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Muslime machen Israel für die jüngste Gewalt verantwortlich

Nur Stunden, nachdem drei Israelis bei Terroranschlägen in Jerusalem und Ra’anana ums Leben kamen, wurde Israel dafür verurteilt. Der Chef der Arabischen Liga, Nabil Elaraby, hat am Dienstag die internationale Gemeinschaft dazu aufgerufen, die Palästinenser in ihrem Kampf gegen den „israelischen Terrorismus“ zu unterstützen. Kritik an Israel gab es auch aus der Türkei. US-Außenminister Kerry sieht in der israelischen Siedlungspolitik eine Ursache der aktuellen Krise.

Nur Stunden, nachdem drei Israelis bei Terroranschlägen in Jerusalem und Ra’anana ums Leben kamen, wurde Israel dafür verurteilt. Der Chef der Arabischen Liga, Nabil Elaraby, hat am Dienstag die internationale Gemeinschaft dazu aufgerufen, die Palästinenser in ihrem Kampf gegen den „israelischen Terrorismus“ zu unterstützen. Kritik an Israel gab es auch aus der Türkei. US-Außenminister Kerry sieht in der israelischen Siedlungspolitik eine Ursache der aktuellen Krise.

Die Arabische Liga hielt in Kairo eine Dringlichkeitssitzung ab. Während des Treffens gab es hitzige Diskussionen über die „israelischen Angriffe in Jerusalem und die Schändung der Al Aksa-Moschee“, ist auf der israelischen Nachrichtenseite Ynet zu lesen. Hauptstreitpunkt ist der Status Quo des Tempelberges. Muslime und Juden verehren ihn als Heiligtum, doch nur Anhänger des Islam dürfen dort beten. Israel bestreitet Berichte, wonach der Zugang auf das Plateau, auf dem auch die Al Aksa-Moschee steht, für Muslime beschränkt und für Juden ausgeweitet werden soll.

Auch der türkische Außenminister hat in einer Erklärung Israel die Schuld an den Gewalteskalationen gegeben und dem jüdischen Staat vorgeworfen, „mit unverhältnismäßiger Gewalt willkürlich gegen Palästinenser“ vorzugehen. Die israelischen Sicherheitskräfte würden auf dem Tempelberg so hart eingreifen, um die Machtverhältnisse zu drehen und die israelischen Ansprüche auf dem Tempelberg zu sichern. „Die einzige Möglichkeit, weitere Eskalationen und Spannungen zu verhindern besteht darin, dass sich Israel an geltendes Völkerrecht hält. Und sofort seine provokanten und willkürlichen Handlungen gegenüber den Palästinensern und dem muslimischen Heiligtum stoppt,“ unterstrich der türkische Außenminister.

In der vergangenen Woche haben mehrere arabische Staaten, darunter Ägypten und Saudi-Arabien, Palästinenserpräsident Mahmud Abbas aufgefordert, an einer Beruhigung der Lage zu arbeiten. Einige arabische Regierungen äußerten sich besorgt, dass eine dritte Intifada extremistischen Gruppen wie der Hamas oder des Islamischen Dschihad zu viel Macht verleihen könnte. Die Hamas bezeichnete die Terroranschläge auf Juden als „Heldentaten“, die Übergriffe sollten Israel warnen, „Hand an die Al Aksa-Moschee zu legen“.

US-Außenminister John Kerry hingegen sieht Israels Siedlungspolitik als wahre Ursache für die jüngsten Gewalteskalationen. Die regelmäßige Erweiterung der Siedlungen habe die palästinensische Frustration erhöht, erklärte Kerry bei einer Veranstaltung der Harvard-Universität. „Ich denke, es gibt nach wie vor Optionen, weitere Gewaltausbrüche zu verhindern. Aber das bedeutet Arbeit und Verhandlungen.“ Die von den Vereinigten Staaten unterstützten Friedensverhandlungen zwischen Israel und den Palästinensern scheiterten im April 2014, nach neun Monaten Bemühungen. Seitdem herrscht Eiszeit. Kerry kündigte an, bald in die Region reisen zu wollen. Der US-Diplomat verurteilte auch die terroristischen Attacken gegen israelische Bürger und forderte, die Gewalt müsse beendet werden. Kerry hatte schon am Wochenende mit Palästinenserpräsident Mahmud Abbas und Israelis Ministerpräsident Benjamin Netanjahu am Telefon gesprochen und beide zu Besonnenheit aufgerufen. „Jedwede Gewalt und Aufforderung zu Gewalt muss aufhören“, bekräftigte Kerry.

Foto: Die Beerdigungen von Terroristen werden von Palästinensern regelmäßig für Massenprotesten gegen die „skrupellosen israelischen Besatzer“ genutzt. Foto: Flash90

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Patrick Callahan

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