Guten Morgen liebe Leser!
Es wird immer wärmer. Jeden Tag steigt das Thermometer noch ein wenig. Unser Sohn ist schon wieder auf den Sommer umgestiegen und geht mit kurzem Hemd und kurzer Hose in die Schule. Ein Ende dieser eigenartigen Hitzewelle mitten im Winter ist noch nicht abzusehen, ganz im Gegenteil. Am Samstag soll es sogar noch wärmer werden. In Eilat werden heute hochsommerliche 31 Grad erreicht, bei uns zuhause in Modiin immerhin 25 Grad. Wird der Februar ein weiterer trockener Monat werden?
Und hier ist das Wetter für heute in Israel:
Heiter bis wolkig mit einem leichten Anstieg der Temperaturen. Für die Jahreszeit überdurchschnittlich warm und trocken. Folgende Höchsttemperaturen werden erwartet: Jerusalem 23 Grad, Tel Aviv 23 Grad, Haifa 23 Grad, Tiberias am See Genezareth 24 Grad, am Toten Meer 24 Grad, Eilat am Roten Meer 31 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist um einen halben Zentimeter gestiegen und liegt jetzt bei -213.90 m unter dem Meeresspiegel.
Gestern war wieder so ein Tag, wo ich bereute, mit dem Bus zur Arbeit zu fahren. Denn mein Bus zurück nach Modiin kam einfach nicht. Er ist der einzige, der direkt in meinen Stadtteil fährt, fast bis an die Haustür. Bei den anderen Bussen nach Modiin muss ich immer noch einen städtischen Bus nehmen, um nachhause zu kommen, was die Fahrzeit erheblich verlängert. Ich hatte mich schon an die Idee gewöhnt, wesentlich später nachhause zu kommen, als der Bus dann doch noch kam, 20 Minuten zu spät. Zum Glück ist die Straße 1 jetzt durchgehend dreispurig. so dass es kaum noch Staus gibt, nach einer knappen halben Stunde war ich dann zuhause. Glück gehabt. Ich werde wohl auch weiterhin mit dem Bus fahren und riskieren, ab und zu etwas später zuhause anzukommen.
Überhaupt war gestern ein schlechter Tag auf den Straßen. An nur einem Tag sind sechs Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben gekommen. Als hätten wir hier nicht schon genug Trauer wegen der Terroranschläge, wo Familien plötzlich den Vater verlieren. Die Beerdigung des Rabbiners Ben Gal, der von einem 19 jährigen israelischen Araber erstochen worden war, war einfach herzzerreißend. Das ganze Land trauert mit der jungen Witwe und den vier kleinen Kindern.
Hunderte begleiteten Rabbiner Itamar Ben Gal auf seinem letzten Weg, das ganze Land trauert mit der Familie.Es ist so traurig. Aber leider scheint das Schicksal sich damit nicht zu begnügen. Sechs Verkehrstote an nur einem Tag! Sechs weitere zerstörte Familien, die mit dem Verlust ihres Liebsten, sei es Mutter, Vater, Schwester, Bruder oder Kind, fertig werden müssen. In Modiin Illit, eine Stadt für orthodoxe Juden, ist ein achtjähriger Junge von einem Auto angefahren worden, als er die Straße überquerte. Im Norden das Landes kamen zwei Jugendliche ums Leben, nachdem sich ihr Auto überschlagen hatte. Sie sind wohl zu schnell gefahren. Zwei weitere Jugendliche wurden sehr schwer verletzt

In Tzfat (Safed) erlag ein 15 jähriger Junge seinen schweren Verletzungen nachdem er sich mit einem Geländefahrzeug, hier nennt man das „Traktoron“ (englisch ATV), überschlagen hatte. Es war bereits der zweite Unfall binnen kürzester Zeit, bei dem ein Jugendlicher ums Leben gekommen ist. Der 15 jährige soll keine Fahrerlaubnis gehabt haben, wundert mich nicht, denn man diese Fahrzeuge erst ab dem 16. Lebensjahr fahren. Ein weiterer völlig sinnloser Tod eines jungen Menschen, der hätte verhindert werden können.Leider gibt es bei uns diese Denkweise „mir wird das nicht passieren“. Darauf sollte man sich nicht verlassen. Dann ist bei einem weiteren Unfall ist ein 70 Jahre alter Mann ums Leben gekommen, nachdem ein anderes Auto ein Überholmanöver begonnen hatte, obwohl die Fahrbahn nicht frei war. Woanders starb noch ein junger Motorradfahrer nach einem Zusammenstoß mit einem Lastwagen. Diese Aufzählung ist unerträglich. Und es gab noch mehr Unfälle mit Verletzten. Oft werden die schlechten Straßen für die Unfälle verantwortlich gemacht. Da mag ja auch etwas dran sein, aber letztendlich sind wir, die Autofahrer für die Unfälle verantwortlich. Einfach den Fuß etwas vom Gaspedal nehmen und etwas aufmerksamer fahren, mehr bräuchten wir nicht, um den größten Teil der Unfälle zu vermeiden. Aber wir Scheinen das nicht zu begreifen, denn “mir wird das ja nicht passieren“.
Ich hoffe, morgen etwa positivere Dinge schreiben zu können. Jetzt wünsche ich Ihnen einen angenehmen und ruhigen Mittwoch. Fahren Sie vorsichtig und gucken Sie lieber zweimal, bevor sie über die Straße gehen, es lohnt sich. Machen Sie es gut.
Shalom aus Jerusalem!
Dov




