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Israel Heute Morgen

Als ich heute früh auf dem Parkplatz in der Nähe der zentralen Busstation in Modiin aus dem Auto stieg, nahm ich im letzten Augenblick meinen Regenschirm mit. Ein paar Worte über Regen zu Purim, gesperrte Strassen in Jerusalem, Erinnerungen an Ehud Barak und Ariel Sharon und natürlich das Wetter für heute in Israel.

Guten Morgen liebe Leser!

Als ich heute früh auf dem Parkplatz in der Nähe der zentralen Busstation in Modiin aus dem Auto stieg, nahm ich im letzten Augenblick meinen Regenschirm mit, obwohl ich eigentlich keine große Lust hatte, ihn mit mir herum zu schleppen. Doch der Himmel war mir einfach viel zu grau. In Jerusalem angekommen, war ich mehr als glücklich, den Schirm mitgenommen zu haben. Denn es regnete. Ist ja auch klar, schließlich befinden wir uns in der Woche von Purim. Und der Tradition nach regnet es eben immer ausgerechnet zu Purim. Ok, nicht immer, aber doch sehr oft. Da ich alle meine Guten Morgen Artikel auch noch im Computer gespeichert habe, habe ich mir eben den Wetterbericht von Purim im letzten Jahr abgesehen. Auch damals, obwohl Purim fast zwei Wochen später, am 12. März gefeiert wurde, es also fast schon Frühling war, gab es Regen und Gewitter, dabei war es schon recht warm. Morgen wird Purim in den Kindergärten und Schulen gefeiert, die Kinder werden sich verkleiden. Und es soll regnen, Purim eben. Danach beginnen die kurze Ferien. Am Donnerstag ist dann offiziell Purim, für den zum Glück kein Regen vorausgesagt wurde. Am Sonntag beginnt dann wieder die Schule.

Und hier ist das Wetter für heute in Israel:

Bis zum Mittag vereinzelte Regenschauer in allen Teilen des Landes. Möglichkeit von Gewittern. Folgende Höchsttemperaturen werden erwartet: Jerusalem 16 Grad, Tel Aviv 21 Grad, Haifa 19 Grad, Tiberias am See Genezareth 20 Grad, am Toten Meer 25 Grad, Eilat am Roten Meer 26 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth ist um zwei Zentimeter gestiegen und liegt jetzt bei -213.625 m unter dem Meeresspiegel.

Gestern war die Stadt Jerusalem wieder für mehrere Stunden gesperrt. Grund dafür war die Beerdigung des am Samstag verstorbenen Rabbiners Shlomo Auerbach (siehe Titelbild). Zigtausende orthodoxe Juden versammelten sich schon Stunden vor Beginn der Zeremonie auf den Strassen, um so nah wie möglich zum Haus des Rabbiners zu kommen, von wo aus der Beerdigungszug begann. Die Polizei sperrte zeitlich zahlreiche Straßen ab. Der Eingang zur Stadt war dicht. Bei uns in der Redaktion waren mein Kollege und ich etwas besorgt, wegen der Straßensperren nicht mehr aus der Stadt zu kommen. Denn wir wohnen beide in Modiin. Da mein Kollege, Ariel, andere Arbeitszeiten hat als ich, verließ er vor mir das Büro, diesmal sogar etwas früher als sonst, um noch irgendwie aus der Stadt zu kommen, bevor auch die Ausfahrt in Richtung Schnellstraße 443 gesperrt werden würde. Auf dem Weg zum Bus schickte er mir dann ein Video.

Auf dem Weg zum Bus (Video: Ariel Rudolph)

Wie Sie sehen können, waren schon tausende orthodoxe Juden auf den Straßen. Mein Kollege hat es aber dann noch noch geschafft, mit dem Bus rechtzeitig aus der Stadt zu fahren. Und auch das auf recht dramatische Weise, wenige Minuten bevor es zu spät war. Er erzählte mir heute, das nur er und eine Frau im Bus waren, der der Bus nicht mehr die regulären Stationen anfahren konnte, sondern sofort aus der Stadt fuhr. Ich zog es vor, einfach im Büro zu warten. Die Straßensperren sollten gegen 16 Uhr aufgehoben werden. Und so war es dann auch. Ich erreichte dann kurz vor 16 Uhr meine Busstation, als schon „mein“ Bus kam, die Linie 113. Allerdings wunderte ich mich, dass er nicht bis 16:06 Uhr wartete, wie es der Fahrplan sagt, sondern sofort weiterfuhr. Danach wurde mir klar, dass es sich dabei um den Bus von 15 Uhr gehandelt hatte, der erst eine Stunde später seine Fahrt beginnen konnte. Etliche recht frustrierte Fahrgäste warteten an den Stationen über eine Stunde auf den Bus. Ich erreichte Modiin ohne Probleme, sogar etwas früher als sonst. Diesmal hatte ich Glück gehabt.

Auf meinem Weg zum Büro dachte ich noch an die Nachricht von der baldigen Verlegung der amerikanischen Botschaft nach Jerusalem. Sie scheint ohne weitere Folgen hingenommen worden zu sein. Keine Spur von Protesten oder Unruhen auf arabischer Seite. Es sollte ja auch eigentlich keine Überraschung mehr sein. Jerusalem ist nun mal die Hauptstadt Israels, hier befindet sich die Knesset und die Regierung, der Präsident hat seinen Sitz hier. Daher gehört auch eine Botschaft in die Hauptstadt. Vielleicht ist das der Weg in die richtige Richtung. Nach dem Motto „hier sind die Tatsachen und jetzt lasst uns über einen friedliches Miteinander reden“. Oft versteht die andere Seite diese entschlossene Haltung besser als wenn man Unsicherheit und Schwäche ausstrahlen würde. So war es damals Ariel Sharon, der Ehud Barak im Jahr 2001 als Ministerpräsident ablöste und dann sofort für ein Ende des täglichen Beschusses des Stadtteils Gilo von Beit Jallah aus sorgte. Ich hatte damals nie verstanden, warum Barak nichts dagegen unternommen hatte. Vor Ariel Sharon hatten die Terroristen irgendwie Respekt, sein wort wurde ernst genommen. Es ist eben diese andere Mentalität hier bei uns im Nahen Osten, die in Europa einfach nicht verstanden wird. Die Europäer sind in meinen Augen viel zu naiv, als dass sie zu einer Lösung des Konflikts etwas betragen könnten. Das ist meine Meinung. Barak zeigte damals Schwäche, als er tatenlos zusah, wie jeden Abend pünktlich zu Beginn der Abendnachrichten im Fernsehen, auf Gilo geschossen wurde.

Beschuss des Stadtteils Gilo pünktlich zu den Abendnachrichten, 15.11.2000

Eigentlich hatte ich gar nicht geplant, heute über dieses Thema zu sprechen, über Ehud Barak und Ariel Sharon. Aber so ist das manchmal, wenn man so in einem Fluss redet, ach nein, ich schreibe ja.

Und nun wünsche ich Ihnen einen angenehmen Montag und einen guten Beginn der neuen Arbeitswoche. Maches Sie es gut.

Shalom aus Jerusalem!

Dov

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Patrick Callahan

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