Schneider Aviel

Das Wahlchaos und das Körnchen Wahrheit im Humor

Leider steckt immer ein Splitter Wahrheit im Humor.

Netanjahu und seine Frau nach den Wahlen Foto: Olivier Fitoussi/Flash90

 

Egal wie oft Israel ein um das andere Mal wählen geht, eines steht doch fest: Die häufigen Wahlen der letzten zwei Jahre werden die Menschen als Volk einander nicht näher bringen. Im Gegenteil, jede Wahl zeigt mehr und mehr, wie tief die israelische Gesellschaft gespalten ist. Jetzt wird bereits von fünften Wahlen geredet. Es stimmt, Israels regierender Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat wiederholt die meisten Stimmen im Volk bekommen, etwa 30 Mandate im israelischen Parlament. Aber die Wähler der übrigen 90 Knessetsitze, die sich auf zwölf verschiedene Parteien aufteilen, haben keinen Zettel für Netanjahu in die Urne gesteckt. Auch wenn der rechte Block um Netanjahu massiver als der linke ist, so ist selbst dieser tief gespalten, nämlich zwischen extrem rechtem Kahanismus bis rechts liberal. Mit solcher Auswahl eine enge Regierungskoalition zu gründen, ist riskant.

Jede Wahl zeigt mehr und mehr, wie tief die israelische Gesellschaft gespalten ist. Protest gegen Bibi.

Als Schauli, Sauli in Deutsch, in Israels beliebter Satire Sendung Eretz Nehederet „Wundervolles Israel“ am Wahlabend infolge der ersten Ergebnisse gefragt wurde, was seine Lösung für Israel sei, sagte er: „Wir brauchen dringend einen Bürgerkrieg im Land. Ich sage das mit Schmerzen, aber ja. Es herrscht einfach keine Chemie im Volk. Die Menschen im Volk kleben nicht zusammen. Wir sind einfach zu verschieden, seht, wir haben die Jemeniten, Polen, Russen, Bulgaren, Syrer, alles Mögliche. Wir sind ein Salat. Das schmeckt nicht. Seht die Schweden, dort gibt es nur eine Sorte. Ein dicker Schwede, großer Schwede, starker Schwede, schielender Schwede. Aber alle sind Schweden. Es gibt keine rumänischen Schweden, keine marokkanischen Schweden, keine orthodoxen Schweden. Jedes Land, das sich respektiert, machte zuerst einen Bürgerkrieg durch. Seht die Amerikaner, die haben es bis zum Mond geschafft. Und Schwarze sind keine Sklaven mehr, sondern Rapper. Selbst die Syrer um uns haben einen Bürgerkrieg und werden bald daraus profitieren. Wir wollen auch einen Bürgerkrieg, denn nur dieser kann uns vereinen.“ So schmerzend und sarkastisch sich Schaulis Lösung auch anhört, er gibt die Befürchtung vieler im Volk etwas überspitzt wieder. Leider steckt immer ein Splitter Wahrheit im Humor.

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