Antisemitismus macht Spaß

von Michael Selutin

Auf Facebook gedeiht der Antisemitismus, aber dieses Mal hat es den richtigen erwischt.

Foto: Sophie Gordon/Flash90

Gute Morgen liebe Leser!

Als ich 2007 nach Israel kam, wusste ich sehr wenig über das Land, den Konflikt, das Judentum und die Geschichte. Ich dachte damals, dass ich viel wusste, aber die Realität holte mich schnell ein. Wie es so ist, wenn man nicht viel weiß, war ich auch eher links eingestellt und hielt die jüdischen Siedler für gemeine Kriegsverbrecher, während die Araber nur ihrem berechtigten Zorn und Frust freien Lauf lassen. Je mehr ich mich jedoch mit dem Thema beschäftigte, desto mehr änderte sich dieses Bild.

Ich muss zugeben, dass ich vielleicht sogar etwas zu sehr in die entgegengesetzte Richtung schwankte, ich hatte schon fast Paranoia, denn es schien mir als sei die ganze Welt gegen uns arme Juden. Einmal jedoch, kurz nachdem ich angefangen hatte bei Israel Heute zu arbeiten, kam eine Gruppe deutscher Touristen in die Redaktion und als die Gäste meine Kippa sahen, segneten sie mich und wünschten mir alles Gute. Ich war sehr erstaunt und gerührt, denn ich beschäftigte mich während der Arbeit den ganzen Tag lang mit Leuten, die mich hassten, weil ich Jude bin. Aber hier waren Leute, die mich liebten, weil ich Jude bin. Eine ganz neue Erfahrung.

Vielen Juden in der Diaspora geht es so wie mir, bevor ich nach Israel kam. Sie denken; sie wissen viel und sind Israel gegenüber eher kritisch eingestellt. Ein solcher Diaspora-Jude ist Mark Zuckerberg, der Gründer und Chef von Facebook. Auf seiner Plattform gedeiht der Antisemitismus und niemand muss sich und seine durchgeknallten Ansichten dort verstecken.

Nun hat Zuckerberg jedoch selbst etwas Jüdisches auf Facebook gestellt und prompt wird sogar der Chef von Facebook auf seiner eigenen Plattform mit antisemitischem Dreck beworfen. Zuckerberg hatte ein Foto seines Hundes mit Kippa und jüdischem Gebetsschal auf Facebook gepostet und die Kommentare zu diesem Bild sind eine Sammlung des übelsten Antisemitismus.

Es freut mich sogar, dass Zuckerberg persönlich angegriffen wird, denn vielleicht versteht er nun, zu was für einer schrecklichen Plattform er sein Unternehmen gemacht hat. Vielleicht wird er wie Theodor Herzl vom Antisemitismus inspiriert und beginnt etwas Positives für das jüdische Volk zu tun, angefangen mit der Sperrung antisemitischer Seiten und Posts, aber ich bin da nicht so optimistisch.

Wenn man sich die Kommentare der Antisemiten anschaut, die fast alle moslemische Namen haben, scheint es, als würde es ihnen viel Spaß machen, den armen Zuckerberg zu beschimpfen und man kann sich förmlich vorstellen wie diese Halbstarken am Computer sitzen und voller Freude gemeine Bilder und Kommentare posten. Es ist wirklich traurig, dass es mit Facebook eine Plattform für solche Leute gibt, aber glücklicherweise gibt es die Israel Heute – Leser, die mir immer wieder zeigen, dass nicht die gesamte Welt gegen uns steht.

 Und nun das Wetter.

 

Das Wetter für heute in Israel

Teilweise bedeckt bis heiter und noch etwas wärmer. an der Küste wird es schwül. Für heute werden folgende Höchsttemperaturen erwartet: Jerusalem 33 Grad, Tel Aviv 31 Grad, Haifa 29 Grad, Tiberias am See Genezareth 39 Grad, am Toten Meer 40  Grad, Beersheva 37 Grad, Eilat am Roten Meer 42 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist unverändert und liegt bei – 209,695 m unter dem Meeresspiegel. Es fehlen 89,5 Zentimeter bis zur oberen Grenze.

Im Namen der gesamten Redaktion von Israel Heute wünsche ich Ihnen ein angenehmes Wochenende und einen gesegneten Schabbat. Machen Sie es gut.

 

Schabbat Schalom aus Bet Schemesch!