Als Jerusalem im späten 19. Jahrhundert aus den engen Mauern der Altstadt herauswuchs, war es vor allem der Mut tatkräftiger Pioniere, der dem modernen Jerusalem das Gesicht gab. Einer der bedeutendsten Baumeister dieser Epoche war Shalom Konstrum (auch Kunstrom).
Konstrum, besser bekannt unter seinem jiddischen Spitznamen „Shalom Blecher“ (Shalom der Klempner), war ein herausragender Bauunternehmer, Diplomat und Philanthrop des späten 19. Jahrhunderts. Der im heutigen Belarus geborene Handwerker wanderte als Zwölfjähriger nach Jerusalem aus und entwickelte sich dank seines außergewöhnlichen Sprachtalents – er sprach fließend Arabisch, Ladino, Jiddisch und mehrere europäische Sprachen – zu einem unersetzlichen Vermittler zwischen osmanischen Behörden, ausländischen Finanziers und jüdischen Pionieren.
Neben seiner maßgeblichen Rolle bei den Verhandlungen zum Bau der historischen Eisenbahnlinie Jaffa–Jerusalem investierte Konstrum seinen Wohlstand in den Kauf von Landflächen außerhalb der Altstadtmauern. So gründete er 1888 nicht nur das nach ihm benannte Viertel Sukkat Shalom, sondern war auch an der Entstehung des heutigen Marktviertels Mahane Jehuda beteiligt. Sein soziales Verantwortungsbewusstsein bewies er, indem er in seinem Privathaus eine Suppenküche eröffnete, in der...
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