In ganz Israel wird heute getanzt und gefeiert – trotz der jüngsten Terroranschläge in Jerusalem. Mit Simchat Tora, dem Tora-Freudenfest, das gestern mit Sonnenuntergang begonnen hat, endet der Reigen der hohen jüdischen Feiertage. Die Tora-Rollen werden in feierlichen Umzügen, den Hakkafot, durch die Synagogen getragen. In Jerusalem und in vielen anderen israelischen Städten wird auf den Straßen und Plätzen getanzt, gefeiert und gebetet. Als Höhepunkt der Gottesdienste wird das Schlusskapitel des 5. Buches Mose gelesen und sofort danach der Anfang des 1. Buches. So werden die Toralesungen zu einem nicht endenden Kreislauf.
An den Bußtagen und zum Ende des Laubhüttenfestes wurde an Gottes Gericht und die künftige Welt erinnert. Den Abschluss bildet nun ein Tag der Freude über das Geschenk Gottes, die Tora. In den fünf Büchern Mose offenbarte Gott seinen Willen und die Bestimmung für das jüdische Volk.
Besonders die Kinder haben ihre Freude an Simchat Tora, denn sie dürfen an den Prozessionen teilnehmen und werden mit Früchten und Süßigkeiten beschenkt. In den Gottesdiensten dürfen sie den Anwesenden Streiche spielen. Die Erwachsenen feiern traditionell mit Wein. In den Höfen der Synagogen und auf größeren Plätzen spielen Kapellen. Überschwängliche Freude über die Offenbarungen Gottes, über seine Zusagen für die Zukunft Israels, das alles gehört zu Simchat Tora.
Simchat Tora geht nicht auf ein biblisches Gebot zurück. Die Zusammenlegung mit dem auf das Laubhüttenfest folgenden Schmini Atzeret wurde erst im 17. Jahrhundert festgelegt. /p>
Das Tora-Freudenfest wird auch in messianischen und christlichen Gemeinden in Israel gefeiert, allerdings mit einem anderen Akzent: Hier freut man sich, dass Jesus als der von Gott verheißene Messias die Gesetze der Tora erfüllt hat: „Denkt nicht, ich sei gekommen, um das Gesetz und die Weisungen der Propheten außer Kraft zu setzen. Ich bin nicht gekommen, um sie außer Kraft zu setzen, sondern um sie zu erfüllen und ihnen volle Geltung zu verschaffen.“ (Matthäus 5,17).
Foto: Yaakov Naumi (Flash 90)




