie uns.

Und ich frage mich, warum es zu dieser Situation kommen musste. Hätte man nicht schon längst auch im Norden eine Meerwasserentsalzungsanlage bauen müssen? Leider wartet man hier gerne auf den Moment, wo man keine andere Wahl mehr hat, erst dann kümmert man sich darum. Eine Kampagne im Fernsehen mit dem Video reicht eben nicht. Schon vor zehn Jahren hätte man wissen müssen, dass der Tag kommen wird, an dem wir den Wasserhahn zudrehen müssen. Aber ich kann Sie beruhigen, ich bin mir ganz sicher, dass es am Ende nicht dazu kommen wird, dass es irgendwo an Wasser fehlt. Aber man hätte sich früher ernsthaft darum kümmern müssen. Bei uns in Modi’in trinken wir schon seit einigen Jahren entsalztes Wasser aus dem Meer.

Und nun wünsche ich Ihnen noch einen angenehmen und friedlichen Sonntag, bei uns beginnt die neue Woche. Machen Sie es gut.

Shalom aus Jerusalem!

Dov

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Patrick Callahan

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