Guten Morgen liebe Leser!
Nach dem stürmischen Freitag hatten wir gestern einen recht angenehmen Shabbat ohne Sturm und Regen. Am Nachmittag kam sogar die Sonne hervor. Wir nutzten den Sonnenschein für einen Spaziergang in unserer Nachbarschaft. Dabei konnte man einige Schäden sehen, die der Sturm verursacht hatte. Im Park war ein Baum umgefallen und eine große Säule, die eine Bedachung aus Stoff hielt, war umgekippt. An einem Haus war das Dach über der Terrasse weggerissen und an die Wand geworfen worden. Bei uns zuhause hat alles dem starken Wind standgehalten, bis auf ein paar Plastikstühle, die ich vom Rasen wieder einsammeln musste. Die Markisen hatte ich schon am Donnerstag eingezogen, so das alles für den Sturm bereit war. Und heute? Keine Spur vom Sturm. Der Himmel ist strahlend blau und es ist fast windstill. Am frühen Morgen war es noch recht kühl, um die 7 Grad, so dass ich sogar Handschuhe übergezog, die ich gestern im Schrank gefunden hatte. Ja, ich gebe zu, mir war etwas kalt. Es ist eben alles relativ.
Dem See Genezareth hat das stürmische Wetter gut getan. In den letzten Tagen ist sein Wasserpegel um 3 Zentimeter angestiegen. Der Regen macht jetzt auch nur eine kurze Pause, dann schon morgen Abend soll es wieder losgehen. Der Januar sieht doch bis jetzt ganz gut aus, was den Regen betrifft.
Und hier ist das Wetter für heute in Israel:
Teilweise bewölkt bis bewölkt mit einem weiteren Anstieg der Temperaturen. Für die Jahreszeit etwas zu warm. Folgende Höchsttemperaturen werden erwartet: Jerusalem 13 Grad, Tel Aviv 20 Grad, Haifa 18 Grad, Tiberias am See Genezareth 21 Grad, am Toten Meer 21 Grad, Eilat am Roten Meer 23 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist um einen weiteren Zentimeter gestiegen und liegt jetzt bei -214.215 m unter dem Meeresspiegel.
Der Samstagabend wird schon seit langem als der beste Zeitpunkt für Demonstrationen und Proteste angesehen. Der schon traditionellen Samstagabend-Demonstrationen gegen die Regierung und der Korruption und für Netanjahu und die Regierung gesellte sich gestern auf dem Rothshild-Boulevard eine weitere Demonstration hinzu, gegen die Ausweisung von Asylbewerbern. Dabei spielten “Schauspieler” des sogenannten “Holot-Theaters”. “Nein zur Deportation von Asylbewerbern”, hieß das Stück. Die Schauspieler waren Asylbewerber aus dem offenen Auffanglager Holot, das bald geschlossen werden soll. Eine Aktion der Regierung hat für scharfe Kritik gesorgt. Bis März bietet die sie Asylbewerbern, deren Anträge abgelehnt wurden, 3000 Dollar an, wenn sie freiwillig ausreisen, andernfalls droht ihnen eine unbestimmte Haft im Gefängnis.

Doch damit nicht genug. In Ashdod wurden gestern schon zum zweiten Mal gegen die Schließung von Geschäften am Shabbat demonstriert. Mehr als 2500 Bürger der Stadt versammelten sich beim Einkaufszentrum “Big” und protestierten gegen das neue Shabbat-Gesetz, das sogenannte Supermarkt-Gesetz. Diesmal waren sie nicht alleine, sie bekamen Unterstützung von Verteidigungsminister Lieberman, der dafür vom Innenminister sehr kritisiert wurde, und von Yair Lapid, Vorsitzender der Jesh-Atid-Partei (Es gibt eine Zukunft), die dafür nach Ashdod gekommen waren. Nach Verabschiedung des neuen Gesetzes wurden in der letzten Woche am Shabbat Strafzettel an Geschäfte verteilt, die offen waren. In Ashdod will man sich das nicht gefallen lassen. “Hier ist nicht das Mittelalter”, “Freies Volk in unserem Land? Schluss mit dem orthodoxen religiösen Zwang”, stand auf einigen Schildern.

Und nun beginnt eine neue Woche, mit neuen Ereignissen. Ich hoffe, es wird eine gute Woche ohne Streitigkeiten und mit mehr Verständnis für den anderen werden. Heute wird der US-Vizepräsident Mike Pence in Israel erwartet. Darüber und über alles weitere, was heute wichtig ist, später in unseren Meldungen.
Ich wünsche Ihnen einen angenehmen und friedlichen Sonntag. Machen Sie es gut.
Shalom aus Jerusalem!
Dov




