In meiner Stadt, am Ende meines Blocks, stehen neun Häuser, die dem Erdboden gleichgemacht werden müssen. So will es der Oberste Gerichtshof. Von meinem Fenster aus kann ich Amona sehen. Die Gemeinde Amona muss bis zum Ende des Jahres vollständig verschwinden. Warum? Weil das Oberste Gericht sagt: „Die Grundstücke sind Privatbesitz.“
Was wie eine juristische Frage daherkommt, ist vordergründig aber eine ethische: Wie können wir uns erlauben, Häuser und ganze Gemeinwesen auf Grund und Boden zu bauen, die Ahmed, Sa’id oder sonst jemand gehören?
Man muss wissen, dass es bei 90 Prozent der von solchen höchstrichterlichen Verfügungen betroffenen Grundstücke gar keinen Kläger gibt. Weder ein Ahmed noch ein Sa’id sind jemals gekommen und haben gesagt: „Das ist aber mein Land!“ Die Medien unterschlagen diesen Tatbestand. Wenn es Eigentümer gibt, warum macht keiner seinen Anspruch geltend? Immerhin wurde die Arbeit bereits für sie erledigt: Es gab bereits ein gerichtliches Verfahren, in welchem zu ihren Gunsten entschieden wurde. Alles, was jetzt noch tun bliebe, wäre, aufzutreten...
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