Deutschland ehrt Margot Friedländer, aber verurteilt Ben-Gvir

von Michael Selutin

Die Ehrung von Margot Friedländer zeigt, wie die Erinnerung an den Holocaust zelebriert wird, während die Feinde der Juden gestärkt werden.

| Themen: Holocaust, Itamar Ben Gvir
Itamar Ben Gvir ist ein stolzer israelischer Jude, Margot Friedländer erinnert an tote Juden
Foto: Yonatan Sindel/Flash90

Der Holocaust-Überlebenden Margot Friedländer wurde am Montag das Bundesverdienstkreuz erster Klasse übergeben. 2011 wurde sie bereits mit dem Verdienstkreuz am Bande ausgezeichnet. Sie erhielt 2017 den Verdienstorden des Landes Berlin und ist Berliner Ehrenbürgerin.

Itamar Ben-Gvir wird hingegen von der deutschen Regierung kritisiert und gilt als rechtsextremer Brandstifter. Die Zeit beschrieb ihn mit folgenden freundlichen Worten:

„…unten am Damaskustor johlte die Menge und Itamar Ben-Gvir, Anzug, Krawatte, weiße Kippa, grinste wie ein Junge, der gerade ein neues Matchbox-Spielzeugauto bekommen hat.“

Margot Friedländer erinnert an einen Völkermord an den Juden, der lange hinter uns liegt, während Itamar Ben-Gvir versucht, einen neuen Völkermord an den Juden zu verhindern.

Aus israelischer Sicht ist dieses Verhalten Deutschlands unverständlich. Während eine Jüdin mit Auszeichnungen überhäuft wird, wird ein anderer verurteilt. Was ist Ben-Gvirs Vergehen? Er ist stolzer religiöser Jude und er ist ein israelischer Patriot, der auf arabische Angriffe nicht mit Geldgeschenken reagieren will. Ein großer Teil des israelischen Volkes hat ihn in die Knesset gewählt.

Während Deutschland die Erinnerung an den Holocaust feiert, macht es Geschäfte mit dem Iran, der genauso wie die Palästinenser, die Juden Israels ins Meer treiben will.

In der UN stimmt die deutsche Delegation oft für Anti-Israel Resolutionen, die eindeutig antisemitisch sind.

Dieses zweiseitige Verhalten Deutschlands lässt uns in Israel sprachlos und man fragt sich, welche der beiden Seiten das wahre Deutschland widerspiegelt.

Haben sich die Deutschen wirklich geändert, wie sie es durch die Ehrung von Margot Friedländer zu zeigen versuchen, oder hassen sie die Juden (vielleicht unterbewusst) immer noch, wie sie es durch die Unterstützung der Feinde Israels zeigen?

Diese und ähnliche Fragen stellen sich die Juden Israels, wenn in Deutschland dem Holocaust gedacht wird, während seine Politik und seine Medien ein anderes Bild zeichnen.

4 Antworten zu “Deutschland ehrt Margot Friedländer, aber verurteilt Ben-Gvir”

  1. marie.luise.notar sagt:

    Es gibt kein absolut wahres Deutschland….Es gibt nach wie vor die wirklich pro-Israel Eingestellten, diejenigen, denen das alles egal ist, die mehr oder weniger falsch und richtig Informierten, und diejenigen, die Hass in sich herumtragen und jede Gelegenheit nützen, ihrem Hass Luft zu verschaffen, sei es in Verbindung mit dem Thema JUDEN oder mit diversen aggressiven terroristischen Handlung oder ..usw…usw

  2. Hans-Joachim Steckler sagt:

    ´´Aus israelischer Sicht ist dieses Verhalten Deutschlands unverständlich. Während eine Jüdin mit Auszeichnungen überhäuft wird, wird ein anderer verurteilt. Was ist Ben-Gvirs Vergehen? E……. ´´
    Ich bin Deutscher, aber meine Meinung stimmt mit dem spät-pubertären Kommentar aus diesem sogenannten Informations ´ – Blatt nicht überein.
    Dieser Kommentar entzieht sich jedem Anspruch guter Recherchenarbeit eines guten Journalismus ´. Hierzulande ist Fremdschämen leider eine dauerhafte Erfahrung. Es gibt nur wenige Ausnahmen guter informeller ! Presse.
    Wie ich denken hoffentlich noch viele, die ihre Meinungsbildung nicht aus der woken Presse beziehen.

  3. Hans-Joachim Steckler sagt:

    Aus israelischer Sicht ist dieses Verhalten Deutschlands unverständlich. Während eine Jüdin mit Auszeichnungen überhäuft wird, wird ein anderer verurteilt. Was ist Ben-Gvirs Vergehen? E……. ´´
    Ich bin Deutscher, aber meine Meinung stimmt mit dem spät-pubertären Kommentar aus diesem sogenannten Informations ´ – Blatt nicht überein.
    Dieser Kommentar entzieht sich jedem Anspruch guter Recherchenarbeit eines guten Journalismus ´. Hierzulande ist Fremdschämen leider eine dauerhafte Erfahrung. Es gibt nur wenige Ausnahmen guter informeller ! Presse.
    Wie ich denken hoffentlich noch viele, die ihre Meinungsbildung nicht aus der woken Presse beziehen.

  4. Michael Haller sagt:

    Wie so oft gibt es keine eindeutige Antwort. Einerseits bekennt sich Deutschland eindeutig zu den Verbrechen der Nazizeit und der Shoa, andererseits wird eben der Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern nicht mit Antisemitismus zusammen gebracht. Es ist wie zu Zeiten der Bibel, wo Jesus der Elite deutlich machte: Propheten und Männer Gottes werden erst posthum geehrt. Zu Lebzeiten wurden sie verfolgt.

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