Israel erreicht seine Ziele in Gaza, aber nicht online

Den Bodenkrieg mag Israel gewinnen, den Krieg im Internet jedoch nicht.

von Arthur Schwartzman |
Foto: Yonatan Sindel/Flash90

Israel ist unter Beschuss. Rund 4.000 Raketen wurden aus dem Gazastreifen auf dicht besiedelte zivile Gebiete abgefeuert. Seit über einer Woche leben die Menschen in Angst, kauern in Luftschutzkellern oder in ihrem Mamad (Merkhav Mugan Dirati: wörtlich: geschützter Wohnbereich). Symphatien für Israel hat die Welt nicht. Doch wie kann sie mit einer terroristischen Organisation sympathisieren?

So wie es aussieht, verliert Israel den Hashtag-Krieg. Hashtags wie #FreePalestine oder #SaveSheikhJarrah oder #GazaUnderAttack erzeugen mehr Zugkraft in den sozialen Medien als solche wie #IsraelUnderFire und #IStandWithIsrael. Dafür könnte es eine Vielzahl von Gründen geben, darunter:

  1. Stärke in Zahlen. Die arabischsprachige Welt ist riesig, und die religiösen Hintergründe des Konflikts machen es den Muslimen weltweit leicht, sich zu entscheiden.
  2. Ungleiche militärische Macht. Israels Überlegenheit an allen Fronten macht die Hamas zum Außenseiter, und mit Außenseitern ergreift man leicht Partei.
  3. Das progressive Narrativ des Westens: Linksgerichtete Medien stellen die Palästinenser als eine entrechtete Gruppe dar, deren Rechte permanent vom kolonialistischen Israel angegriffen werden.

Im narrativen Krieg werden Zahlen als Knüppel benutzt, mit dem man auf Israel einschlagen kann. Die Zahl der Toten und Verletzten auf der palästinensischen Seite ist höher als auf der israelischen Seite. So ist es immer gewesen. Trotz der gewissenhaften Vorgehensweise der israelischen Armee, die alles tut, um unschuldige Zivilisten im Gazastreifen vor Schaden zu bewahren, können bei der Zerstörung von terroristischen Infrastrukturen Menschen verletzt werden. Welche andere Armee ruft die Bewohner eines Gebäudes, das sie zerstören will, auf ihren persönlichen Telefonen an, um sie zu warnen? Ich kenne keine anderen Streitkräfte mit einer solch humanen Politik. Trotzdem gibt es bei einer solchen Operation Opfer, und zwar hauptsächlich deshalb, weil sich die Hamas gerne hinter einem menschlichen Schutzschild versteckt und die Höflichkeit Israels voll ausnutzt.

Das alles spielt keine Rolle. Die Wahrheit hat in dieser Post-Wahrheits-Ära ihr Gewicht verloren. Der richtige, aus dem Zusammenhang gerissene TikTok-Clip erzeugt Emotionen beim Betrachter und lässt ihm oder ihr keine andere Wahl, als zu schreien: „Das ist ungerecht! Wie konnten sie nur?!“

Israel kommt derweil mit seiner Hasbara (Israels öffentliche Diplomatie) kaum hinterher. Eine der entscheidenden Verbesserungen im Gaza-Krieg 2014 (im Vergleich zu früheren Operationen) war Israels Fähigkeit, der Außenwelt zu erklären, dass wir die Guten sind, so unwahrscheinlich das auch erscheinen mag, und dass es viel komplexer ist als „Sie haben angefangen!“

Bis zu einem gewissen Grad war Israel unvorbereitet auf das Ausmaß des Angriffs der Hamas. Das Gleiche kann von der Hasbara-Abteilung gesagt werden. Diese Abteilung hat seit ihrer Gründung häufig den Träger gewechselt; derzeit gehört sie zum Ministerium für strategische Angelegenheiten und öffentliche Diplomatie, das von Michael Biton geleitet wird. Da das Land seit zwei Jahren von einer geschäftsführenden Regierung geführt wird, werden die Ministerien eher wie Trophäen behandelt, die an den Meistbietenden weitergereicht werden, als Werkzeuge, die zum Wohle der Öffentlichkeit eingesetzt werden. Israel wird ungerechtfertigt dargestellt. In der Zwischenzeit gibt es pro-palästinensische Demonstrationen in allen großen europäischen Städten, einschließlich Paris, Berlin, London und Madrid.

