Interessiert sich eigentlich jemand für Shireen Abu Akleh?

Oder hat die übertriebene Reaktion auf ihren Tod eher etwas mit Israel zu tun?

| Themen: Medien
Die Palästinenser regen sich über den Tod der Al Jazeera-Journalistin Shireen Abu Akleh auf. Aber würde es sie überhaupt interessieren, wenn ihr Tod nicht Israel angelastet werden könnte? Foto: Abed Rahim Khatib/Flash90

Der Tod der Al Jazeera-Journalistin Shireen Abu Akleh in Dschenin ist bedauerlich, sogar tragisch, unabhängig davon, von welcher Seite die tödliche Kugel abgefeuert worden ist. Die Reaktion auf ihren Tod jedoch ist im Vergleich zu den Reaktionen auf den Tod vieler anderer Journalisten in dieser Region dermaßen übertrieben, dass es fast schon lächerlich ist.

Man scheint über nichts anderes mehr zu reden. Vom Weißen Haus über die Vereinten Nationen bis hin zum Hauptsitz von Al Jazeera in Katar ertönen unablässig Forderungen nach einer Untersuchung, während alle die Schuld Israels bereits außergerichtlich festgestellt zu haben scheinen.

Warum haben wir nach dem Tod der unten aufgeführten Journalisten oder den Hunderten von anderen, die ein ähnliches Schicksal erlitten haben, keine solchen Forderungen vernommen oder eine so überwältigende Reaktion in den sozialen Medien erlebt?

Eine umfassende Liste würde eine ganze Enzyklopädie erfordern. Allein in den letzten zwei Jahrzehnten sind Hunderte von Journalisten, die über den Nahen Osten berichteten, ums Leben gekommen, und Hunderte weitere wurden inhaftiert. Warum also hat man ihre Namen nicht häufiger gehört, und warum hat man nicht allgemein auf dieses Problem hingewiesen, das eindeutig pandemischen Charakter hat?

Es lässt sich nur eine Schlussfolgerung ziehen: Keiner dieser Journalisten starb auf eine Art und Weise, die man Israel anlasten könnte.

Der Tod all dieser Journalisten war nicht weniger tragisch oder weniger schädlich für die Sache einer freien Presse als der von Abu Akleh. Und doch schien es weit weniger zu interessieren.

Was ist nun die richtige Reaktion? Die relativ stille Anerkennung des Todes der oben genannten Journalisten? Oder die lautstarke Beschuldigung und Verurteilung in Fall von Abu Akleh?

Aus persönlicher Sicht muss es Ersteres sein. Nur sehr wenige Menschen interessieren sich tatsächlich für den Tod eines einzelnen Journalisten, oder gar von Hunderten. Und es ist zu bezweifeln, dass wirklich viele das Ableben von Abu Akleh und seine Bedeutung für die Pressefreiheit beklagen. Das gilt sicher auch für die Palästinenser und andere arabische Staaten, in denen “Pressefreiheit” ungefähr so selbstverständlich ist wie “Demokratie”, nämlich gar nicht.

Mehr noch: Sollten schlüssige Beweise dafür auftauchen, dass Abu Akleh durch eine palästinensische Kugel getötet wurde, würden die meisten derjenigen, die jetzt ihren Tod beklagen, schnell zu einem anderen Thema übergehen.

Das einzig Echte an ihrer derzeitigen Reaktion ist ihr Hass auf Israel. Denn wäre Israel nicht involviert, hätte man ihren Namen stillschweigend der obigen Liste hinzugefügt, und der Rest der Welt hätte den Namen Shireen Abu Akleh nie gehört.

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