Impfzwang – Ein Bericht aus meiner Sicht

von Ayala Shalmayev

„Ihr müsst euch nicht impfen lassen, es zwingt euch niemand!“ ABER, …

Jerusalem Foto: Olivier Fitoussi/Flash90

Guten Morgen liebe Leser!

Es ist nach wie vor so, dass wir, die wir uns nicht impfen lassen wollen, nicht dazu gezwungen werden. Aber die Liste des „Aber“, was passiert, wenn nicht geimpft wird, wird immer länger. Dass wir nicht in Restaurants (dort dürfen Nicht-Geimpfte nur draußen sitzen) und Fitnesscenter dürfen, damit können wohl die meisten leben, ich inklusive. Mit den steigenden Temperaturen und dem Poolverbot für Nicht-Geimpfte werde ich dann wohl etwas mehr Mühe haben, da wir in unserer Siedlung seit 4 Jahren ein wunderschönes Freibad haben, wo wir über die heißen Monate mit unseren Kindern sehr viel Zeit verbringen. Nach wie vor hoffen wir, dass es diesbezüglich eine Änderung/Lösung geben wird.  

Letzten Samstag waren wir in Bat Yam. Gerade, als wir aus einer Pizzeria kamen, fuhr die Polizei vor. Der Inhaber der Pizzeria hatte die Polizei gerufen, da sich zwei Väter gegen die neuen Regeln gewehrt und sich geweigert hatten, mit den Kindern die Pizzeria zu verlassen. Neuerdings gelten Kinder als hohes Risiko, was die Übertragung des Virus betrifft. Infolge dessen dürfen Kinder ab sofort nicht mehr in Restaurants sitzen, da sie als Ungeimpfte wohl ein Risiko für die Gesellschaft darstellen. Ein weiteres Beispiel: Gestern sah meine Kollegin vor einem Geschäft einen Kinderwagen stehen mit einem Baby drin. Sie sah sich um und ging ins Geschäft, um nach der Mutter zu suchen. Die Mutter meldete sich und sagte es wäre alles okay, sie musste nur den Kinderwagen mit Baby draußen lassen, wegen der neuen Regelung. Und da geht mir ein Licht auf: Kinder galten bis jetzt immer als geringes Risiko, deswegen mussten Kleinkinder bis jetzt auch keine Maske tragen. Und plötzlich geht von den Kindern die größte Gefahr aus, da stimmt doch was nicht – oder doch?? Ja klar!! Bibi hat erst kürzlich verkündet, dass 36 Mio. weitere Impfstoffe bei Pfizer bestellt wurden, um das ganze Volk inkl. Kinder durchzuimpfen! Also muss natürlich wieder Druck auf die Bevölkerung ausgeübt und Angst verbreitet werden, damit die Eltern dann willig werden ihre Kinder impfen lassen.

Am Eingang eines Cafés in Jerusalem wird kontrolliert, ob man einen „grünen Pass“ hat. Wenn nicht, darf man nur draußen sitzen.

Ich höre von immer mehr Geschichten (aus unserem Freundes- und Bekanntenkreis), wo Arbeitnehmer, meist per E-Mail, von ihren Chefs informiert werden, dass man als Nicht-Geimpfter nicht mehr bei der Arbeit zu erscheinen hat. Eine rechtliche Basis hat so etwas nicht, da es „noch“ kein Gesetz dafür gibt, aber die Anzahl solcher Fälle steigen. Sehr viele lassen sich dann impfen, aber nur aus Angst, die Arbeit und damit die Lebensgrundlage zu verlieren. Diejenigen, die sich nicht impfen lassen wollen, stehen vor einem großen Problem. Mein Mann hatte gestern bei der Polizei Abendschicht, und als sein Vorgesetzter hörte, dass mein Mann nicht geimpft ist, ging der Stress los. Vorläufig darf er nicht mehr bei seinen Volontärseinsätzen erscheinen, es sei denn, er lässt sich sofort impfen. Wie Sie also sehen, erzähle ich hier keine Ammenmärchen, sondern spreche leider sogar aus eigener Erfahrung. Und vor ein paar Tagen entdeckte ich einen Zeitungsartikel über einen Soldaten in einer Spezialeinheit, der sich gegen die Impfung wehrt. Er wurde sofort aus dem Befehlshaber-Kurs rausgeschmissen, obwohl er großes Potenzial hatte, bei der Armee Karriere zu machen. Ab sofort darf er nicht einmal mehr mit anderen Soldaten essen, sondern nur abgesondert in einem Zimmer.

Eine Mutter wollte bei Shufersal, einer bekannten Lebensmittelkette, einkaufen gehen, wurde jedoch nicht hereingelassen, da sie den grünen Pass nicht vorweisen konnte. Sie ging zur Polizei und es wurde ihr gesagt, dass dies rechtlich nicht okay sei, da jeder nach wie vor das Recht habe, überall Lebensmittel zu kaufen. Aber dass man bei bestimmten Lebensmittelläden mittlerweile bereit ist, bestimmte Menschen nicht mehr hineinzulassen, sollte Bände sprechen.

In Israel ist es üblich, vor Feiertagen mit den Mitarbeitern auf das bevorstehende Fest anzustoßen. Meine Freundin arbeitet als Kindergärtnerin, sie wurde von ihrer Chefin für diesen Anlass vor Pessach ausgeladen – da sie nicht geimpft ist. Bei der Arbeit erscheinen darf sie zurzeit noch.

Impfung als Bedingung für ein normales Leben?

Alleine durch die Lockdowns haben 1,1 Mio. Israelis ihre Arbeit verloren. Aber dies scheint offenbar nicht genug zu sein. Nicht-Geimpfte werden in den verschiedensten Arbeitsbereichen diskriminiert und aufgefordert sich impfen zu lassen oder zu kündigen.

Die aktuelle Situation stimmt mich sehr nachdenklich. Auch frage ich mich, wieso diese Diskriminierungen & Ausgrenzungen nötig sind, wenn doch die Impfung die Geimpften so sehr schützt.

Kommen wir zu etwas erfreulicherem, dem Wetter.

 

Das Wetter für heute in Israel

Teilweise bewölkt bis heiter. Besonders im Landesinneren und in den Bergen wird es etwas kühler, im Norden können ein paar Regentropfen fallen. Für heute werden folgende Höchsttemperaturen erwartet: Jerusalem 17 Grad, Tel Aviv 19 Grad, Haifa 17 Grad, Tiberias am See Genezareth 22 Grad, am Toten Meer 25 Grad, Beersheva 23 Grad, Eilat am Roten Meer 29 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist um einen Zentimeter gestiegen und liegt jetzt bei – 209,22  m unter dem Meeresspiegel. Es fehlen noch 42 Zentimeter bis zur oberen Grenze.

Und nun wünsche ich Ihnen im Namen der gesamten Redaktion von Israel Heute einen wunderschönen Dienstag. Machen Sie es gut.

 

Schalom aus Na’ale!

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