Du sollst Dein Leben für Israel geben

In unserer Zeit sind die Entscheidungen der Rabbiner bezüglich des Krieges um das Land Israel nicht nur reine Theorie.

Foto: Yonatan Sindel/Flash90

Teil 10 der Serie Jüdische Weisheit für den gewöhnlichen Mann: ein “Leitfaden für Verwirrte” durch das moderne Labyrinth der Moral von alten jüdischen Weisen.

 

Während die Nationen der Welt weiterhin darüber debattieren, wie Israel zwischen Arabern und Juden aufgeteilt werden sollte, sollten wir uns alle einen Moment Zeit nehmen, um uns daran zu erinnern, was die jüdischen Weisen von einst über Eretz Israel, das ganze Land Israel, dachten.

Grundlegend für ihr Verständnis ist das Konzept der Erwählung. Das jüdische Volk ist einzigartig unter den Nationen der Welt, und daher sollte jede Entscheidung oder Debatte über das Land ausschließlich auf dem Völkerrecht, auf Gefahr oder Furcht beruhen.

Die Rabbiner nannten vier Gebiete, die in Betracht gezogen werden sollten, bevor das jüdische Volk Eretz Israel verlassen oder besetzen sollte: Bibel, Moral, militärische Stärke und Risiko.

Der Rambam, einer der größten und einflussreichsten Thoragelehrten des Judentums, fasst die Mitzvoth (Gebote) bezüglich Eretz Yisrael zusammen.

  1. Jede jüdische Person muss in Eretz Israel leben. Dies wird Yeshivat Haaretz genannt, und wir besiedelten das Land.
  2. Das Land muss kultiviert werden. “Wir dürfen es nicht als Ödland zurücklassen.” Man nennt dies “die Besiedlung des Landes“, auf dem wir Häuser bauen und Weinberge pflanzen sollen.
  3. Israel muss die Souveränität über das gesamte Land haben. “Wir dürfen das Land nicht in die Hände anderer Nationen geben.” Eretz Yisrael ist das ewige Erbe des jüdischen Volkes, und wir dürfen niemals denken, dass wir in unserem Land keinen Platz haben. Der Rambam kam zu dem Schluss, dass wir das Land durch Besetzung einnehmen müssen, wenn es keinen anderen Weg gibt.

Rambam erklärt weiter, dass ein König oder Souverän über Israel eingesetzt werden muss, was für die Selbstbestimmung jedes Volkes notwendig ist. Königin Esther mag vom persischen König Ahasveros in einem Moment der Wertschätzung “das halbe Königreich” angeboten worden sein, aber es ist klar, dass der König über sein ganzes Königreich herrschen muss. Ein geteiltes Königreich kann nicht bestehen.

Die jüdischen Weisen glaubten, dass die Gründung eines fremden Landes innerhalb Israels eindeutig gegen die Schrift verstößt.

 

Wann ist ein Krieg gerechtfertigt?

Die Weisen betrachteten den Krieg für Israel als eine Mitzwa oder ein Gebot, das in drei Fällen erforderlich ist:

  1. Gegen Amalek und die eingeschworenen Feinde Israels;
  2. Gegen die “Sieben Nationen”, d.h. die götzendienerischen Kanaaniter; und
  3. Überall im ganzen Land Israel.

Rambam definierte das Kriegsgebot als die Autorität, Israels Grenze auszudehnen und alle Teile von Eretz Israel zu erobern.

Krieg ist natürlich schwierig, riskant und gefährlich. Juden werden getötet, andere auch. Das wirft heute die Frage auf, wie viel Leid Israelis bereit sein sollten zu ertragen, um Judäa und Samaria zurück zu erobern. Aus dem Verständnis der Rabbiner für das Kriegsgebot lassen sich zwei Antworten ableiten. Es muss daran erinnert werden, dass die jüdischen Menschen in der Diaspora während Tausenden von Jahren des Exils unter den Heiden lange vor dem Staat Israel unterdrückt und vernichtet wurden. Die Araber begannen nicht 1967, als Israel im Sechs-Tage-Krieg Judäa und Samaria eroberte, mit der Ermordung von Juden, und auch bei der Gründung des Staates Israel im Jahr 1948. Die Unterdrückung der Juden durch Araber begann vor langer Zeit mit Mohammad und den islamischen Kriegen. Aber jetzt hat Israel durch die Gnade Gottes wieder eine eigene Nation und starke israelische Verteidigungskräfte (IDF) zum Schutz des jüdischen Volkes und seines souveränen Staates.

