Die israelische Armee berichtete am Dienstag, das sie eine Spionage-Tätigkeit der Hamas aufgedeckt habe. Hamas-Terroristen hätten unter anderem durch Freundschaftsanfragen gefälschter Profile über soziale Netzwerke Kontakt zu Soldaten aufgenommen und sie dann dazu überredet, eine spezielle App auf das Smartphone zu laden. Diese sich in den Appstores von Apple und Google befindlichen Applikationen seien sogenannte „Fake-Apps“, mit denen sich die Hamas Zugang zu sämtlichen Inhalten des Smartphones und auch die Kontrolle über das Telefon übernehmen könnten und so die Umgebung des Soldaten fotografieren und seinen Standort orten könnten.
Nachdem sich Dutzende Soךdaten beschwert hatten, verdächtige Mitteilungen erhalten zu haben, begann die Israelische Armee mit ihren Untersuchungen. Sie entdeckte dabei drei von der Hamas kontrollierte „Fake-Apps“, die um die 100 mal von Soldaten runtergeladen und auf ihren Smartphones installiert worden sind. Durch diese Apps konnte die Hamas nicht nur auf den Inhalt des Smartphones zugreifen, sondern auch die Kontrolle über das Mikrofon und die Kamera bekommen. Auf diesem Weg hätte die Hamas Informationen über verschiedene Militärbasen der israelischen Armee oder Beobachtungsposten am Grenzzaun zum Gazastreifen bekommen können.
Die Armee berichtete, dass es sich bei den Apps um zwei Dating-Apps mot den Namen Glancelove und Winkchat handele, sowie einer App, die Informationen zur Fußball-WM gebe mit dem Namen Golden Cup. Die Fotos der Profile, mit denen die Soldaten von der Hamas angelockt wurden, sind Bilder von realen Frauen, die aus ihren Facebook-Konten gestohlen und missbraucht wurden.

Ein Offizier sagte, dass Dank der neuen Richtlinien für den Gebrauch des Smartphones in der Armee kein Schaden entstanden sei. „Wieder einmal versuchte die Hamas, unsere Soldaten in den sozialen Netzwerken reinzulegen, wieder einmal hat sie versagt“, sagte der Offizier während einer Pressekonferenz. Nur etwa 5 Prozent der Soldaten sollen ein Gespräch mit den gefälschten Profilen geführt haben und nur 2 Prozent hätten eine der falschen Apps heruntergeladen.
Illustration: Soldat mit Handy (Foto: Miriam Alster/Flash90)