Als ob es unserem öffentlichen Image schon nicht so gut ginge, zerstörte die israelische Armee dann noch ein Gebäude, in dem das Hauptquartier des Senders Al-Jazeera, der Nachrichtenagentur AP und das Hauptquartier anderer Sender untergebracht war. Es half nicht, darauf hinzuweisen, dass sich dort auch militärische Einrichtungen der Geheimdiensteinheit der Hamas befanden. Es half auch nicht, darauf hinzuweisen, dass die ausländischen Journalisten alle sicher evakuiert wurden, bevor das Gebäude gesprengt wurde.

Als Reaktion darauf veröffentlichte der Präsident und CEO von AP, Gary Pruitt, die folgende Erklärung: „Wir sind schockiert und entsetzt, dass das israelische Militär das Gebäude, in dem das AP-Büro und andere Nachrichtenorganisationen in Gaza untergebracht sind, zerstören würde. Sie kennen den Standort unseres Büros seit langem und wussten, dass sich dort Journalisten aufhalten… Dies ist eine unglaublich beunruhigende Entwicklung. Wir sind nur knapp einem schrecklichen Verlust an Menschenleben entgangen. Ein Dutzend AP-Journalisten und freie Mitarbeiter befanden sich in dem Gebäude, und zum Glück konnten wir sie rechtzeitig evakuieren. Die Welt wird weniger darüber wissen, was in Gaza passiert, wegen dem, was heute geschehen ist.“

Es sollte mehr Aufwand in Hasbara gesteckt werden und die Dämonisierung des Staates Israel gestoppt werden. Gaza ist nicht das einzige Schlachtfeld; die Presse und die Plattformen der sozialen Medien haben eine unüberwindbare Bedeutung. Israel hat diese Front viel zu lange vernachlässigt. Und wir sehen, dass sich dieses Problem hier zu Hause in erster Linie in der Gewalt manifestiert, die auf die Straßen unserer Nation überschwappt. Israel ist nicht der Bösewicht, und Menschen, denen von Kindheit an etwas anderes erzählt wurde, müssen mit einer Gegenerzählung konfrontiert werden. Hasbara ist nicht nur Israels Apologetik gegenüber den Nationen; sie sollte auch an unsere Gemeinden zu Hause gerichtet sein.

Indem Sie wahrheitsgemäße Berichte über Israel liken, teilen und retweeten, kann sich das Blatt wenden. Auch Sie können in der Schlacht der Fürsprache für Israel helfen. Die Welt hasst die Wahrheit, aber es gibt nur einen Weg, wie der Kampf der Narrative gewonnen werden kann – ein Schritt nach dem anderen. Erst kürzlich wurde Israel Heute von einer pro-palästinensischen Hackergruppe angegriffen, aber lasst Euch davon nicht davon abhalten, guten, ehrlichen Journalismus aus Israel zu teilen und zu posten. Das Thema war schon immer heikel, aber wenn wir uns der Online-Arena mit Offenheit und Gelassenheit nähern, gewinnen wir vielleicht diejenigen, die auf dem Zaun sitzen und zuschauen.

Die Hamas ist eine terroristische Organisation, die Zivilisten angreift, und Israel hat das Recht, sich zu verteidigen und seinen Bürgern einen dauerhaften Frieden zu sichern. Es ist diese einfache Wahrheit, die Israel versuchen muss, der Welt zu vermitteln.

 

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