Wenn am heutigen Sonntag in Israel das neue Schuljahr beginnt, wissen 20 Prozent der Familien, die aus den Konfliktgebieten in den Grenzgebieten zum Libanon und zum Gazastreifen evakuiert wurden, nicht, welche Schule ihre Kinder besuchen werden, und 60 Prozent fehlt es an den wichtigsten Schulsachen.
Dies geht aus einer Umfrage hervor, die in diesem Monat vom International Fellowship of Christians and Jews ( IFCJ, Internationaler Bund der Christen und Juden) in Auftrag gegeben wurde.
Der anhaltende Krieg und die steigenden Lebenshaltungskosten haben diese Probleme verschärft, vor allem in der Nähe der libanesischen Grenze. Nicht weniger als 62,5 Prozent der Kinder in diesen Gebieten haben Angst, zur Schule zurückzukehren, und 82,5 Prozent der Eltern berichten von größeren Sorgen und Schwierigkeiten als in den vergangenen Jahren. 65 % der Kinder äußern ein höheres Maß an Angst und Furcht.
Finanzielle Sorgen sind weit verbreitet und mehr als die Hälfte der Befragten im ganzen Land geben an, dass die hohen Lebenshaltungskosten sie daran hindern, ihren Kindern eine qualitativ hochwertige Bildung zu ermöglichen. 18 Prozent der Eltern geben an, dass sie sich nicht alle notwendigen Schulmaterialien für jedes Kind leisten können.
Besondere Engpässe gibt es laut Umfrage in den nördlichen Konfliktgebieten: 42,5 Prozent der Kinder haben keinen eigenen Lernraum, 37,5 Prozent keine ruhige Umgebung, 27,5 Prozent keinen Computer und 25 Prozent keinen eigenen Schreibtisch. Darüber hinaus fehlt es 20 % an Heften und Schreibutensilien und 15 % an Büchern und einem Internetanschluss.
Aufgrund finanzieller Engpässe sind 81,7 % der Eltern in Konfliktgebieten und 75 % landesweit gezwungen, beim Kauf von Kleidung für ihre Kinder zu sparen.
35 % der evakuierten Eltern gaben an, dass ihre Kinder in den Einrichtungen ihrer Evakuierungsstadt eingeschult werden, 32,5 % in speziellen Einrichtungen für Evakuierte und 10 % in ihren regulären Einrichtungen. 20 % wissen noch nicht, in welchem Schulsystem ihre Kinder das Schuljahr beginnen werden. Insgesamt 2,5% der Befragten erwarten, dass ihre Kinder das Schuljahr überhaupt nicht beginnen werden.
Als Reaktion auf diese Herausforderungen hat sich die International Fellowship of Christians and Jews mit Kravitz, Israels größter Einzelhandelskette für Bürobedarf, zusammengeschlossen, um mehr als 1 Million US-Dollar (etwa 905.000 Euro) an Hilfsgütern für bedürftige Kinder und Familien bereitzustellen.
Im Rahmen der Initiative werden 12.000 „Kravitz-Geschenkkarten“ im Wert von jeweils 300 Schekel (ca. 75 Euro) an 1.000 Schülern, die aus den Schulbezirken Kiryat Shmona und Shlomi evakuiert wurden, sowie an mehr als 2.000 Schülern in den Grenzgemeinden des Gazastreifens und an andere Schüler im ganzen Land verteilt.
Yael Eckstein, Präsidentin von IFCJ, sagte: „Das Schuljahr 2024-25 markiert einen Neuanfang für viele Kinder, besonders für diejenigen, die in die erste Klasse kommen. Angesichts der Herausforderungen, die der anhaltende Krieg und die steigenden Lebenshaltungskosten mit sich bringen, fällt es den Eltern schwer, die praktischen und emotionalen Auswirkungen auf ihre Familien zu bewältigen. Gerade in diesen Zeiten ist es unsere Pflicht, uns um diejenigen zu kümmern, die Hilfe benötigen – ob jung oder alt und alle dazwischen – von der Grundversorgung bis hin zu Luftschutzräumen und Rucksäcken“.
Eckstein fügte hinzu: “Wir sind den Hunderttausenden von IFCJ-Unterstützern auf der ganzen Welt sehr dankbar, die sich dafür einsetzen, dass diese Kinder trotz der anhaltenden Widrigkeiten und Unsicherheiten mit etwas Optimismus und Freude in das neue Schuljahr starten können“.
Die Umfrage, die von der Geocartography Group durchgeführt wurde, basiert auf den Antworten von rund 800 Befragten im Alter von 18 Jahren und älter, darunter Eltern schulpflichtiger Kinder aus jüdischen und arabischen Gemeinden, die einen Querschnitt der Bevölkerung darstellen.
In einer zusätzlichen Stichprobe wurden 100 Befragte aus Gemeinden im nördlichen Konfliktgebiet, darunter auch einige evakuierte Gemeinden, befragt.




