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Israel Heute Morgen

Israel wartet. Wir warten auf Donald Trump. Ein paar Worte über die Vorbereitungen zum Besuch Donald Trumps in Jerusalem, Jerusalemer Schüler, die deswegen 5 Stunden früher in der Schule erscheinen müssen, einen interessanten Bericht über einen Jerusalemer Stadtteil und natürlich das Wetter für heute in Israel.

(Foto: Yonatan Sindel/Flash90)

Guten Morgen liebe Leser!

Israel wartet. Wir warten auf Donald Trump. Gegen 12 Uhr Ortszeit wird der amerikanische Präsident auf dem Ben-Gurion-Flughafen landen. Dann beginnt die Operation „Blaues Schutzschild“ , so hat die Israelische Polizei die Operation zur Absicherung des Besuches von Trump in Israel genannt. Es wird kein Risiko eingegangen, das Hotelzimmer von Trump im King David Hotel kann sogar gegen chemische Attacken oder Raketenangriffe geschützt werden. Zigtausende Polizisten, Grenzschutzpolizisten und Freiwillige sind heute im Einsatz, um den Besuch von Trump problemlos über die Bühne zu bringen. Und wir, die Bewohner Jerusalems, warten. Wir warten, dass alles ganz schnell wieder vorbei ist, damit wir uns in unserer Stadt wieder frei bewegen können, schließlich feiern wir in dieser Woche die Befreiung und Wiedervereinigung Jerusalems. Heute genau vor 50 Jahren, dem jüdischen Kalender zufolge, hat der Sechstagekrieg begonnen, der der Teilung der Stadt seit dem Jahr 1948 ein Ende machte.

Video: Die Polizei hat sich gestern schon auf den heutigen Besuch von Donald Trump vorbereitet.

Aber jetzt ist erst einmal Trump angesagt. Der Besuch von ihm hat in Jerusalem dazu geführt, dass die Schüler Jerusalems, die heute ihre Abiturprüfung in Mathematik haben, 5 Stunden vor Beginn der Prüfung in der Schule sein müssen, wo sie dann warten müssen, bis die Prüfung um 16 Uhr beginnt. Die Abiturprüfungen werden im ganzen Land zum selben Zeitpunkt abgehalten, die Prüfung ist dieselbe, sie wird vom Bildungsministerium vorbereitet und erst kurz vor Beginn der Prüfung an die Schulen verteilt, damit die Fragen nicht irgendwie bekannt werden. Es hat in der Vergangenheit immer mal Fälle gegeben, wo die Prüfungen nicht ausreichend abgesichert waren und dann an mogelnde Schüler verkauft wurden, dann wer der Skandal groß. Aber zurück zu der heutigen Prüfung. Mathematik ist das gefürchtetste Fach der Schüler überhaupt. Und für die Jerusalemer Schüler wird der heutige Tag der Prüfung besonders schwer. Da die Stadt ab 12 Uhr, die Zeit, wo Trump in Israel landet, quasi abgeriegelt werden wird, hätten die Schüler hier keine Möglichkeit, die Schule zu erreichen und wenn, dann mit einer großen Verspätung. Daher hat man sich entschlossen, die Schüler bereits um 11 Uhr, also 5 Stunden vor der Prüfung, in die Schule zu bitten. Sie können ja versuchen, die Zeit zu nutzen, um noch ein paar Aufgaben zu lösen, aber für viele ist das 5-stündige warten in der Schule bis zum Beginn der Prüfung eine Qual. Nun fragen Sie sich sicher, warum man den Termin der Prüfung nicht einfach aufschiebt. Das geht eben nicht. Die Abiturtermine werden vom Bildungsministerium ein halbes Jahr im Voraus geplant, sie finden im ganzen Land zur selben Zeit statt. Das kann man dann nicht kurzfristig verschieben. Ich wünsche den Jerusalemer Schülern viel Erfolg.

Immerhin wird das Wetter heute sehr schön sein. Es soll deutlich wärmer werden als es gestern war, morgen gehen die Temperaturen dann wieder nach unten, nur um danach wieder langsam anzusteigen. Sie kennen unser Wetter ja schon.

Und hier ist das Wetter für heute in Israel:

Teilweise bewölkt mit einem deutlichen Anstieg der Temperaturen. Überdurchschnittlich warm. Folgende Höchsttemperaturen werden erwartet: Jerusalem 27 Grad, Tel Aviv 30 Grad, Haifa 28 Grad, Tiberias am See Genezareth 34 Grad, am Toten Meer 35 Grad, Eilat am Roten Meer 35 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth bleibt unverändert und liegt bei -212.96 m unter dem Meeresspiegel.

