Chanukka und der Krapfen mit Marmeladenfüllung

Wir sollten immer Schritt für Schritt gehen und einen Biss nach dem anderen nehmen, damit wir es später nicht bereuen.

Foto: Nati Shohat/Flash90

Als einmal darüber diskutiert wurde, wie genau nun das Chanukka-Fest gefeiert werden sollte, fragten die Rabbiner, wie sie die Kerzen anzünden sollten. „Sollen wir alle acht Kerzen in der ersten Nacht des Festes anzünden oder sollen wir mit einer in der ersten Nacht beginnen, dann zwei in der zweiten Nacht und so weiter, bis in der letzten Nacht acht brennen?“

Die Diskussionen zogen sich über viele Wochen hin und man konnte sich nicht einigen. Bis einer ihrer Schüler eine Frage aufwarf, die den Rabbinern half, das Problem in einem besseren Licht zu sehen. „Als die Makkabäer den kleinen Tontopf mit Öl entdeckten“, fragte der Schüler, „gossen sie das ganze Öl auf einmal in die siebenarmige Menora im Tempel, sodass sie acht Tage lang brannte? Oder haben sie jeden Tag ein wenig Öl hineingeschüttet, bis die vollen acht Tage um waren?“

Die Frage des Schülers verwirrte die Rabbiner und löste noch mehr Diskussionen aus, bis sie eines Tages feststellten, dass diese beiden Fragen in Wirklichkeit ein und dieselbe sind. „Ist es besser, gleich zu Beginn das ganze Licht und das ganze Öl hineinzugeben, oder sollten wir einen Schritt nach dem anderen tun, bis wir das Ziel erreichen?“

Sie dachten darüber nach, wie Gott in nur sieben Tagen eine ganze Welt erschaffen hatte. Aber was ist mit uns Sterblichen? Müssen wir nicht fast immer schrittweise aufbauen, Stück für Stück? Natürlich wussten sie, dass dies auf unseren Verstand, unseren Glauben und sogar auf unsere körperliche Kraft zutrifft. Es scheint, dass sich hier alles schrittweise entwickelt. Ohne geduldige Ausdauer können wir unsere Ziele nicht erreichen, und wenn man darüber nachdenkt, scheint sogar Gott Geduld zu brauchen, wenn er darauf wartet, dass wir uns auf seine Seite schlagen.

In der Tat geht es im Leben auf der Erde um Wachstum, langsam aber stetig. So wie Josef, der anfangs arrogant und unreif gegenüber seinen Brüdern war und daher „V’hu na’ar“ oder „er ist nur ein Kind“ genannt wird, ein unfertiges Wesen. Erst nach vielen Prüfungen nimmt Josef die Verantwortung der Führung an, um seine Bestimmung zu erfüllen, für den Unterhalt seiner Familie zu sorgen. Er musste die Weisheit der Selbstbeherrschung lernen, bevor er den Titel „Tzadik“, ein rechtschaffener Mann, tragen konnte und nicht mehr nur ein Kind war.

Es waren die Griechen, die versuchten, die Juden daran zu hindern, in ihrem Wissen und ihrem Dienst für Gott zu wachsen. Sie betrachteten ihren physischen Körper und seine Schönheit als verehrungswürdig. Helena, die griechische Göttin der Schönheit, war ihre Hauptgottheit, und ihre Olympischen Spiele wurden nackt ausgetragen. Wenn in der griechischen Kultur ein Kind missgebildet geboren wurde, ließ man es sterben, während diejenigen mit natürlicher Attraktivität bewundert wurden.

Im Gegensatz dazu ist in der biblischen Denkweise die Entwicklung einer Seele wichtig, und das geschieht nur von einem Tag auf den anderen. Die Absichten unseres Herzens, unsere Nachdenklichkeit und die moralischen Instinkte, die uns dazu bringen, die Männer und Frauen zu werden, zu denen wir geschaffen wurden, wachsen Schritt für Schritt, wie Jakobs letztere, die Himmel und Erde verbinden. Wir müssen etwas Licht haben, um das größere Licht zu sehen, etwas Öl, um ein alles verzehrendes Feuer zu entzünden.

Das Leben, so waren sich die Rabbiner schließlich einig, ist wie eine Sufgania, dieser zuckrige Krapfen, auch Berliner Pfannkuchen genannt, der meist mit Marmelade gefüllt wird und den wir zu Chanukka essen. Er mag verlockend sein, aber versuchen Sie nicht, das ganze Ding mit einem Bissen zu verschlingen. Sie werden es bereuen.

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