Israel Heute Morgen

Heute beginnt offiziell der Winter. Doch wo ist er nur? Gegen 17 Uhr Ortszeit werden wir alle nach New York schauen, wo dann bei der Generalvollversammlung der Vereinten Nationen über die Jerusalem-Erklärung von US-Präsident Donald Trump abgestimmt werden wird. Ob auch alle UN-Botschafter kommen werden? Dies ist nur ein Thema der heutigen Tageszeitungen. Was den Winter betrifft, es bleibt sehr warm.

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Guten Morgen liebe Leser!

Heute beginnt offiziell der Winter. Doch wo ist er nur? Auch heute bleibt es fast sommerlich warm, bei uns zuhause in Modiin werden heute 26 Grad erreicht, hier in Jerusalem immerhin noch 23 Grad. Was ist das für ein Winter? Nur Geduld, am Sonntag soll sich das Wetter dramatisch ändern mit einem deutlich Temperaturrückgang, Regenfälle vom Norden bis zum Süden mit der Gefahr von Überschwemmungen. So können wir uns auf ein wunderbares und angenehmes Wochenende freuen, danach kann der Winter kommen. Und endlich werden die Tage wieder länger.

Und hier ist das Wetter für heute in Israel:

Meist bewölkt mit einem leichten Anstieg der Temperaturen, die für die Jahreszeit weiterhin überdurchschnittlich hoch sind. Folgende Höchsttemperaturen werden erwartet: Jerusalem 23 Grad, Tel Aviv 25 Grad, Haifa 23 Grad, Tiberias am See Genezareth 23 Grad, am Toten Meer 24 Grad, Eilat am Roten Meer 27 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist um einen halben Zentimeter gesunken und liegt jetzt bei -214.395 m unter dem Meeresspiegel.

Und nun zu unserem gemeinsamen Blick auf die Titelseiten der heutigen Zeitungen, die mit Meldungen über diverse Affären und Skandale gefüllt sind. Auch heute sind sich die Titelseiten der Zeitungen Maariv und Jediot Achronot wieder sehr ähnlich, nur Israel Hayom beschäftigt sich lieber mit einer Meldung aus dem Ausland, sehen Sie selbst:

Die Titelseiten von heute. Von links nach rechts: Maariv, Jediot Achronot, Israel Hayom

Maariv beginnt mit einer Schlagzeile bezüglich einer schon etwas länger zurückliegenden Affäre um den damaligen Stabschef des Büros von Ministerpräsident Netanjahu., Natan Eshel.”Der Stabschef im Büro von Netanjahu führte gestörte und krankhafte Beziehung”, wird eine jetzt erstmals veröffentlichte Zeugenaussage zitiert. Es handelt sich hier um eine peinliche Affäre aus dem Jahr 2012, bei dem der ehemalige Stabschef Natan Eshel dabei erwischt wurde, wie er während einer Sitzung eine deutlich jüngere Angestellte unter dem Tisch fotografierte. Damals hatte er dann gestanden, sich unangemessen benommen zu haben. Er wurde danach lediglich einer Disziplinarstraftat beschuldigt und beendete seinen Dienst. Jetzt werden die Zeugenaussagen von damals veröffentlicht. Mehr will ich gar nicht dazu sagen. Interessant ist allerdings der Zeitpunkt der Enthüllungen, hat doch Netanjahu schon jetzt genug mit seinen Problemen zu kämpfen. Dann ein weiterer Skandal, es geht um David Bitan, bis gestern noch Vorsitzender der Koalition. ”Wegen der Ermittlungen: Amsalem übernimmt Bitans Amt als Koalitionsvorsitzender”. David Bitan trat gestern wegen der gegen ihn laufenden Ermittlungen bezüglich der Korruptionsvorwürfe von seinem Amt zurück. Er hatte wohl keine andere Wahl. Unten auf der Seite dann noch zwei Meldungen. Zum einen geht es um einen bekannten Geschäftsmann, der unter anderem an der Eurocom-Gruppe beteiligt ist und hoch verschuldet ist. ”Wegen Schulden in Höhe von einer Milliard Shekel: Die Banken fordern, die Firma Eurocom von Shaul Elovitch aufzulösen”. Eurocom ist an einigen der wichtigsten israelischen Telekommunikationsgesellschaften beteiligt. Eine letzte Meldung berichtet von einigen tragischen Fällen in Krankenhäusern. ”Tragödien in den Krankenhäusern”. Unter anderem wird von einem sechsjährigen Mädchen erzählt, dass von einem Krankenhaus nachhause geschickt würde, obwohl es hohes Fieber hatte. Zwei Tage später starb es. Traurig.

