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Explosion im Norden Israels: Getöteter Schüler identifiziert

Elazar Yair Wilensky kam bei einem Schulausflug nahe der libanesischen Grenze ums Leben. 24 weitere Menschen wurden verletzt. Nun gibt es Fragen zur Genehmigung der Wanderung trotz einer vorherigen Sperrung des Weges.

Verletzte Schüler und Lehrer werden nach der Explosion während eines Schulausflugs nahe der libanesischen Grenze in das Ziv-Krankenhaus in Safed gebracht, 12. Oktober 2026. Foto: David Cohen/Flash90.

Bei dem schweren Explosionsunglück während eines Schulausflugs im Norden Israels ist am Montag (12. Oktober) der Schüler Elazar Yair Wilensky ums Leben gekommen. Der Jugendliche besuchte die neunte Klasse der ORT-Jeschiwa-Oberschule in Ma’alot. Bei der Explosion auf dem Ramim-Höhenzug in Obergaliläa wurden 24 weitere Menschen verletzt, darunter Schüler und Lehrer.

Nach Berichten israelischer Medien war Wilensky das jüngste von fünf Kindern. Seine Familie beschrieb ihn als lebensfrohen, klugen und beliebten Jungen. Er hinterlässt seine Eltern, drei Schwestern und einen Bruder.


Die Explosion ereignete sich während einer dreitägigen Wanderung auf dem Israel National Trail, einem Fernwanderweg, der das Land von Norden nach Süden durchquert. Die Schüler waren am Montagmorgen von ihrer Schule in Ma’alot aufgebrochen. Am frühen Nachmittag hielten sie sich in der Nähe des Aussichtspunkts Pe’er auf dem Ramim-Höhenzug unweit der libanesischen Grenze auf, als es zu der folgenschweren Detonation kam.

Nach Berichten des israelischen Senders Channel 12 ergaben erste Untersuchungen der Sicherheitskräfte, dass offenbar einer der Jugendlichen einen verdächtigen Gegenstand neben dem Wanderweg gefunden und in seinen Rucksack gelegt hatte. Die Gruppe setzte ihre Wanderung zunächst fort. Als sich die Schüler später zu einer Pause versammelten, explodierte der Gegenstand aus bislang ungeklärter Ursache.

Die Ermittler gehen davon aus, dass es sich um nicht detonierte Streumunition handelte, die während der Kämpfe von der Hisbollah aus dem Libanon auf israelisches Gebiet abgefeuert worden war. Eine abschließende Bestätigung der Herkunft des Sprengkörpers steht noch aus.

Bei der Explosion wurden nach den jüngsten Berichten vier Menschen schwer, sieben mittelschwer und 13 leicht verletzt. Rettungskräfte des israelischen Roten Davidsterns (Magen David Adom) und Soldaten der israelischen Armee eilten zum Unglücksort. Auch Rettungshubschrauber wurden eingesetzt, um Verletzte in Krankenhäuser zu transportieren.


Nach Angaben des Rambam-Krankenhauses in Haifa befand sich ein 61-jähriger Lehrer, der in der Nacht operiert worden war, am Dienstagmorgen weiterhin in ernstem Zustand. Ein weiterer Jugendlicher wurde mit einer Splitterverletzung am Hals in mittelschwerem Zustand behandelt. Weitere Schüler erlitten leichtere Verletzungen.

Auch das Galiläische Medizinzentrum in Nahariya nahm Verletzte auf. Dr. Nadav Sleifer, Leiter der kinderchirurgischen Abteilung des Krankenhauses, erklärte gegenüber israelischen Medien, dass selbst kleine Metallsplitter lebensgefährliche Verletzungen verursachen könnten, wenn sie tief in das Gewebe eindringen und lebenswichtige Organe treffen.

Nach Berichten von Überlebenden versuchten mehrere Schüler unmittelbar nach der Explosion, ihren verletzten Mitschülern zu helfen. Trotz eigener Verletzungen legten einige Druckverbände und Tourniquets an, um schwere Blutungen zu stoppen. Ein Schüler führte Wiederbelebungsmaßnahmen durch.

Ein weiterer verletzter Jugendlicher kontaktierte seinen Vater per Videoanruf und ließ sich von ihm erklären, wie er sich selbst einen Druckverband anlegen konnte, nachdem er durch Splitter am Bein verletzt worden war.

Unterdessen wirft das Unglück Fragen zur Sicherheit von Wanderwegen in den nördlichen Grenzgebieten auf. Nach Angaben von Schülern hatten sie ein Warnschild, das vor nicht explodierter Munition warnte und das Betreten des Geländes untersagte, nicht bemerkt.

Besonders im Mittelpunkt der Untersuchungen steht die Genehmigung des Schulausflugs. Nach Berichten von Israel Hayom hatte der Jüdische Nationalfonds KKL-JNF bereits vor dem Unglück schriftlich darauf hingewiesen, dass der betreffende Wanderweg wegen laufender Wiederherstellungsarbeiten gesperrt sei. Dennoch wurde der Ausflug offenbar vom israelischen Bildungsministerium genehmigt.

Nun wird untersucht, wie es trotz dieser Warnung zur Genehmigung kommen konnte und ob die verantwortlichen Stellen über die Sperrung informiert waren. Auch die Frage, ob die Wandergruppe den genehmigten Weg verlassen hatte, ist Gegenstand der Ermittlungen. Ob und gegebenenfalls wem ein Versäumnis anzulasten ist, steht bislang nicht fest.

Die israelische Armee sperrte nach dem Unglück weitere Bereiche des Ramim-Höhenzugs. Soldaten entdeckten in der Umgebung zusätzliche nicht detonierte Streumunition. Nach Einschätzung der Sicherheitskräfte könnten in den nördlichen Grenzgebieten noch zahlreiche gefährliche Munitionsreste aus den Kämpfen mit der Hisbollah liegen.

Die Tragödie verdeutlicht damit eine Gefahr, die auch nach dem Ende unmittelbarer Kampfhandlungen bestehen bleibt. Nicht explodierte Raketen, Granaten und Streumunition können noch lange nach ihrem Einschlag eine tödliche Bedrohung darstellen, insbesondere in Waldgebieten und auf Wanderwegen, die während des Krieges unter Beschuss standen.

Die Stadtverwaltung von Ma’alot-Tarshiha sprach der Familie Wilensky ihr tiefes Beileid aus. Bürgermeister Moti Ben David erklärte, dass die betroffenen Familien weiterhin unterstützt würden. Sozialarbeiter und Schulpsychologen betreuen die Schüler, ihre Angehörigen und das Lehrpersonal.

Die Untersuchungen zum genauen Ablauf des Unglücks und zu möglichen Versäumnissen bei der Genehmigung des Schulausflugs dauern an.

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Patrick Callahan

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