Israelische Wahlen sind nicht nur ein Kampf zwischen Likud, Mitte, Linken, Religiösen und Arabern. Sie sind traditionell auch eine Bühne für politische Exoten, Weltverbesserer, Propheten und selbsternannte Erlöser, die mit großen Visionen antreten und meist mit sehr kleinen Stimmenzahlen wieder verschwinden. Gerade in Israel, wo Bibel, Geschichte, Religion und Politik ständig ineinandergreifen, tragen manche dieser Listen geradezu messianische Züge: Sie versprechen Erlösung von Schulden, Korruption und gesellschaftlicher Spaltung, manchmal gleich die Rettung des ganzen Landes. Doch selbst für israelische Wahlverhältnisse ist die neueste Kandidatur außergewöhnlich: Eine Partei namens „Gan Eden“, Paradies auf Deutsch, geführt von einem Mann namens Jeschua Ben David, also „Jesus, Sohn Davids“, will Israel politisch erneuern und retten. Er träumt vom Priesterdienst im Tempel, betrachtet die Knesset als eine Art Sanhedrin und verspricht nicht weniger als einen Staat, der zum „Paradies“ werden soll. Willkommen im israelischen Wahlkampf, wo manchmal nicht nur um Mandate, sondern gleich um Erlösung geworben wird. Seine Liste wurde gestern offiziell bei der Zentralen Wahlkommission für die Wahl zur 26. Knesset eingereicht. Als Buchstaben für den Wahlzettel beantragte sie „He“ (ה) oder „Jah“ (יה),...
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