Die Feinde Israels behaupten, der Staat Israel halte Land besetzt, das ihm nicht gehöre. Dem palästinensischen Narrativ zufolge seien 1948 nur 5 Prozent des Landes in jüdischem Besitz gewesen, 95 Prozent in arabischem. Wie viele andere Facetten der palästinensischen Perspektive ist auch diese unzutreffend. Bloßer Landbesitz bedeutet nicht zugleich Souveränität. Da es nie so etwas wie eine palästinensische Herrschaft gab, ist auch das Argument privaten Landbesitzes kraftlos.
Um die Dinge einmal klar zu stellen: Privatland wurde erst nach dem türkischen Landes-Registrierungs-Gesetz von 1858 möglich. Bis dahin hatte niemand eine offizielle Handhabe, Landbesitz zu reklamieren. Die Ottomanen teilten Eretz Israel in Sandschaks auf, das waren Provinzen, die von Sandschak-Beys beherrscht wurden. Ein Bey hatte sich um militärische und administrative Angelegenheiten seiner Provinz zu kümmern. Der Sultan diktierte die Konditionen für Landesbesitz.
Als das britische Königreich die Ottomanen ablöste, übernahm es die verschiedenen Landeskategorien unter Beibehaltung ihrer türkischen Bezeichnungen…
Das Land zerfiel in verschiedene Kategorien, von denen einige hier aufgezählt werden. Während der ottomanischen und britischen Zeit gab es nur sehr wenig privates Land (Mulk), Schätzungen gehen von bis zu zwei Prozent aus. Das meiste davon gehörte dem muslimischen Waqf, einigen privaten Unternehmen und verschiedenen christlichen Kirchen. Noch heute ist die griechisch-orthodoxe Kirche der größte nichtjüdische Landeigentümer in Israel….
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Illustration: Judäische Wüste (Foto: Yaniv Nadav/Flash90)




