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Israel Heute Morgen

Das Unglaubliche ist geschehen! Der Streik der Lehrer der Oberstufen findet heute tatsächlich statt! Ein paar Worte über leer Klassenzimmer und die Gehälter neuer Lehrer, ein interessantes Rennen in Jerusalem, eine Araberin in einer beliebten Koch-Reality-Fernsehsendung, eine weitere Meldung über eine sexuelle Belästigung, die 40 Jahre zurückliegt, und natürlich das Wetter für heute in Israel.

Guten Morgen liebe Leser!

Das Unglaubliche ist geschehen! Der Streik der Lehrer der Oberstufen findet tatsächlich statt! Unser jüngster Sohn hat das verlängerte Wochenende bekommen und ist heute wie alle anderen 400.000 Schüler der Oberstufe zuhause geblieben. Diesmal gab es keinen Zweifel, dass die Schulklassen heute leer bleiben würden. Schon gestern, kurz nach Ende des Shabbat, wurde berichtet, dass sich die Lehrergewerkschaft nicht mit dem Finanzministerium einigen konnten. Natürlich geht es ums liege Geld, insbesondere um das Anfangsgehalt eines neuen Lehrers, die oft nur ein Drittel von dem verdienen, was ein langjähriger Lehrer bekommt. Man habe „beleidigende Angebote“ bekommen, hieß es in einer Erklärung der Gewerkschaft.

Heute bleiben die Klassenzimmer leer (Foto: Yonatan Sindel/Flash90)

So sehr man sich als erste Reaktion auf einen freien Schultag freut, so wird vielen Schülern wenig später klar, dass sie am Ende die Leidtragenden des Streiks sind, der auf ihren Rücken ausgetragen wird. Denn es stehen mehrere Abiturprüfungen an und nun fehlen wichtige Vorbereitungsstunden. Wer weiß, ob es bei diesem einen Tag des Streiks bleiben wird. Sollte die Regierung nicht bereit sein, den Forderungen der Lehrer entgegenzukommen, wird es weitere Streiks geben. Dabei war die Regierung damit einverstanden, das Anfangsgehalt neuer Lehrer auf 8000 Shekel (um die 2000 Euro) zu erhöhen, den dienstälteren Lehrern wollte man das monatliche Gehalt allerdings nur um 60 Shekel erhöhen (15 Euro). Und das gefällt der Lehrergewerkschaft natürlich ganz und gar nicht. Jetzt heißt es abwarten, wer als erste vom Baum herunterklettert. Unser Sohn hätte ausgerechnet heut es einen längsten Schultag der Woche gehabt, der ist ihm nun erspart geblieben. Ich gönne es ihm ja. Aber danach muss Schluss sein mit den Streiks.

Und nun zum Wetter. Das Wochenende war wieder einmal wunderbar, so wie in den letzten Tagen. Nicht kalt, nicht zu warm, frische Luft und Sonne. Heute soll es deutlich wärmer werden, bei uns in Modiin sollen die Temperaturen fast die 30 Grad Marke erreichen. Sommer im November.

Und hier ist das Wetter für heute in Israel:

Teilweise bewölkt bis bedeckt mit einem deutlichen Anstieg der Temperaturen. Für die Jahreszeit zu warm. Folgende Höchsttemperaturen werden erwartet: Jerusalem 23 Grad, Tel Aviv 28 Grad, Haifa 25 Grad, Tiberias am See Genezareth 29 Grad, am Toten Meer 29 Grad, Eilat am Roten Meer 30 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist unverändert und liegt bei -214.29 m unter dem Meeresspiegel.

Am Freitag hat hier in Jerusalem ein interessanter Lauf stattgefunden. Dass hier bei uns gerne gelaufen wird, haben Sie sicher schon bemerkt. Das Ereignis vom Freitag nannte sich Runners without borders und wurde von einer Organisation des gleichen Namens veranstaltet. 700 Menschen, Juden und Araber, rannten am Freitag gemeinsam durch die Straßen Jerusalems. Seit dem nicht leichten Sommer von 2014 gibt es diesen Lauf. Ziel ist es dabei, eine Brücke zwischen den Seiten zu bauen, sie einander näher zu bringen.

Ob eine Veranstaltung wie diese nun sofort die Atmosphäre und Situation hier bei uns ändern wird, ist nicht sicher, aber es ist ein Anfang. Jeder Schritt aufeinander, miteinander, ist wichtig. Manchmal denke ich, warum können wir nicht alle friedlich zusammenleben. Gestern sah ich im Fernsehen eine Folge des Reality-Koch-Programms „Master Chef“, Sie kennen es vielleicht, vor einigen Jahren hatte dort der Deutsche Tom Franz gewonnen, er lebt seit einigen Jahren in Israel. Gestern wurden wieder einige der Auditions gesendet. Darunter war auch eine Araberin, die mit ihren Kochkünsten die Jurys begeisterte (Video). Sie stammte aus einem Dorf im Norden und lebt heute mit ihrer Familie in Jerusalem, in Pisgat Zeev, zusammen mit Jüdischen Nachbarn. Sie ist Moslemin und trägt ein Kopftuch. Sie arbeitet als Rechtsanwältin, ihr Mann war 30 Jahre lang Chefarzt am Hadassah Krankenhaus, ein Lungen-Spezialist. Während sie von der Jury kochte, erzählte sie von ihrer Familie und ihrem Leben zusammen mit ihren Jüdischen Nachbarn. Sie habe viele Freunde und sei oft bei Familienfeiern, wie Bar Mitzvas, eingeladen. Da dachte ich mir, könnten wir doch alles so miteinander leben. Als sie erzählte, dass sie in Pisgat Zeev wohnt, sagte sie lächelnd, sie würde damit das besetzte Land zurück in die Hände der Palästinenser kaufen, es sollte ein Scherz gewesen sein. Na gut, dachte ich mir. Ihr Gericht, das sie kochte, sah wunderbar aus, überhaupt, das ist meine Meinung, geht nichts über die Arabische Küche. Das Essen ist einfach zu lecker.

Und nun zurück in den Alltag hier in Israel. Da geht es auch heute wieder um sexuelle Belästigungen, diesmal wird in der Zeitung von einem Vorfall von vor 40 Jahren berichtet. Ein sehr bekannter ehemaliger Fernsehmoderator habe jemanden belästigt, vor 40 Jahren. Natürlich ist das schlimm, wenn es tatsächlich passiert war. Aber was soll man heute, nach 40 Jahren, damit anfangen. Ich bin neugierig, wie man mit diesem ganzen Berichte von Ereignissen, die Jahrzehnte zurückliegen, umgehen wird. Dann gab es am Wochenende ein Interview mit einer ehemaligen Haushaltshilfe im Wohnsitz der Familie Netanjahu, in dem recht schlimme Dinge über Sara Netanjahu gesagt wurden bezüglich ihres Benehmens gegenüber der Angestellten. Mal sehen, wie es sich entwickelt. Langweilig ist es nicht.

Und nun ist es an der Zeit, die letzten Schliffe an der neuen Ausgabe unseres Magazins vorzunehmen. Denn die Dezember-Ausgabe von Israel Heute geht schon bald in den Druck. So wünsche ich Ihnen noch einen angenehmen und friedlichen Sonntag. Machen Sie es gut.

Shalom aus Jerusalem

Dov

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Patrick Callahan

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