Guten Morgen Israel – Neuer Wind

In unserer Region öffnen sich arabische Grenzen für Israelis. Juden und Araber kommen sich näher. Natürlich ist noch lange nicht alles blendend im Nahen Osten, aber man spürt einen neuen Wind.

Guten Morgen Israel – Neuer Wind
Yonatan Sindel/Flash90

Boker Tov liebe Leser!

Gestern Nacht ist mir ein wilder Gedanke durch den Kopf gegangen. Israel nähert sich dem Islam und den arabischen Ländern, unterdessen werden europäische Länder gegenüber dem Islam misstrauischer. Kann es sein, dass in Zukunft Israel hier und dort ein gutes Wort für seine neuen arabischen Freunde einlegen muss? Juden nordafrikanischer Herkunft oder aus anderen arabischen Ländern östlich von Israel sind der Meinung ja. In vielen Bereichen im Leben, wie Mentalität, Kultur, Sprache, Radius und Religion sind wir enger mit den Arabern verbunden als mit der sogenannten christlichen Welt in Europa. Dies stellen jedenfalls viele meiner Freunde mit orientalischen Wurzeln so dar. Aus ihrer Sicht war das Christentum gegenüber Juden sowieso schlimmer als der Islam. Dabei erwähnen sie die christlichen Kreuzfahrer, Inquisitoren und zuallerletzt die Vernichtung von sechs Millionen Juden im christlichen Abendland. Mit dem Islam hatte Israel seit der Rückkehr in das Gelobte Land weniger ein theologisches Problem, sondern vielmehr einen politischen Konflikt auszutragen. Die christliche Welt und die Kirche hatte dagegen ein theologisches und geistliches Problem mit den Juden, was im Rahmen der Weltpolitik gerne politisch interpretiert wurde. So kann man auch verstehen, weshalb der Antisemitismus auf europäischem Boden nicht verschwindet, sondern in den letzten Jahren steigt.     

Fremde in Europa ist ein heikles Thema, worüber sich die europäischen Völker nicht einig sind. Gerade wegen der schrecklichen Vergangenheit gegenüber Fremden, will Europa heute eine liberale Politik anpeilen, aber diese wird oft von radikalen Moslems missbraucht. In Frankreich fährt Emmanuel Macron derzeit einen riskanten Kurs gegenüber dem Islam. Die Enthauptung des französischen Lehrers Samuel Paty hat Frankreich schockiert. Null-Toleranz gegenüber radikalem islamistischem Gedankengut. Vereine wurden verboten, Moscheen geschlossen. Macron hat klargemacht, dass die Meinungsfreiheit in Frankreich auch die Mohammed-Karikaturen umfasst. Ein Zorn ist in der islamischen Welt ausgebrochen. Supermärkte in Katar und in Kuwait nehmen französischen Käse aus ihren Regalen, im Gazastreifen lassen Demonstranten Fotos von Präsident Macron in Flammen aufgehen. Im Iran wurde Macron auf der Titelseite einer Zeitung als Teufel abgedruckt. Der Türke Erdoğan wirft Europa einen Islamhass vor. Deutschland debattiert, ob Kritik an Islam-Auslegungen rassistisch sei. Frankreich verteidigt derzeit die Freiheit westlicher Ideen und Gesellschaften.

In Israel wartet man ungeduldig auf die neuen Flüge in den Persischen Golf.

Und in unserer Region öffnen sich arabische Grenzen für Israelis. Juden und Araber kommen sich näher. Natürlich ist noch lange nicht alles blendend im Nahen Osten, aber man spürt einen neuen Wind. In Israel wartet man ungeduldig auf die neuen Flüge in den Persischen Golf. Wie wird Israel reagieren, wenn es zwischen europäischen und arabischen Regierungen wegen radikalen Moslems zu Zusammenstößen kommt? Heute muss Israel gegenüber der arabischen Umgebung schon mehr Respekt zeigen oder anders gesagt, vorsichtiger mit seinen Worten sein. Drei arabische Länder plus Ägypten und Jordanien zählen zu Israels Koalition. Saudi-Arabien, Oman, Marokko und andere stehen kurz vor dem Eintritt. Wie schwierig das sein kann, sieht man im Krieg zwischen Aserbaidschan und Armenien. Mit beiden Ländern hat Israel diplomatische Beziehungen. Doch nun verärgerte Israel Armenien mit dem Waffenverkauf an Aserbaidschan. Zudem hat Israel hat bis heute den Genozid oder Völkermord an den Armeniern im Ersten Weltkrieg noch nicht anerkannt, um die Türken nicht zu verärgern. Ich überlege mir, ob Israel eines Tages zwischen der arabischen Koalition im Nahen Osten und europäischen Regierungen wählen muss. Wenn ja, dann wird dies nicht leicht sein. In der Politik ist alles möglich, so wie die Staatsgründung Israels, so wie die Wiedervereinigung Jerusalems, so wie der erste Friedensvertrag mit Ägypten, so wie die Verlegung der amerikanischen Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem und so wie die drei neuen arabischen Koalitionspartner im Nahen Osten. Aber das sind nur Gedanken, die vielleicht keinen Sinn ergeben, trotzdem rede ich mit meinen Freunden darüber und auch mit Euch heute morgen….

Und jetzt das Wetter.

Sommer im Herbst. Gestern in Tel Aviv.

Das Wetter für heute in Israel

Teilweise bedeckt und noch immer für die Jahreszeit überdurchschnittlich warm, besonders in den bergen und im Landesinneren. Für heute werden folgende Höchsttemperaturen erwartet: Jerusalem 28 Grad, Tel Aviv 28 Grad, Haifa 27 Grad, Tiberias am See Genezareth 33 Grad, am Toten Meer 32 Grad, Beersheva 32 Grad, Eilat am Roten Meer 36 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth wird heute mit  – 209.96 m unter dem Meeresspiegel angegeben. Es fehlen 116 Zentimeter bis zur oberen Grenze!

Im Namen der gesamten Redaktion von Israel Heute wünsche ich Ihnen einen angenehmen Donnerstag und schon jetzt ein angenehmes Wochenende und einen gesegneten Schabbat.

 

Schalom aus Jerusalem!

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