Die letzten antisemitischen Vorfälle in Berlin haben auch die israelischen Medien Der 70. Unabhängigkeitstag Israels war übersät mit unsinnigen Aktionen aus der politischen Linken. Ein Beispiel kam von der Zeitung Ha’Aretz, welche ausgerechnet an diesem vielversprechenden Tag beschloss, eine Liste der Lieder, welche sie am meisten verabscheut, zu veröffentlichen. Darunter die israelische Nationalhymne Hatikvah und Shuli Natans Jerusalem of Gold.
Ein weiteres Beispiel war der „alternative” Gedenktag. Während die meisten Israelis der gefallenen Soldaten und Opfer des Terrorismus gedachten, präsentierte die Linke eine gemeinsame Zeremonie trauernder Israelis und einer handvoll Palästinenser, deren Söhne bei terroristischen Handlungen gegen Israel getötet wurden. Dieses verdrehte Ritual, welches moralische Gleichheit zwischen gut und böse suggeriert, wurde von Vielen verurteilt. Aber das hinderte den gefeierten israelischen Autor David Grossman nicht, die „Ehre” anzunehmen, bei dieser Veranstaltung eine Rede zu halten.
Grossman, welcher seinen eigenen Sohn im Zweiten Libanonkrieg 2006 verlor, nutzte diese Gelegenheit nicht, um zu trösten, sondern im Gegenteil um Israel anzuklagen, rassistische Politik gegen die Palästinenser zu führen und „friedliche Demonstranten” zu töten, welche den Gazazaun zu durchbrechen versuchten.
Grossmans Teilnahme an dieser Darstellung hinderte ihn allerdings nicht daran, am nächsten Tag den Israel- Preis entgegenzunehmen. Einige bezeichneten dies als Gipfel der Scheinheiligkeit. Aber der Israel- Preis ist nun mal ein nationales Ereignis. Grossman verweigerte den Preis nicht, da er weiß, dass so etwas heißen würde, Israel zu boykottieren. Und Israel zu boykottieren heißt, des Landes Recht auf Existenz zu verleugnen.
So wenig Grossman Premierminister Netanyahu leiden kann und so sehr er die rechts orientierte Wählerschaft ablehnt; er ist nicht gewillt, sich von denen, mit denen er doch eigentlich nicht einverstanden ist, loszusagen. Seine öffentliche Bewunderung für einen weiteren Gewinner des Israel- Preises, Miriam Peretz, eine rechtsorientierte Pädagogin, war eine klare Demonstration Grossmans Verlangen, immer noch ein Teil des israelischen Volkes zu sein.
Hollywoodstar Natalie Portman, welche in Israel geboren wurde, sollte den Genesis- Preis erhalten, welcher oft als „israelischer Nobelpreis” bezeichnet wird. Er ehrt Einzelne, welche Spitzenleistungen und internationales Ansehen erlangt haben und welche andere durch ihren Einsatz und Hingabe in Bezug auf die jüdische Gemeinde und/oder den Staat Israel inspirieren. Obwohl es per se kein nationales Ereignis ist, bedeutet die Anwesenheit des Premierministers, dass Israel voll hinter dieser Auszeichnung steht. Diesen Preis abzulehnen kommt daher einer Ablehnung eines Nobelpreises aufgrund einer Meinungsverschiedenheit mit der Politik des aktuellen schwedischen Premierministers Stefan Löfven gleich.
Aber das ist genau das, was Natalie Portman gemacht hat. Sie weigerte sich, an der Genesis- Preisverleihung teilzunehmen, weil sie den aktuellen Premierminister Israels nicht mag. Die Website des Genesis- Preises sagte dazu: „Kürzliche Ereignisse in Israel waren sehr erschreckend für sie und sie fühlt sich nicht wohl damit, an öffentlichen Veranstaltungen in Israel teilzunehmen … sie kann nicht guten Gewissens mit der Verleihung fortfahren.“
„Kürzliche Ereignisse“ bedeuten vermutlich Israels Beschluss, niemandem zu erlauben, den Zaun von Gaza nach Israel zu durchbrechen. Die Tatsache, dass die 35 Bewohner Gazas, die bisher bei diesen Aufständen getötet wurden, versuchten nach „Palästina“, welches jetzt Israel ist, „zurückzukehren“, hatte keinen Einfluss auf Portmans Gewissen. Sie war nicht besorgt durch die geäußerten Absichten, Israel zu vernichten. Ihr Herz bemühte sich um ihre toten Feinde, genau wie Grossman die Tode seiner Feinde bedauerte.
Aber Natalie, deren Gewissen sie nicht davon abhielt, das 2016 Beijing International Film Festival zu unterstützen, entschied quasi, Israel zu boykottieren. Damit entschied sie, sich von dem großen Ganzen abzunabeln, was nicht einmal Grossman wagte. Zu ihrer Verteidigung kann man sagen, dass Portman bei vielen Anlässen zu Israel stand. Und das stimmt. Aber durch die Ablehnung des Genesis- Preises wegen moralischer Gründe hat sie inoffiziell erklärt, dass Israel in seiner jetzigen Form kein Recht hat, zu existieren.




