Guten Morgen Israel – Zurück zum Turban

von Michael Selutin

Was ist typisch jüdische Kleidung?

Jerusalem Foto: Olivier Fitoussi/Flash90

Boker Tov liebe Leser!

Michael und Kinder

Man konnte Juden im Laufe der Geschichte oft an ihrer Kleidung erkennen. Meist waren sie gezwungen, bestimmte Kleidung zu tragen, die sie als Juden erkenntlich machte. Oft ist es aber auch eigener Wunsch, sich auf bestimmte Weise zu kleiden. Die jüdische Tradition lehrt, dass es den Israeliten in Ägypten von Gott hoch angerechnet wurde, dass sie sich anders als ihr Gastgebervolk kleideten und es gibt auch heute noch strenge Kleidungsvorschriften, besonders für Frauen. Für sie ist es besonders wichtig, sich Zanua zu kleiden, also ihre Reize nicht zur Schau zu stellen. Das gleiche gilt für Männer, aber wer findet schon einen spärlich bekleideten Mann sexy, hier liegt die Betonung eher auf respektablem Aussehen. Zanua kann als bescheiden oder züchtig übersetzt werden, aber mehr als eine Kleidungsvorschrift ist es eine Einstellung, die man haben sollte. Man soll sich als spirituelles Wesen sehen und seine Körperlichkeit in den Hintergrund stellen, so wie das Judentum in allen Bereichen des Lebens die Seele zu stärken versucht und den von Natur aus dominanten Körper zurückdrängt.

Aber zurück zur Kleidung. Heute erkennt man orthodoxe Juden nicht nur an ihrer Kippa, sondern auch an ihrer zumeist schwarz-weißen Kleidung. Manche tragen Pelzhüte, manche lange Mäntel, manche elegante Anzüge, aber man erkennt so gut wie immer, dass es sich um orthodoxe Juden handelt und nicht um Anwälte. Als ich 2007 nach Israel kam, war ich wie viele Touristen geschockt von den Männern mit langen Bärten in ihren dicken Mäntel, die im Hochsommer durch Jerusalem liefen. Wie es dazu kam, dass die heutigen orthodoxen Juden in Israel so herumlaufen wie Europäer vor 200 Jahren, ist eine lange Geschichte, aber es erreicht seinen Zweck, sie sind als Juden erkenntlich.

Dass diese Kleidung nicht in unser orientalisches Klima passt, ist ein Problem, das der Nase im Sommer im überfüllten Bus sehr zu schaffen machen kann. Beduinen kleiden sich übrigens auch etwas dicker und tragen keine Shorts und Flip-Flops. Ihre traditionelle Kleidung erinnert sogar an die der biblischen Israeliten, wenn man die Kleidung des Hohepriesters, die in unserem Wochenabschnitt Tezaweh beschrieben wird, als Maß nimmt.

Hohepriester (Creative Commons)

Hier wird sehr detailliert beschrieben, was Aaron in der Stiftshütte zu tragen hat. Der arme Mann ist sicherlich ziemlich ins Schwitzen gekommen bei all den Schichten, die er anziehen musste. Ich habe bereits beim Lesen des Abschnitts Schweißausbrüche bekommen, und dabei ist es gerade Winter. Aaron musste diese Kleider zu jeder Jahreszeit und ohne Klimaanlage tragen.</span>

Eine Sache gefällt mir jedoch, und zwar der Turban. In der deutschen Übersetzung wird es Kopfbund genannt, aber auf den meisten Bildern wird es als eine Art Turban dargestellt und ich weiß aus Erfahrung, dass das eine sehr bequeme Kopfbedeckung ist. Bevor ich damals nach Israel kam, war ich in Petra, Jordanien. Als ich diese Stätte besuchte, hatte ich meine Kopfbedeckung vergessen und je näher die Mittagszeit kam, desto heißer brannte die Sonne auf meiner Glatze. Glücklicherweise verkaufte dort ein Beduine Tücher, die man sich auf den Kopf binden kann. Ich kaufte solch ein Tuch und der Beduine band es mir zusammen. Ich erinnere mich noch gut, wie erleichtert ich danach war.

Der Turban war leicht, aber hielt die Sonne sehr gut ab, mein Schweiß lief mir nicht mehr an den Schläfen herunter, sondern wurde vom Tuch aufgesaugt, es war wie eine Klimaanlage auf dem Kopf. Ich war begeistert!

Heute leben wir wieder in unserem Land und müssen uns nicht mehr wie ausgestorbene Europäer kleiden. Es wäre doch eine super Sache, wenn wir wieder zur Kleidung unserer Vorväter zurückkehren und Turbane tragen würden!

 

Das Wetter für heute in Israel

Teilweise bewölkt mit einem leichten Anstieg der Temperaturen. Für heute werden folgende Höchsttemperaturen erwartet: Jerusalem 17 Grad, Tel Aviv 20 Grad, Haifa 18 Grad, Tiberias am See Genezareth 22 Grad, am Toten Meer 24 Grad, Beersheva 22 Grad, Eilat am Roten Meer 26 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist unverändert und liegt jetzt bei – 209,325  m unter dem Meeresspiegel. Es fehlen noch 52,5 Zentimeter bis zur oberen Grenze!

Im Namen der gesamten Redaktion von Israel Heute wünsche ich Ihnen ein angenehmes Wochenende, Purim Sameach und einen gesegneten Schabbat.

 

Schabbat Schalom aus Bet Schemesch!

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