Wochenlesung – וַיֵּרָא – Wa´jera – Und er erschien ; 1.Mose 18,1 – 22,24 ; 2.Könige 4,1 – 37
Saras Lachen im Zelteingang ist kein Spott, es ist die Narbe jahrelangen Wartens. Es ist das Lachen eines Menschen, dessen Vernunft und Körper längst kapituliert haben, während die Seele im Verborgenen weiterhungert. Wenn Zeit und Biologie jedes Versprechen widerlegen, wird Glaube zur Zumutung. Doch genau an dieser Schwelle zwischen menschlicher Resignation und göttlicher Verheißung begegnen sich Sara und die Schunemiterin. Beide zeigen uns: Wahre Glaubensstärke beginnt nicht dort, wo alles nach Plan läuft, sondern genau da, wo unsere Wirklichkeit „unmöglich“ sagt und Gottes Aspekt den Raum betritt.
Wann hört ein Mensch auf zu glauben, dass sich noch erfüllen kann, wonach er sich sehnt? Wir tragen Wünsche, Träume und Hoffnungen in uns, die uns oft viele Jahre begleiten. Zu Beginn schenkt uns der Glaube daran, dass sie Wirklichkeit werden könnten, Kraft. Doch je mehr Zeit vergeht, ohne dass sich etwas verändert, desto mehr beginnt dieser Glaube zu bröckeln. Die Erfahrungen lehren uns, unsere Erwartungen zu dämpfen, Versprechen mit Vorsicht zu...
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