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Akademischer Boykott in Europa nimmt zu

Rund 1.000 gemeldete Fälle und eine wachsende strategische Gefahr für Israels Hochschulen.

Studenten demonstrieren mit palästinensischen Fahnen auf dem Campus der Universität La Sapienza in Rom – ein Beispiel für die wachsenden Proteste an europäischen Hochschulen im Zuge des akademischen Boykotts gegen Israel. Foto: EPA/Angelo Carconi

Der Ausschuss der Vorsitzenden der Forschungsuniversitäten (VERH) veröffentlicht heute den BerichtDer Kampf gegen den akademischen Boykott“ für Sommer–Herbst 2025, der sich auf den Umgang mit der anhaltenden Verschärfung der Fälle akademischer Boykotte in europäischen Ländern konzentriert.

Die gesammelten Daten weisen auf einen deutlichen Anstieg der Meldungen über Fälle akademischer Boykotte seit dem Ausbruch des Krieges „Eiserne Schwerter“ hin. Der Boykott in Europa bleibt ein problematischer und signifikanter Faktor, und die Zahl der bislang gemeldeten Boykottfälle nähert sich inzwischen rund 1.000, wobei ein Viertel davon Fälle aus den letzten drei Monaten sind – die meisten davon aus Europa.

Der Bericht stellt fest, dass im Gegensatz zu den Prognosen die Einstellung der Kämpfe und die diplomatischen Bemühungen nicht zu einer Eindämmung oder zu einem Rückgang der Intensität des Boykotts geführt haben, möglicherweise sogar im Gegenteil. Mehr noch: Es scheint, dass sich das negative Image Israels in Europa verfestigt hat und dass politische Maßnahmen allein nicht ausreichen, um das bestehende Bewusstsein zu verändern.

In Italien etwa wurde ein scharfer und signifikanter Anstieg der Meldungen über Boykotte verzeichnet, die unter anderem vom innenpolitischen Diskurs rund um den Krieg in Gaza und von landesweiten Protesten beeinflusst sind.

Der Bericht hebt hervor, dass sich der akademische Boykott in bedenklicher Weise über die Ausgrenzung einzelner Forscher hinaus (57 % der aktuell gemeldeten Fälle) auf institutioneller Ebene und auf breit angelegte internationale Programme ausgeweitet hat. Eine beunruhigende Tendenz ist der Anstieg der Zahl europäischer Universitäten, die einen vollständigen akademischen Boykott gegen israelische Einrichtungen verhängen.

Zusätzlich werden israelische Forschende ausdrücklich oder verdeckt von europäischen Forschungsprogrammen ausgeschlossen, insbesondere vom Programm Horizon Europe. Bis heute werden etwa 20 israelische Partnerschaften, die im Rahmen dieses Programms finanziert werden, boykottiert — hauptsächlich in Spanien, Belgien und Italien. Diese erhebliche Ausweitung, die auch Boykotte seitens professioneller akademischer Fachgesellschaften in verschiedenen Wissensbereichen (wie Archäologie, Medizin und Kommunikation) einschließt, droht die israelische Wissenschaft gefährlich zu isolieren und stellt eine reale strategische Bedrohung für ihre internationale Stellung dar.

Nach Einschätzung des Teams zur Bekämpfung des Boykotts wird das Boykottphänomen die israelische Wissenschaft noch lange begleiten, und es ist mit zunehmendem Druck zu rechnen, die Kritik an Israel sogar nach Ende der Kämpfe weiter zu verschärfen.

Die Empfehlung des Teams besteht darin, eine langfristige Strategie zu entwickeln, die auf die Stärkung bestehender akademischer Verbindungen und auf eine kontinuierliche Investition in Aufklärungsarbeit setzt.

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Patrick Callahan

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3 Kommentare zu “Akademischer Boykott in Europa nimmt zu”

  1. dau.hedi sagt:

    Vor kurzer Zeit wurde Frau Merkel für ihre „beispiellosen Verdienste für Israel“ vom Weizmann-Institut ausgezeichnet, darunter ihre „Solidarität mit dem Land“.

    Jetzt sollte Frau Merkel diese erste Bewährungsprobe nach der Verleihung ergreifen und in Deutschland öffentlich und auf diplomatischem Weg gegen diesen schändlichen akademischen Boykott aufrufen. (An ihren Taten sollt ihr sie erkennen!)

  2. Roland Kunz sagt:

    An dau.hedi: Sehr richtig erkannt Frau Dau. Aber Frau Merkel wird das nicht tun, weil auch ihre Solidarität mit Israel nie das hergegeben hat, wofür sie vom Weizmann-Institut ausgezeichnet wurde, sondern sich praktisch auf den Satz beschränkt hat „die Sicherheit Israels ist deutsche Staatsräson“. Wenn es aber um UN-Resolutionen gegen Israel ging, hat Merkel Israel keinen diplomatischen Schutz gewährt.

  3. Roland Kunz sagt:

    In der vielzitierten Stelle von 1. Mose 12, 3 verspricht Gott Abram: „ich werde die segnen, die dich segnen und die verfluchen, die dich verfluchen“. Gerade beim akademischen Boykott gegen Israel ist die Erfüllung dieses Versprechens besonders augenfällig; wer sich der Zusammenarbeit mit der israelischen Akademie mutwillig entzieht, ist schon verflucht, weil er die Segnung durch dieses wissenschaftlich so erfolgreiche Volk und Land ausschlägt.

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