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Guten Morgen Israel – Kinderbetreuung in Israel

Fast alle Mütter in Israel sind berufstätig. Die hohen Preise zwingen sie dazu, ihre Kinder schon sehr früh in den Kindergarten zu bringen.

Guten Morgen Israel – Kinderbetreuung in Israel
Gershon Elinson/FLASH90

Boker Tov liebe Leser!

Falls Sie schon einmal oder mehrmals in Israel waren, ist Ihnen bestimmt nicht entgangen wie teuer hier alles ist. So erstaunt es leider nicht, dass praktisch alle Mütter berufstätig sind. (Ich kenne genau eine Mutter die nicht arbeitet, aber krankheitsbedingt). Alle anderen Mütter die ich hier kenne, arbeiten, und fast ausnahmslos alle 100%. Unabhängig davon, wieviele Kinder sie haben!

Jetzt fragen Sie sich bestimmt, wie das geht, da Familien hier ja im Durchschnitt über 3 Kinder haben. Und jedes Mal, wenn ich darüber nachdenke, stimmt es mich sehr traurig. Zwei Jahre nachdem wir Aliyah gemacht haben (also eingewandert sind) und unsere damals jüngste Tochter 2-jährig war, fand ich Arbeit in einer privaten Kinderkrippe in unserem Dorf. Somit war es mir möglich, meine Kleine zur Arbeit mitzunehmen, was mir unglaublich viel bedeutete. Natürlich hätte ich eine „bessere“ Arbeit suchen können, aber mit meinen Kindern zu sein, hatte für mich immer Priorität. Ich hätte es nicht übers Herz gebracht, sie fremdbetreuen zu lassen. In dieser Kinderkrippe habe ich dann erstmals erlebt, wie die Mütter es hier bez. Kinderbetreuung machen. Leider keine Seltenheit, die Kinder 3 Monate nach der Geburt in einer Kinderkrippe abzugeben. Und das nicht für ein paar Stunden die Woche, nein, von Sonntag bis Donnerstag von 7:00 – 17:00 und freitags von 7:00 – 13:00.

Wenn man jedoch „hinter den Vorhang“ sieht, muss man diese Mütter leider verstehen. Es gibt nur wenige Mütter, die wirklich gerne 3 Monate nach der Geburt wieder zur Arbeit gehen, aber die finanzielle Situation oder der Arbeitsplatz lassen es nicht anders zu. Wenn Sie sich vorstellen, dass in Israel ein ganzer Monatslohn für die Miete oder die Hypothek weggeht, können Sie es vielleicht eher verstehen. Die meisten israelischen Mütter arbeiten nicht für Luxus, sondern fürs Überleben. Natürlich gibt es auch immer Ausnahmen! Tatsache ist jedoch, dass sich die Preise in Israel in den letzten Jahren verdoppelt und verdreifacht haben, während die Löhne stets gleich geblieben sind. Das führt zudem dazu, dass viele Israelis hoch verschuldet sind.

Aber nochmals zurück zu den Kindern. Wenn die Kinder dann mit 3 Jahren in den Kindergarten kommen, werden sie nach 14:00 (wenn der Kindergarten offiziell beendet ist), weiter betreut, von „privaten“ Betreuerinnen. Also weiterhin bis Abends fremdbetreut. So geht es auch weiter in der Schule, bis sie dann in die zweite Klasse kommen, und sich dann die Eltern einig sind, dass sie nun alt genug sind, um direkt nach der Schule nach Hause zu gehen. (Nicht zuletzt um Geld für die Betreuung zu sparen). Ich kenne so viele Erst-, Zweitklässler, die immer den ganzen Nachmittag alleine zu Hause sind, zusammen mit ihren noch kleineren Geschwistern – auf sich gestellt. Viele Mütter kommen erst zwischen 17:00 – 19:00 nach Hause.

Mir bricht es das Herz, wenn ich an all diese Kinder in unserem Dorf und ganz Israel denke, die ab dem 3. Lebensmonat fremdbetreut werden. Es geht doch nichts über die Nestwärme, die die Kleinen so dringend nötig haben. Dieses wichtige Fundament fehlt hier ganz vielen Kindern und ich frage mich wie sich das auf die Zukunft auswirken wird.

Ein wunderschönes Bild aus dem Beeri Wald im Süden des Landes

 

Das Wetter für heute in Israel:

Teilweise bedeckt mit einem leichten Anstieg der Temperaturen. Am Vormittag kann es im Norden und Zentrum des Landes noch etwas regnen. Für heute werden folgende Höchsttemperaturen erwartet: Jerusalem 13 Grad, Tel Aviv 17 Grad, Haifa 16 Grad, Tiberias am See Genezareth 20 Grad, am Toten Meer 21 Grad, Beersheva 18 Grad, Eilat am Roten Meer 22 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist um einen weiteren Zentimeter gestiegen und liegt jetzt bei –209.75 m unter dem Meeresspiegel, damit fehlen noch 95 Zentimeter bis zur oberen Grenze!

Im Namen der gesamten Redaktion von Israel heute wünsche ich Ihnen einen wunderbaren Mittwoch.

 

Schalom aus Jerusalem!

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