Die Titelseite der Zeitung Jediot Achronot beschäftigt sich wie Maariv mit den jetzt veröffentlichten Zeugenaussagen gegen den ehemaligen Stabschef von Netanjahu, Nathan Eshel, und dem Rücktritt von David Bitan. ”Akte Nathan Eshel veröffentlicht”, lautet die erste Schlagzeile. Es ist klar, dass gerade Jediot Achronot sehr gerne davon berichtet, hat es doch etwas mit Benjamin Netanjahu zu tun. Interessant ist, dass Maariv wie auch Jediot Achronot die Veröffentlichungen für sich beanspruchen. Maariv “deckt auf”, Jediot Achronot “untersuchte”. Und dann geht es in der nächsten Schlagzeile um den jetzt ehemaligen Koalitionsvorsitzenden David Bitan. ”Tritt zurück wegen der Ermittlungen”, lautet die Überschrift. Eine viel interessantere Schlagzeile befindet sich unten rechts: ”Wahrscheinlich: Erster moslemischer Richter im Obersten Gericht”. Die Rechtsanwaltskammer empfiehlt den hochgeschätzten Richter Khaled Kaboub für das Oberste Gericht. Er stammt aus Jaffo und ist zur Zeit Richter am Bezirksgericht von Tel Aviv. Wer sagt, Israel sei ein Apartheid-Staat?

Auch die Zeitung Israel Hayom beginnt mit der Meldung über den Rücktritt Davis Bitons. ”Bitan zurückgetreten – Amsalem übernimmt”. Der Knessetabgeordnete David Amsalem, der eng mit Bitan zusammenarbeitet, übernimmt jetzt das Amt des Koalitionsvorsitzenden. Die beiden waren in einer Satire-Show ein beliebtes “Opfer”. David Bitan wird ihnen sicher fehlen.

Das Original (links) und die Satire – David Bitan und David Amsalem

Dann folgt die grösste Überschrift der Zeitung: “Wir helfen nicht jemanden, der gegen die Anerkennung Jerusalems ist“, wird US-Präsident Donald Trump zitiert. Heute findet in der Generalvollversammlung der Vereinten Nationen eine Abstimmung gegen die Jerusalem-Erklärung statt. Schon gestern hatte die US-Botschafterin Nikki Haley den gedroht, die Namen der Länder, die gegen die Erklärung von Präsident Trump und damit gegen die Anerkennung Jerusalems stimmen, zu notieren und Donald Trump darüber zu unterrichten. Trump sagte gestern: „Man nimmt von uns Milliarden von Dollars und stimmt dann gegen uns? Das ist mir egal, wir sparen dann sehr viel Geld.“ Vor etwas mehr als einem Jahr, zu Obamas Zeiten, hätten wir von so einer Situation nur träumen können. Ich bin gespannt, wie die Länder sich verhalten werden. Unten rechts auf der Seite dann noch eine kleine recht interessante Meldung: ”Schulden von einer halben Milliarde: Palästinenser, die Israelis Geld schulden, werden nicht ins Land gelassen”. Hierbei handelt es sich um einen Gesetzentwurf, demnach Palästinensern, die Schulden an Israelis haben, die Einreise nach Israel verweigert werden soll, bis sie ihre Schulden beglichen haben.

Das war unser Blick auf die heutigen Tageszeitungen. Gegen 17 Uhr Ortszeit werden unsere Augen nach New York gerichtet sein, dann findet die Abstimmung über die Jerusalem-Erklärung statt. Es wir angenommen, dass zahlreiche UN-Botschafter wegen einer plötzlichen Krankheit nicht dabei sein werden. Ist schon eigenartig, finden Sie nicht auch?

Und jetzt wünsche ich Ihnen einen wunderbaren und angenehmen Donnerstag. Machen Sie es gut.

Shalom aus der Hauptstadt Jerusalem!

Dov

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