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Russisches Flugabwehrsystem S-300 an den Iran – Israel ist dagegen

In Israel ist man über den russischen Raketenverkauf an den Iran enttäuscht. Wenige Tage nachdem das Lausanner Rahmenabkommen veröffentlicht wurde, nahm sich Kremlchef Wladimir Putin die Freiheit, ohne Absprache mit anderen Großmächten das Waffenembargo gegen den Iran aufzuheben.

In Israel ist man über den russischen Raketenverkauf an den Iran enttäuscht. Wenige Tage nachdem das Lausanner Rahmenabkommen veröffentlicht wurde, nahm sich Kremlchef Wladimir Putin die Freiheit, ohne Absprache mit anderen Großmächten das Waffenembargo gegen den Iran aufzuheben. Russland liefert dem Iran das moderne Flugabwehrsystem S-300, das einen möglichen Luftangriff auf die iranischen Atomreaktoren noch schwieriger machen wird. Genau davor hat Israel gewarnt: dass die Sanktionen ohne iranische Gegenleistung aufgehoben werden. Im israelischen Rundfunk wurde gemeldet, dass sich auch der deutsche Außenminister Frank Steinmeier gegen die russische Raketenlieferung an den Iran äußerte. „Den Iran zu bewaffnen und die Sanktionen in dieser frühen Stufe aufzuheben, sind falsch“, erklärte Steinmeier.

„Obwohl der Iran in den letzten Tagen das Lausanner Rahmenabkommen immer mehr öffentlich ablehnt, kommt die internationale Gemeinschaft dem Iran trotzdem entgegen und hebt die Sanktionen und Waffenembargos auf“, warnte der israelische Minister für Geheimdienste, Yuval Steinitz. Moskau gab Jerusalem nur wenige Tage vorher über seine Entscheidung Bescheid, den Iran mit Abwehrraketen aufzurüsten, die bereits im Jahr 2007 bestellt worden waren. Aus israelischen Quellen geht hervor, dass sich Putin damit am Westen rächt, der sich in der Krim-Krise zwischen Ukraine und Russland zu sehr zugunsten der Ukraine eingemischt habe.

Moskau versucht eine stärkere Führungsposition im Nahen Osten zu werden, nachdem Washington unter US-Präsident Barack Obama aus dem Nahen Osten abzieht. Obamas Außenpolitik im Nahen Osten ist gescheitert. In den israelischen wie auch arabischen Medien wird immer häufiger von einem strategischen Aufrüstungswettkampf im Nahen Osten berichtet. Zuvor haben die Russen Ägypten großzügige Waffenangebote unterbreitet, nachdem Obama dem ägyptischen Präsidenten Sisi keine Waffen verkaufen wollte. In den arabischen Medien wird Obama und seine gescheiterte Außenpolitik im Nahen Osten fast täglich angegriffen. Das kommt den Russen ganz gelegen, die nun mehr Macht im Nahen Osten gewinnen wollen.

In Jerusalem hält man sich mit Kritik an Russland bedeckt. Man will zuerst abwarten, ob die russischen Abwehrraketen tatsächlich den Iran erreichen und dies kein politisches Manöver gegenüber dem Westen ist. Laut dem iranischen Admiral Ali Shamkhani soll das russische Abwehrsystem bis Ende des Jahres im Iran eintreffen.

„Die Iraner rüsten schiitische Milizen in der Region um uns auf“, erklärte dazu Israels Verteidigungsminister Mosche Jaalon. „Nördlich von uns bewaffnet der Iran die Hisbollah im Libanon und fördert Assads Krieg in Syrien und im Jemen bewaffnet Teheran die Huthim-Miliz. Aus diesem Grund warnen wir die Welt vor einem schlechten Atomabkommen mit dem Iran. Der Iran säht Terror in der gesamten Region.“ Andere fragen sich, wer garantiert, dass diese russischen Abwehrraketen nicht auch in die Hände der Hisbollah im Libanon gelangen?

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Patrick Callahan

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