Das Comeback jiddischer Gedichte

Den Anfang des 20. Jahrhunderts kann man trotz aller Widrigkeiten als Blütezeit der jiddischen Kultur bezeichnen, da sich Juden in fast ganz Europa aus ihren Ghettos und Stetln emanzipierten und sich frei entfalten konnten.

von Israel Heute Redaktion |

Der zweite Weltkrieg machte dem ein jähes Ende. Viele Meisterwerke jiddischer Kultur gingen für immer verloren.

Die Bildungsorganisation Czulent, 2004 von jungen Juden in Krakau gegründet, versucht, die Zeit zurückzudrehen und jiddische Werke wieder zum Leben zu erwecken. Seit etwa drei Jahren werden neu-illustrierte jiddische Kinderbücher kostenlos an tausende jüdische Familien in Polen verteilt. Anna Makowka-Kwapisiewicz, Mitbegründerin von Czulent, kam auf diese Idee, als sie selbst nach solchen Büchern für ihre Kinder suchte und keine fand. Czulent gewann sogar bei der prestigeträchtigen Kinderbuchausstellung in Bologna einen Preis für sein Buch „Majn Alef Bejs“.

Der neueste Titel ist „Jiddisch Zoo“, er erscheint auch in englischer Sprache. Darin wird von einer weisen Eule erzählt und von einem Bären, der Klezmer spielt und von einem gefährlichen Tiger. Alle sprechen Jiddisch. Rivka Kaminsky Danzig ist Enkelin des Autors. Sie konnte sich der Tränen nicht erwehren, als sie von dem Buch hörte: „Großvater war Anfang des 20. Jahrhunderts in die USA ausgewandert. Er wollte unbedingt die Sprache der europäischen Juden lebendig erhalten. Dass sein „Jiddisch Zoo“ wieder in Europa herausgegeben wird und dazu noch für genau den Zweck, für den es geschrieben wurde, ist für mich ein Wunder.“

 

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