Keine Stelle in der Bibel beschreibt die Sehnsucht der Kinder Israels nach Jerusalem greifbarer und herzzerreißender, als die Verse in Psalm 137: „An den Strömen Babels saßen wir und weinten, wenn wir Zions gedachten. An den Weiden, die dort sind, hängten wir unsre Harfen auf. Denn die uns daselbst gefangen hielten, forderten Lieder von uns, und unsre Peiniger, dass wir fröhlich seien: Singet uns eines von den Liedern Zions! Wie sollten wir des HERRN Lied singen auf fremdem Boden? Vergesse ich deiner, Jerusalem, so verdorre meine Rechte! Meine Zunge müsse an meinem Gaumen kleben, wenn ich deiner nicht gedenke, wenn ich Jerusalem nicht über meine höchste Freude setze!“ Was für eine Sehnsucht, was für ein Traum.
An den Strömen Babylons träumten die dorthin verschleppten Juden, eines Tages wieder heimkehren zu dürfen. Dieser Traum diente im Laufe der Zeit immer wieder zahlreichen Komponisten als Textvorlage für ihre Kompositionen, im Mittelalter (di Lasso, Dachstein, Reincken, Bach) bis zur zeitgenössischen Musik. Berühmt ist der Sklavenchor der Oper Nabucco von Guiseppe Verdi oder der weltbekannte Hit...
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