Guten Morgen Israel – Einkaufsgeld

In diesen Tagen bekommt jeder Bürger vom Staat 750 Schekel auf sein Konto überwiesen.

Guten Morgen Israel – Einkaufsgeld
Olivier Fitoussi/Flash90

Boker Tov liebe Leser!

Heute früh habe auch ich ihn bekommen. Die ganze letzte Woche wurden in den Medien davon gesprochen, von dem sogenannten „Zuschuss für jeden Bürger“. Mein jüngster Sohn bekam schon am Donnerstag per SMS die Mitteilung, dass auf sein Konto die Summe von 750 Schekeln überwiesen wurde. Und nun ist das Geld auch auf meinem Konto erschienen, auch unsere Tochter soll es heute bekommen und danach meine Frau, die ihre Kontonummer auf der Internetseite der Nationalen Versicherung aktualisieren musste, was wir überhaupt nicht verstehen konnten. War es doch sie, die über Jahre hinweg das Kindergeld auf ihr Konto überwiesen bekommen hatte, von derselben Nationalen Versicherung, die nun meinte, die Kontodaten meiner Frau seien ihr nicht bekannt. Schon komisch. Sie wird das Geld dann wohl in den nächsten Tagen bekommen.

So sind wir alle erst einmal zufrieden. Wer liebt es nicht, eine gewisse Geldsumme auf seinem Konto zu finden, die ich in einem meiner Artikel als „Schweigegeld“ bezeichnet hatte. Denn die Zahlung dieser Geldspritze für das Volk wurde nach wochenlangen Demonstrationen gegen die Regierung und besonders gegen unseren Ministerpräsidenten Netanjahu beschlossen.

Viele Menschen stehen am Rande des finanziellen Ruins. Fast eine Million Menschen haben zurzeit keine Arbeit. Das kann man nicht genug betonen. So sah ich diesen „Zuschuss für jeden Bürger“ als eine spontane Handlung der Regierung, um uns erst einmal etwas ruhig zu stellen. Das Geld soll uns die Möglichkeit geben, einkaufen zu gehen und damit eben auch die lokale Wirtschaft wieder anzukurbeln. Kurz gesagt, wir sollen mit dem Geld „shoppen“ gehen.

Das Malha Einkaufszentrum in Jerusalem. Jetzt sollen wir Geld ausgeben.

Aber bitte verstehen Sie mich nicht falsch. Die ganze Situation hier ist nicht einfach und für alle auch jetzt noch völlig neu. Nie gab es hier eine ähnliche Situation. Plötzlich gab es keine Arbeit mehr. Zwei Monate lang waren die meisten Geschäfte während der „ersten Corona-Welle“ geschlossen. Es ist einfach, die ganze Schuld an dieser Situation der Regierung zu geben. Aber was erwarten wir denn? Dass sie jedem genau das zahlt, was er vor der Krise verdient hat? Wir haben leider noch andere Probleme, die Sicherheitslage im Norden und im Süden ist angespannt. Damit muss sich kein Land in Europa auseinandersetzen, daher ist ein Vergleich mit der Vorgehensweise dieser Länder mit der Coronakrise einfach nicht richtig.

Trotz des Verständnisses dieser verzwickten Lage erlaube ich mir aber auch, unsere Regierung und Politiker zu kritisieren. Denn sie konzentrieren sich nicht hundertprozentig auf die Auseinandersetzung mit der Coronakrise und sind stattdessen noch immer mit politischen Streitigkeiten beschäftigt, die zu oft persönlich werden. Sie beschuldigen sich gegenseitig und benutzen dabei auch gerne mal ein paar unschöne Worte, auch vor der Kamera und bringt das Land in Gefahr, ein viertes Mal eine neue Knesset wählen zu müssen.

Corona ist noch da

Wir haben keine Zeit für diese politischen Streitigkeiten. Die Zahl der schwerkranken Coronapatienten ist in den letzten Tagen sehr stark angestiegen, auch die Zahl derer, die künstlich beatmet werden müssen. Einige Krankenhäuser werden bald nicht mehr genug Geräte haben, um alle Patienten am Leben zu erhalten, wie es gestern in den Nachrichten auf Kanal 13 berichtet wurde.

Während viele Israelis die Maske im besten Fall am Kinn tragen, nehmen andere die Maskenpflicht besonders ernst, wie hier in Jerusalem.

Ab morgen wird die Anzahl der Mitfahrer im Auto wieder begrenzt werden. Ein Fahrer darf dann nur noch zwei weitere Fahrgäste mitnehmen. Das wurde gestern fast unbemerkt in den Medien veröffentlicht. Dann gab es einen Bericht vom Ben Gurion Flughafen, der ja angeblich in nur sechs Tagen seinen Betrieb wieder aufnehmen soll. Er ist noch immer leer und es gibt keine Anzeichen von irgendwelchen Vorbereitungen. Aber wir Israelis sind immer sehr schnell, wie wir es ja auch bei den Lockerungen der Corona-Maßnahmen nach der „ersten Welle“ gesehen haben. Sollten also tatsächlich wieder Flugzeuge mit Touristen hier landen, werden wir das schon irgendwie hinbekommen, oder?

Und mit diesen etwas kritischen Gedanken kommen wir nun zum wirklich wichtigen Thema:

 

Das Wetter für heute in Israel

Teilweise bewölkt und für die Jahreszeit etwas zu “kühl”. Im Norden gab es gestern sogar einige Regentropfen. Für heute werden folgende Höchsttemperaturen erwartet: Jerusalem 28 Grad, Tel Aviv 29 Grad, Haifa 29 Grad, Tiberias am See Genezareth 34 Grad, am Toten Meer 37 Grad, Beersheva 32 Grad, Eilat am Roten Meer 39 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist um einen weiteren Zentimeter gesunken und liegt jetzt bei – 209.44 m unter dem Meeresspiegel, es fehlen 64 Zentimeter bis zur oberen Grenze!

Im Namen der gesamten Redaktion von Israel Heute wünsche ich Ihnen einen wunderbaren Montag. Machen Sie es gut.

 

Schalom aus Modiin!