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Grabeskirche soll weiter geschlossen bleiben

Die Grabeskirche in Jerusalem soll auch weiterhin geschlossen bleiben. Das jedenfalls erklärten heute die Führer der zwei grössten Kirchen in Jerusalem. Seitens der Kirche meint man, dass die Entscheidung des Bürgermeisters von Jerusalem, Steuern von den Kirchen zu verlangen, auch einen politischen Hintergrund haben könnte.

Die Grabeskirche in Jerusalem soll auch weiterhin geschlossen bleiben. Das jedenfalls erklärten heute die Führer der zwei grössten Kirchen in Jerusalem, die Griechisch Orthodoxe und die Katholische Kirche. Die Kirche ist am Sonntag überraschend geschlossen worden, als Protest gegen Pläner der Stadt Jerusalem, Besitztümer der Kirchen, mit denen Geschäfte betrieben werden, zu besteuern.

Beide Kirchenführer sagten, dass sie von der Entscheidung der Stadt Jerusalem enttäuscht seien und beschuldigten den Bürgermeister der Stadt, Nir Barkat, damit einen langanhaltenden Status Quo zu verletzen.

Sämtliche Kirchenkonfessionen seien sich in ihrem Widerstand gegenüber der Pläne Israels einig, sagte Anna Koulouris vom Sekretariat des griechisch-orthodoxen Patriachat. „Sie meinen es ernst“, sagte sie. „Sie wollen sehen, dass sich etwas tut, bevor die Türen der Kirche wieder geöffnet werden.“

Bürgermeister Nir Barkat erklärte noch einmal, dass die Steuern nicht die Gotteshäuser selbst betreffen würden, es ginge hier nur um die geschäftlichen Besitztümer, wie zum Beispiel Hotels und Büroräume. Er erklärte, dass die Steuerschulden der Kirchen bei einer Summe von ungefähr 150.000 Euro lägen.

„Wir werden nicht mehr die Bürger Jerusalems damit belasten, für diese Schulden aufzukommen“, sagte Barkat und betonte dabei die guten und respektvollen Beziehungen der Jerusalems zu den Kirchen der Stadt.

Repräsentanten der Kirchen erklärten, dass dieser plötzliche Schritt des Bürgermeisters diese guten Beziehungen gefährden könnten. Steuern würden Schulen, Kliniken und andere lebenswichtige Dienste der Kirchen für ihre Gemeinden gefährden. Auch sei ihnen nicht klar, wie die Stadt die angebliche Steuerschuld berechnet habe.

Farid Jubran, ein Rechtsberater der Hüter der heiligen Stätten der römisch-katholischen Kirche meinte, dass der Schritt von Nir Barkat vielleicht sogar politische Hintergründe haben könnte, nachdem er sich zu Jahresbeginn mit Finanzminister Moshe Kachlon über die Sonderzahlungen an die Stadt gestritten hätte. Es könne sein, dass er sich nun an die Kirchen wenden würde, um Druck auf die Regierung auszuüben, um die finanzielle Unterstützung für seine Stadt zu erhalten.

Die Leidtragenden dieses Streits sind die zahlreichen Touristen und Gläubigen, die frustriert vor der verschlossenen Tür der Kirche stehen. Eine Touristin aus den Philippinen sagte, dass sie zum zweiten Mal in Israel sei, um die Kirche zu besuchen. „Ich war sehr traurig, als ich die verschlossene Kirche sah und hoffe, dass sie für uns wieder geöffnet werden wird“, sagte sie traurig.

Bild: Frustrierte Besucher vor der geschlossenen Kirche (Foto: Hadas Parush/Flash90)

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Patrick Callahan

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