(JNS) Zivilisationen, die von Dauer sind, verdanken dies nicht nur ihrer Stärke, sondern auch ihren Erinnerungen. Indien und Israel sind zwei solche Zivilisationen, die jeweils auf eine jahrtausendealte Geschichte, Identität und moralische Vorstellungskraft zurückblicken.
Lange bevor sie zu modernen Nationalstaaten wurden, waren Indien und Israel „Ideenstaaten“: Indien wurde vom Konzept des Dharma geprägt, und Israel von der Tradition des Bundes. Beide glaubten, dass Freiheit nicht bloß eine politische Vereinbarung, sondern eine moralische Verantwortung sei. Dieser gemeinsame Glaube an eine ethische Nation ist der Grund, warum sich die Beziehung zwischen Indien und Israel weniger wie eine diplomatische Neuerung und eher wie eine Wiederentdeckung anfühlt.
Jüdische Gemeinschaften lebten fast zwei Jahrtausende lang ohne Verfolgung in Indien – eine Seltenheit in der jüdischen Diaspora. Die Cochin-Juden aus Kerala, die Bnei Israel aus Maharashtra und die Bagdadi-Juden aus Kalkutta fanden in Indien etwas, das sie fast nirgendwo sonst vorfanden: Sicherheit, Würde und Zugehörigkeit.
Dies waren keine Zufälle der Geografie, sondern Ausdruck des Charakters der jeweiligen Zivilisation, und sie schufen ein Reservoir an gutem Willen...
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