Israel Heute Morgen – Das Wunder an der Klagemauer, oder war es etwas anderes?

Seit Jahrzehnten hatte sich von der Klagemauer kein Stein dieser Größe gelöst. Warum geschah dies ausgerechnet einen Tag nachdem wir der Zerstörung des ersten und zweiten Tempels gedachten? Hatten wir und besonders die betende Frau, die nur wenige Meter von der Einschlagstelle des Steines entfernt stand, einfach nur Glück סder steckt da viel mehr dahinter?

von | | Themen: Guten Morgen

Guten Morgen liebe Leser!

In den Nachrichten hat man uns heute vor einer besonders extremen Hitzewelle gewarnt. Ab heute würden wir die Juli-August-Hitze so richtig zu spüren bekommen, hieß es in den Meldungen. Dabei ist es doch fast jeden Tag ziemlich warm, besonders bei uns in Modiin, wo es immer ein paar Grad wärmer ist als in Jerusalem oder Tel Aviv. Aber in Tel Aviv kommt das Problem der extremen Luftfeuchtigkeit hinzu. Bei den vorhergesagten 70 % reichen auch 30 Grad aus, um es unerträglich zu machen. Das sind mir die 35 Grad in odiin bei einer Luftfeuchtigkeit von 45 % viel viel lieber.

Und hier ist das Wetter für heute in Israel:

Heiter mit einem weiteren Anstieg der Temperaturen. Überdurchschnittlich heiß und trocken in den Bergen und im Landesinneren, an der Küste sehr schwül. Extreme Hitze in fast allen Teilen des Landes. Folgende Höchsttemperaturen werden erwartet: Jerusalem 33 Grad, Tel Aviv 32 Grad, Haifa 30 Grad, Tiberias am See Genezareth 41 Grad, am Toten Meer 43 Grad, Beersheva 38 Grad, Eilat am Roten Meer 42 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist um einen weiteren Zentimeter gesunken und liegt jetzt bei -213.875 m unter dem Meeresspiegel.

Der Juli ist fast schon zu Ende. Noch ein schwerer Monat, dann können wir vielleicht bald wieder frische Luft atmen. Und ich will mich ja auch nicht beschweren, der Sommer hat auch sehr viele gute Seiten. Allerdings haben ich es bis jetzt noch nicht hinbekommen, mit der Familie zum Baden an den Strand zu fahren. Bei uns gibt es so ein Sprichwort “Der Schuster läuft immer barfuss”, das passt ganz gut. Wir wohnen hier ein paar Autominuten vom Strand entfernt und nutzen das nicht. Wir können es eben immer, deswegen machen wir es dann viel zu wenig. Das sollten wir mal ändern.

Ich hoffe, es ist in Ordnung, wenn ich heute mal wieder von ernsteren politischen Themen absehe. Damit werden wir uns später in unseren Meldungen befassen.

Haben Sie gestern gesehen, wie dieser riesige Stein sich von der Klagemauer löste und nur wenige Meter von einer betenden Frau entfernt auf den Boden knallte? Was für ein Glück diese Frau doch hatte. Es wurde als ein Wunder beschrieben. Die Frau, Daniela Goldberg, kam später noch einmal an die Stelle, wo der Stein niedergefallen war, um den Gomel-Segensspruch zu sprechen. Dieser wird gesprochen, wenn man sich in einer lebensgefährlichen Situation befunden hatte. Und das hat sich diese Frau in der Tat. Hätte sie ein paar Meter weiter links gestanden, wäre sie von dem enormen Stein wohl getroffen worden.

Daniela Goldberg und die Ministerin für Kultur und Sport Miri Regev an der Stelle, wo der Stein von der Klagemauer gefallen war (Foto: Yonatan Sindel/Flash90)

Auch der aschkenasische Oberrabbiner David Lau besuchte zusammen mit der Sport- und Kulturministerin Miri Regev die Stelle, wo der Stein heruntergefallen war. Der Oberrabbiner erklärte, dass der Stein, auch alle kleineren Teile aufbewahrt werden müsse. Die Ministerin ordnete eine gründliche Untersuchung des Zustandes der Mauer an, um Vorfälle wie diese zu vermeiden. Wenn dieser riesige Stein auf dem zentralen Platz vor der Klagemauer heruntergefallen wäre zu einer Zeit, wo sich hunderte oder gar tausende von Menschen dort zum Gebet befunden hätten, nicht auszudenken, was passiert wäre. Die Tatsache, dass sich der Stein einen Tag nach Tisha b’Av von der Mauer gelöst hatte, der Tag, an dem wir der Zerstörung des ersten und zweiten Tempels gedenken, ist schon irgendwie beeindruckend, oder wie soll ich es nennen?

Ich muss dazu sagen, dass ich mich wohl zu den sogenannten säkularen Juden zähle (hebr. „Chiloni“), obwohl wir zuhause die Feiertage begehen, am Jom Kippur fasten und am Freitagabend die Kerzen anzünden, aber bei Ereignissen wie diese bekomme auch ich das Gefühl, das auf uns aufgepasst wird.

Die Zeitung Jediot Achronot hat heute eine nette Karikatur zu dem Vorfall veröffentlicht:

Statt Kippas gibt es nun Sicherheitshelme an der Klagemauer (Jediot Achronot).

Das waren meine Gedanken zu diesem doch außergewöhnlichen Ereignis gestern. Ich sollte wirklich mal wieder an die Klagemauer, die Kotel (ein viel schönerer Name), gehen.

Und nun beginnt ein neuer Tag. Unsere Aufmerksamkeit gilt momentan den Ereignissen im Norden, nachdem sich die Lage im Süden ein wenig beruhigt zu haben scheint. Gestern hat es dort “nur” ein Feuer gegeben.

Ich wünsche Ihnen einen wunderbaren und nicht zu heißen Dienstag, ich las über die Hitzewelle in Deutschland, und uns einen ab jetzt ruhigeren Sommer. Also, machen SIe es gut.

Shalom aus Jerusalem!

Dov

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