Die israelische Armee (IDF) hat am Samstag zwei Mitglieder der Hamas-Eliteeinheit Nukhba bei Luftangriffen im Gazastreifen getötet. Einer der Männer war nach Angaben der israelischen Armee am 7. Oktober 2023 in den Kibbuz Nir Oz eingedrungen. Beide Terroristen sollen zuletzt an der Vorbereitung weiterer Angriffe auf israelische Soldaten und Zivilisten beteiligt gewesen sein und arbeiteten daran, die militärischen Fähigkeiten der Hamas wiederherzustellen. Am Montagmorgen gab die Armee die Tötung vier weiterer Terroristen im nördlichen Gazastreifen bekannt.
Bei einem Einsatz im Raum Khan Junis im südlichen Gazastreifen wurde Muhammad Kamel Masleh Qadih getötet. Ein weiterer Angriff im Gebiet von Nuseirat in Zentral-Gaza richtete sich gegen Diaa Abd al-Mohsen Muhammad Abu al-Rous.
🔴 ELIMINATED: 2 Nukhba terrorists, one of whom infiltrated Kibbutz Nir Oz during the October 7 Massacre and was responsible for the operational readiness of Nukhba terrorists.
Recently, the terrorists advanced terror attacks against Israeli civilians & IDF troops and operated to restore Hamas’ terrorist capabilities, in systematic violation of the ceasefire.
The terrorists were eliminated last Saturday in order to remove the immediate threat they posed.
— Israel Defense Forces (@IDF) November 2, 2026
Nach Angaben der IDF gehörte beide Männer zur Nukhba-Einheit des militärischen Arms der Hamas. Die Nukhba-Einheit gilt als eine der wichtigsten militärischen Spezialeinheiten der Terrororganisation. Während des Angriffs am 7. Oktober bildeten Nukhba-Kämpfer einen wesentlichen Teil der ersten Angriffswellen. Sie drangen durch die Grenzanlagen nach Israel ein, griffen Militärstützpunkte und zivile Ortschaften an und waren an zahlreichen Entführungen beteiligt.
Überfall auf Nir Oz am 7. Oktober
Besondere Bedeutung hat die Tötung von Muhammad Kamel Masleh Qadih. Nach Angaben der israelischen Armee gehörte er zu den Hamas-Terroristen, die während des Massakers vom 7. Oktober 2023 in israelisches Gebiet eindrangen und den Kibbuz Nir Oz überfielen.
Die IDF bezeichnete ihn zudem als Verantwortlichen für die operative Einsatzbereitschaft von Nukhba-Terroristen. Weitere Einzelheiten zu seiner konkreten Funktion oder zu seiner Beteiligung an einzelnen Taten in Nir Oz nannte das Militär zunächst nicht.
Nir Oz gehörte zu den am schwersten betroffenen israelischen Gemeinden während des Hamas-Angriffs. Hunderte Terroristen drangen in den kleinen Kibbuz nahe der Grenze zum Gazastreifen ein. Bewohner wurden in ihren Häusern angegriffen, getötet oder verschleppt. Nach einer Recherche der Nachrichtenagentur AP wurden mehr als 100 Hamas-Terroristen in den Kibbuz entsandt.
Auch die israelische Zeitung Israel Hayom dokumentierte das Ausmaß des Angriffs: 64 Menschen wurden ermordet, 76 der damals etwa 400 Einwohner wurden nach Gaza verschleppt. Die Gemeinde wurde damit zu einem der zentralen Schauplätze des Massakers vom 7. Oktober.
Die israelische Armee verfolgt seit Beginn des Krieges gezielt Hamas-Mitglieder, denen eine Beteiligung an den Massakern und Entführungen vom 7. Oktober vorgeworfen wird.
Eliminierung im Gebiet von Nuseirat
Der zweite bei den jüngsten Angriffen getötete Mann, Diaa Abd al-Mohsen Muhammad Abu al-Rous, gehörte laut IDF ebenfalls zur Nukhba-Einheit. Er wurde bei einem separaten Luftangriff im Gebiet von Nuseirat im zentralen Gazastreifen getötet. Die israelische Armee machte zunächst keine näheren Angaben zu seiner konkreten Funktion innerhalb der Terrororganisation.
Vor den Angriffen seien Maßnahmen getroffen worden, um mögliche Schäden für unbeteiligte Zivilisten zu begrenzen. Dazu gehörten nach Angaben der Armee der Einsatz präzisionsgesteuerter Munition und die Überwachung der Zielgebiete aus der Luft.
Vier Terroristen im nördlichen Gazastreifen getötet
Zusätzlich wurden vier Hamas-Terroristen im nördlichen Gazastreifen eliminiert, teilte die IDF am Montagmorgen mit. Bei zwei getrennten Angriffen tötete die IDF zwei Terroristen des militärischen Flügels der Hamas: Nabil Hamad, Leiter einer Abteilung innerhalb des Rekrutierungsapparats der Hamas, der direkt an der Stärkung und dem Wiederaufbau des militärischen Flügels der Hamas im Gazastreifen beteiligt war; sowie Mohannad Nader Mahmoud Dahdouh, einen Scharfschützenkommandanten, der aktiv an Kampfhandlungen teilnahm und Terroranschläge gegen IDF-Truppen verübte.
🔴ELIMINATED: 4 Hamas terrorists involved in advancing attacks.
Among them were the Head of a department within Hamas’ recruitment apparatus, who was directly involved in strengthening and rebuilding Hamas‘ military wing in Gaza & a Nukhba terrorist who infiltrated Israel during the October 7 Massacre.
Throughout the war, and particularly recently, the terrorists advanced attacks against Israeli civilians & IDF troops and operated to restore Hamas’ capabilities, in systematic violation of the ceasefire.
The terrorists were eliminated in separate strikes on Saturday and on October 22nd, in order to remove the threat they posed.
— Israel Defense Forces (@IDF) November 2, 2026
Wael Naif Fahmi Muslim, ein Nukhba-Terrorist, der während des Massakers vom 7. Oktober auf israelisches Gebiet vorgedrungen war, wurde ebenfalls eliminiert. Ein weiterer getöteter Terrorist, Arafat Kamal Muhammad Ar’air, diente als Truppführer in der Raketenabteilung der Terrorgruppe.
Waffenruhe und erneute Aktivitäten der Hamas
Die beiden Angriffe finden vor dem Hintergrund der weiterhin angespannten Sicherheitslage im Gazastreifen statt. Obwohl eine Waffenruhe gilt, bleibt die militärische Präsenz der israelischen Streitkräfte in Teilen des Gebiets bestehen.
Israel wirft der Hamas vor, die Vereinbarung systematisch zu verletzen und ihre militärischen Strukturen wieder aufzubauen. Dazu gehören die Reaktivierung von Terrorzellen, die Vorbereitung neuer Angriffe und die Wiederherstellung militärischer Infrastruktur.
Das israelische Militär meldete für den Zeitraum vom 1. bis zum 15. Oktober insgesamt 31 Verstöße gegen die Waffenruhe. Israelische Truppen des Südkommandos bleiben nach Angaben der IDF entsprechend den geltenden Vereinbarungen in ihren Einsatzgebieten stationiert. Das Militär erklärte, weiterhin gegen Bedrohungen vorzugehen, die israelische Soldaten oder Zivilisten gefährden könnten.



