Freiheit ohne Einheit ist kein Volltreffer

Das Volk in Zion, das bisher alle Kriege gegen seine arabischen Feinde gewonnen hat, ist zu schwach, um die nötige Einheit zu schaffen, die Freiheit garantiert.

von Aviel Schneider |
Foto: Yonatan Sindel/Flash90

Guten Morgen liebe Leser!

Alle schwärmen in diesen Tagen von Freiheit. Im Ausland wird Israel für seine neue Freiheit und die Beendigung der Lockdowns respektiert und bewundert. Es scheint, dass die Herdenimmunität mithilfe der Impfpolitik erreicht worden ist. Die tägliche Positivrate bleibt konstant bei unter 100 Neuinfizierten.

Zeitgleich hat Israel seinen 73. Geburtstag gefeiert, seine souveräne Freiheit. Das Volk lebt frei und unabhängig in seiner biblischen Heimat. Wir alle sind auf unsere Demokratie im Land stolz. So stolz, dass wir unser Wahlrecht nicht nur alle vier Jahre ausüben wollen, sondern gleich alle sechs Monate zur Wahlurne rennen. Und jedes Mal unterlaufen uns dieselben Fehler. Wir können uns nicht entscheiden, wer uns regieren soll. Wir prahlen von unserer Freiheit, aber was nützt uns Freiheit, wenn keine Einheit im Volk herrscht?

Israelis feiern den Unabhängigkeitstag. Aber wie sieht es mit der Einheit aus?

Dreizehn Parteien haben es in Israels 24. Parlament geschafft. Sieben Parteien bilden den rechten Block, vier Parteien formen Israels linken Kreis und sogar Israels Araber sind mit zwei Parteien in der Knesset vertreten. Drei politische Lager, die untereinander völlig zerstritten sind. Kein Lager hat es geschafft, eine angemessene Führungspersönlichkeit in seiner Mitte zu positionieren.

Jeder hat seine eigene Vorstellung von Israel. Der eine träumt von rechten bis biblischen Werten, andere dösen mehr für eine Mitte zwischen rechts und links und wieder andere fantasieren von einem jüdischen Halacha-Staat. Weitere drängen auf ein ultraliberales oder sozialistisches Leben, andere malen sich ein messianisches Zeitalter im biblischen Kernland aus und die Araber bestehen auf ihre islamischen Rechte im Land. Und über allem schwebt die politische Wolke „Nur nicht Bibi“. In diesem politischen Wirrwarr bildet sich jedes Mal eine neue Koalition, die nach wenigen Monaten wieder zusammenfällt.

Mansour Abbas, Vorsitzender von Ra’am. Ohne ihn scheint nichts zu gehen.

Das Schreckensszenario für viele ist nun, dass diesmal in egal welcher Konstellation bibeltreue Juden mit Islamisten in einer Koalition zusammensitzen müssen, um fünfte Wahlen zu verhindern. Entweder unter einer rechten Likud-Regierung oder unter einer linken Herrschaft mit Naftali Bennett, Yair Lapid und Mansour Abbas.

In der Politik geht es um Macht. Israels akute Situation erinnert mich an König Pekach aus dem Nordreich Israel, der seinen jüdischen Bruder König Ahas im Südreich Juda nicht überzeugen konnte, mit in seine Kriegskoalition gegen Assyrien einzusteigen. Daher schloss Pekach einen Bund mit Aram (Syrien) und griff Juda an, um in Jerusalem einen neuen König einzusetzen, der mit ihm kooperieren würde.

Zerstritten, Benny Gantz und Benjamin Netanjahu

Die jüdischen Geschwister sind untereinander so zerstritten, dass sie ohne ihre theoretischen Feinde, die Araber, keine Regierung bilden können. Es sei denn, jemand kann seinen Hass gegenüber seinem Nächsten unterdrücken. Das Volk in Zion, das bisher alle Kriege gegen seine arabischen Feinde gewonnen hat, ist zu schwach, um die nötige Einheit zu schaffen, die Freiheit garantiert.

 


Das Wetter für heute in Israel

Heiter bis teilweise bewölkt und weiterhin warm und trocken, besonders im Landesinneren. Für heute werden folgende Höchsttemperaturen erwartet: Jerusalem 28 Grad, Tel Aviv 26 Grad, Haifa 27 Grad, Tiberias am See Genezareth 34 Grad, am Toten Meer 35 Grad, Beersheva 33 Grad, Eilat am Roten Meer 38 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist am Wochenende um anderthalb Zentimeter gesunken und liegt jetzt bei – 209,155  m unter dem Meeresspiegel. Es fehlen 35,5 Zentimeter bis zur oberen Grenze.

Die Redaktion von Israel Heute wünscht allen Lesern einen angenehmen Montag. Machen Sie es gut.

 

Schalom aus Jerusalem!

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