Gestern habe ich in den Abendnachrichten des neuen öffentlichen Senders KAN eine interessante Reportage gesehen. Es ging dort um den Jerusalemer Stadtteil „French Hill“, Hagiva Hazarfatit auf Hebräisch. Dieser Stadtteil wurde nach dem Sechstagekrieg errichtet und befindet sich im Nordosten der Stadt. Vor dem Krieg war das Gebiet unter jordanischer Kontrolle. Die internationale Gemeinschaft sieht diesen Stadtteil also als eine illegale Siedlung an, gebaut auf besetztem Gebiet, genauso wie viele andere Stadtteile, die nach 1967 errichtet wurden, wie Neve Jaakov, Pisgat Zeev (wo ich selbst 19 Jahre lang gewohnt hatte), Gilo, Ramot und noch einige mehr. In der Reportage ging es um die Frage, wie vereint der Stadtteil French Hill heute ist. Dabei ging es nicht um das Zusammenleben mit den Arabern, sondern um das Zusammen leben der etwa 7000 jüdischen Bewohner des Stadtteils, denn diese kommen aus den unterschiedlichsten Kreisen. Lebten vor 40 Jahren fast ausschließlich säkulare, also nicht religiöse Juden dort, so hat sich die Lage heute deutlich verändert. Immer mehr orthodoxe Juden haben diesen Stadtteil für sich entdeckt. Dazu kommt dann noch eine konservative Gemeinde, deren Mitglieder unter den Gründern des Stadtteils zählen. Dies Gemeinde hat keinen Rabbiner, sondern eine Rabbinerin. In der Synagoge sitzen Frauen und Männer nicht getrennt voneinander, sondern zusammen. Für die orthodoxen Juden geht das natürlich überhaupt nicht. In der Reportage versucht man, drei Vertreter der unterschiedlichen Gruppen zu einem gemeinsamen Dialog zu führen, was alles andere als einfach war. Für einen orthodoxen Juden ist es unmöglich, mit einer Rabbinerin zu sprechen, die konservativen Juden sind in den Augen der Orthodoxen noch schlimmer als die nicht religiösen. Allerdings war der orthodoxe Vertreter in der Reportage, ein 27-jähriger Vater von drei Kindern, doch sehr aufgeschlossen, also relativ gesehen. Er war bereit, sich mit der nicht religiösen Frau zu treffen, allerdings erst, nachdem diese sich eine Jacke angezogen hatte, um ihr freien Schultern zu verdecken. Er entschuldigte sich bei ihr dafür und erklärte, dass es ihm persönlich Leid tue, aber er könne sich nicht in der Öffentlichkeit in einem Gespräch mit einer Frau zeigen, die ihre Schultern zeigt. Mit der Rabbinerin war er nicht bereit, zu sprechen. Er hatte einfach Angst, Ärger von der orthodoxen Gesellschaft zu bekommen. Er sagte aber, dass sie, die Orthodoxen nicht in den Stadtteil kamen, um ihn zu „übernehmen“, sondern sie wollen mit den anderen Bevölkerungskreisen zusammenleben. Die nicht religiösen Bewohner sind besorgt, dass es zu Auseinandersetzungen kommt und die konservative Rabbinerin musste zugeben, dass sie es schwer hat, akzeptiert zu werden. Schade, dass es sogar unter Juden nicht einfach ist, harmonisch zusammen zu leben. Doch dann wurde das Gemeindezentrum des Stadtteils gezeigt, wo orthodoxe und nicht religiöse Kinder zusammen spielten, die Eltern zusammen saßen, vielleicht ist die Hoffnung ja doch noch da. Schließlich, so sagt man es bei uns, „sind wir doch alle Juden“ (Kulanu Jehudim).Und hier die Reportage von gestern. Sie ist natürlich auf Hebräisch, aber ich wollte sie Ihnen nicht vorenthalten, ich habe Ihnen ja erklärt, worum es ging.

Und jetzt geht es weiter mit unseren Vorbereitungen für morgen Abend, für unseren Live Stream aus Jerusalem. Ab 19 Uhr hier auf der Interbetseite und auf Gott24.tv. Ich wünsche Ihnen einen angenehmen Montag und einen guten Start in die Arbeitswoche. Machen Sie es gut.

Shalom aus Jerusalem!

Dov

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Patrick Callahan

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