Das Urteil über die Nationen

‘Sie zerstreuten mein Volk und teilten mein Land’.

Das Urteil über die Nationen
Charles Gardner

Viel wurde schon kommentiert was die beispiellosen Spaltungen in unserer Gesellschaft angeht, die wir in letzter Zeit erleben – insbesondere in Amerika bei den jüngsten Wahlen und in Großbritannien in Bezug auf Brexit und Covid.

Was steckt also hinter all dem? Nun, die Bibel enthält die Antwort, die der Prophet Joel in den Versen unmittelbar nach der bekannten Passage über die Ausgießung des Heiligen Geistes ausspricht (Joel 2,28-32 – ursprünglich erfüllt am Pfingsttag, aber ich glaube, das gilt auch für die unruhigen letzten Tage, in denen wir leben).

Joel schreibt: “Denn siehe, in jenen Tagen und zu jener Zeit, wenn ich das Geschick Judas und Jerusalems wende, da werde ich alle Heidenvölker versammeln und sie ins Tal Josaphat hinabführen; und ich werde dort mit ihnen ins Gericht gehen wegen meines Volkes und meines Erbteils Israel, weil sie es unter die Heidenvölker zerstreut und mein Land verteilt haben“. (Joel 4)

Das bedeutet im Grunde genommen, dass die Nationen, die für die Förderung der sogenannten “Zwei-Staaten-Lösung” im Nahost-Konflikt verantwortlich sind, sich auf Kollisionskurs mit Gott befinden, der klar und wiederholt erklärt hat, dass das Land Israel ihm gehört – und er hat es ihnen gegeben, weil sie sein besonderes Erbe sind.

Die Frage, wem dieses begehrte Gebiet gehört, ist daher ein Lackmustest dafür, ob Nationen für oder gegen Gott und seine Absichten sind. Es gibt natürlich noch andere Faktoren, die zu Spaltungen führen, aber dieser ist entscheidend.

Nach Jahren der Pattsituation in dieser Frage hat der scheidende Präsident Trump, trotz all seiner offensichtlichen Mängel, die Dinge dramatisch zu Israels Gunsten verändert und die biblische Position gegen eine turbulente antisemitische Welle unterstützt. Aber sein Handeln ist auf eine gigantische Gegenreaktion gestoßen, denn die Horden der Hölle haben sich im Zorn gegen Gottes Pläne erhoben und sich effektiv mit denen verbündet, die Israel seines rechtmäßigen Landes berauben wollen. Ich glaube, dass dies, zusammen mit der Frage der Abtreibungsgesetze, die Herr Trump versprochen hatte, rückgängig zu machen, die tiefen Spaltungen in der amerikanischen Gesellschaft aufgedeckt hat, wobei viele ihre Fäuste vor dem Gott des Himmels, der die letztendliche Kontrolle hat, schütteln.

Aber was ist mit Großbritannien? Seit die Experten durch das überraschende Ergebnis des Referendums von 2016 mundtot gemacht geworden sind, ist Großbritannien durch den Brexit gefährlich gespalten worden, wobei Teile der Medien und sogar ehemalige Premierminister der Demokratie trotzen, indem sie behaupten, es sei alles ein schrecklicher Fehler gewesen.

Selbst eine überwältigende Mehrheit für Boris Johnson vermochte den Sturm nicht zu beruhigen, und jetzt, inmitten eines möglichen finanziellen Zusammenbruchs aufgrund der Covid-Krise, sind ungebührliche Zankereien unter den Mitarbeitern der Regierung ausgebrochen.

Was Israel anbelangt, so wurde Großbritannien das unschätzbare Privileg zuteil, den Weg für die jüdische Wiederherstellung in seiner alten Heimat zu ebnen. Nachdem wir versprochen hatten, alles in unserer Macht Stehende zu tun, um dieses Ziel zu erreichen, wurde uns nach der Unterzeichnung des Vertrags von San Remo 1920 das internationale Mandat zur Durchführung dieses Vorhabens erteilt. Doch später verrieten wir das jüdische Volk, indem wir stattdessen arabischen Bestrebungen den Vorzug gaben und verhinderten, dass Juden, die vor dem nationalsozialistischen Holocaust flohen, in das von Gott lange verheißene Land kamen, das wir für die israelische Souveränität vorbereiten sollten.

Seitdem haben wir auf tragische Weise eine antisemitische Politik verfolgt, in deren Mittelpunkt die Teilung des Landes steht. Denn bei der “Zwei-Staaten-Lösung” geht es darum, das, was die Juden als das Kernland Israels betrachten – das gebirgige Land Judäa und Samarien – den Palästinensern zu übergeben, das niemals Teil von San Remo oder eines der damals getroffenen internationalen Abkommen war.

Mehr noch, es läuft darauf hinaus, das Land zu teilen. Doch dann prophezeite Hesekiel, dass dies geschehen würde. Die Feinde Israels würden sagen: “Aha! Die alten Höhen sind in unseren Besitz übergegangen”. (Hes 36:2) Aber das würde die Juden nicht davon abhalten, in ihr “eigenes Land” zurückzukehren (Hes 36:24) und die alten Ruinen wieder aufzubauen.

Auch jetzt noch stimmt Großbritannien bei den Vereinten Nationen weiterhin für anti-israelische Resolutionen, darunter eine, die sich auf den Tempelberg mit seinem muslimischen Namen bezog.

Der Untergang der Patria im Hafen von Haifa im Jahr 1940.

Am 25. November jährt sich zum 80. Mal der Untergang der Patria im Hafen von Haifa. 200 jüdische Flüchtlinge und 50 britische Soldaten und Besatzungsmitglieder kamen ums Leben. Diese Katastrophe war Teil einer Litanei der tragischen Auswirkungen der damaligen britischen Politik, die die Einwanderung derjenigen stark einschränkte, die verzweifelt versuchten, dem nationalsozialistischen Europa zu entkommen – in genau das Land, das angeblich für sie vorbereitet wurde!

Als also im November 1940 drei Schiffe in Haifa ankamen, wurden diese zur Insel Mauritius im Indischen Ozean umgeleitet, wo die Flüchtlinge unter entsetzlichen Bedingungen festgehalten wurden. Die Männer wurden in ein altes Gefängnis gepfercht, getrennt von den Frauen und Kindern, die in Wellblechschuppen untergebracht waren. Tragischerweise versuchte der jüdische Untergrund in Haifa, eines der drei Schiffe, die Patria, vor Auslaufen außer Gefecht zu setzen. Die Bombe, die man dazu platziert hatte, sprengte ein großes Loch in die Bordwand des Schiffes, es sank binnen 16 Minuten.

Das Namensschild der Patria, das im Marinemuseum in Haifa aufbewahrt wird.

Es ist sicherlich höchste Zeit, dass sich die britische Regierung formell entschuldigt, nicht nur für diesen schändlichen Vorfall, sondern auch für ihren fortwährenden Verrat an dem heiligen Vertrauen, das ihr als Segen für den Samen Abrahams, Gottes auserwähltem Volk, zuteil wurde (Gen 12,3).

Ein Zoom-Webinar zu diesem Anlass findet am 29. November um 14.30 Uhr britischer Zeit (16.30 Uhr in Israel) statt. Klicken Sie hier, wenn Sie sich für die Teilnahme registrieren möchten.

 


Charles Gardner ist Autor folgender Bücher: „Israel the Chosen“, erhältlich bei Amazon; „Peace in Jerusalem“, erhältlich bei olivepresspublisher.com  und „A Nation Reborn“, erhältlich bei Christian Publications International.

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