Wenn darüber hinaus ein palästinensischer Staat, in dem Juden und Araber in Frieden und Brüderlichkeit zusammenleben könnten, wäre ein Krieg weder erforderlich noch vorzuziehen. Aber das ist im Augenblick nicht realistisch und wird es vielleicht vor dem Ende der Tage nicht sein, an denen der Messias allein regieren wird.

Die jüdischen Weisen glaubten, dass Israel bereit sein sollte, einen sehr hohen Preis zu zahlen, um Frieden zu erreichen. Die Thora sagt uns, dass alle Wege Gottes zum Frieden führen (Spr. 3,17) und dass der Lohn für die Einhaltung seiner Gebote Frieden ist (Lev. 26,3-6). Selbst wenn wir uns darauf vorbereiten, gegen einen eingeschworenen Feind in den Krieg zu ziehen, sollen wir versuchen, Frieden zu schließen, bevor wir angreifen (5. Mose 20:10-12). König David war ein großer Mann, ein Prophet, Sänger, Dichter und Verteidiger Israels, aber er war auch ein Mann des Krieges, und als solcher durfte er den Heiligen Tempel in Jerusalem nicht bauen. Das Haus Gottes musste ein Symbol des Friedens sein (1. Chron. 22,7-8). Die Schrift verbot sogar die Verwendung von Metall beim Hauen der Altarsteine im Tempel, weil Metall an die Waffen erinnerte, die in der tödlichen Kriegsführung eingesetzt wurden.

 

Wann also ist Krieg ein Gebot?

Das Gebot, das Land Israel als Teil der Mizwa der Hingabe zu erhalten und zu schützen, ist Grundlage des Kriegsgebots. Den Weisen zufolge sollte sich niemand unnötig in Gefahr begeben, sondern nach Möglichkeit fliehen. Das Gebot, in den Krieg zu ziehen, bringt einen Menschen in sehr große Gefahr, so sehr, dass die Bibel lehrt, dass ein Mann, der gerade eine Frau geheiratet, einen Weinberg gepflanzt oder ein Haus gebaut hat, nicht in einen nationalen Krieg ziehen kann, damit er nicht stirbt (Dtn 24,5). In Davids Armee gaben die Soldaten ihren Frauen, die nie wussten, ob sie vielleicht tot oder gefangen genommen waren, eine Scheidungsurkunde.

Um Israels willen und der Hingabe an das jüdische Volk muss ein Mann oder eine Frau jedoch bereit sein, sein oder ihr Leben zu riskieren. Ein ausländischer König fragte einmal einen Rabbiner: “Warum gehen Sie nach Israel? Es ist gefährlich”? Er antwortete: “Zunächst einmal ist es nicht gefährlich (genau das, was ich meinen Freunden, die mich besuchen wollen, sage!) Aber selbst wenn es gefährlich ist, ist es wie die Kriegsmizwa”. Den Juden wird befohlen, sich Eretz Iisrael zu widmen.

In unserer Generation ist keines dieser rabbinischen Grübeleien bloße Theorie. Generationen von Juden geben ihr Leben für die Alijah (Einwanderung nach Israel). Juden siedeln sich in Eretz Israel im Geiste der Hingabe an ihr Land und das Volk an und dienen im Militär, wenn es zur Erfüllung dieser Verpflichtungen notwendig ist. Dazu gehören religiöse, säkulare, messianische und orthodoxe Juden, alle sind verpflichtet das Land aufzubauen und zu schützen.

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