Ausgerechnet die berüchtigte palästinensische Flugzeugentführerin Leila Khaled wird nächsten Monat zu Gast in Südafrika sein, um dort als Fürsprecherin der internationalen BDS-Kampagne aufzutreten. BDS bedeutet „Boycott, Divestment and Sanctions“. Die BDS ist für ihr strenges anti-israelisches Profil bekannt. Im November des vergangenen Jahres wurde sogar eine Protestaktion der Kampagne per Gerichtsbeschluss untersagt. Studenten hatten einen Schweinekopf in einem koscheren Viertel Kapstadts postiert.
Leila Khaled, 1944 in Haifa geboren, trat bereits in jungen Jahren der „Volksfront für die Befreiung Palästinas“ bei und machte sich mit einer Reihe von Flugzeugentführungen international einen Namen. Beim ersten Mal, im Jahr 1969, brachte sie eine Maschine der Trans World Airlines (TWA) in ihre Gewalt. Der Flug war von Rom nach Athen unterwegs, bevor Khaled ihn nach Damaskus umleitete und das Flugzeug in die Luft sprengte, nachdem sie die Passagiere freigelassen hatte.
Bereits im darauffolgenden Jahr schlug sie wieder zu: Sie war an der Entführung von gleich vier Flugzeugen der El Al beteiligt – jedoch mit mäßigem Erfolg. Khaled wurde von einem Sicherheitsbeamten festgenommen und den britischen Behörden übergeben. Sie verbrachte im Anschluss 28 Tage in Haft, bevor der damalige englische Premierminister Edward Heath sie im Tausch gegen westliche Geiseln wieder frei ließ.
Khaled war die erste Frau, die ein Flugzeug entführte. Durch ein weltweit verbreitetes Bild, auf dem die heute 70-Jährige mit einem palästinensischen Tuch auf dem Kopf beim Umklammern eines AK-47-Maschinengewehrs zu sehen ist, wurde sie weltweit zum Symbol für den palästinensischen Kampf gegen Israel.
Genau dieses Bild wird nun auch von der BDS verwendet, um Werbung für Khaleds Südafrika-Besuch zu machen. Khaled, die heute in Amman lebt, wird im Februar als Ehrengast bei einem festlichen Dinner der BDS in Kapstadt sein.
„Für mich und andere Leute meiner Generation, die miterlebten, was Khaled getan hat, scheint es ein wenig seltsam, dass die BDS, die sich selbst als sehr saubere, gerechte und friedliebende Kampagne darstellt, ausgerechnet mit diesem Bild wirbt“, erklärte Jeremy Gordin, Herausgeber der Daily Sun, der auflagenstärksten Tageszeitung in Südafrika. „Das wird die jüdische Gemeinde auf jeden Fall provozieren.. Aber genau das ist es ja, was die BDS will. Auf der anderen Seite kann man es nicht ohne Humor sehen, wenn man Khaleds Bild von damals mit ihrem heutigen Aussehen vergleicht…“, so der Herausgeber weiter.
Foto: Leila Khaled gilt bei vielen Palästinensern als Heldin. Ihr berühmtes Bild wurde auf die Trennmauer zwischen Israel und den Palästinensergebieten bei Bethlehem gesprüht.




