Israel hat den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan scharf kritisiert, nachdem dieser den Zionismus als „völkermörderische Ideologie“ bezeichnet, Israels Vorgehen mit Nazi-Deutschland und den Roten Khmer verglichen und die muslimischen Länder dazu aufgerufen hatte, sich gegen den jüdischen Staat zu vereinen.
In einer Rede am Freitag warf Erdoğan Israel vor, den Nahen Osten zu destabilisieren, und behauptete, die Welt wiederhole ihr historisches Versagen, Gräueltaten zu verhindern. Er verwies auf den Holocaust und die „Killing Fields“ in Kambodscha und behauptete gleichzeitig, Israel verfolge eine illegale Politik im Gazastreifen, in Judäa und Samaria sowie im Libanon.
Jerusalem reagierte am Samstag scharf, bezeichnete die Äußerungen als antisemitische Hetze und warf Erdoğan vor, falsche Anschuldigungen gegen das jüdische Volk wiederzubeleben.
Das israelische Außenministerium erklärte, der türkische Staatschef versuche, von seiner eigenen Bilanz abzulenken, darunter die Inhaftierung politischer Gegner, militärische Aktionen in Nachbarländern und Ankaras Unterstützung für die Hamas.
The antisemitic Erdoğan seeks, every few days, to reach new heights of wild incitement against the Jewish state in an attempt to divert attention from his actions against his own people and across the region.
Erdoğan has destroyed Turkish democracy, imprisoned his political… https://t.co/hW3QmKCbUh
— Israel Foreign Ministry (@IsraelMFA) August 29, 2026
Das türkische Außenministerium wies die Kritik zurück und verschärfte den Wortwechsel, indem es Israel des Völkermords bezichtigte und israelische Institutionen mit der Propagandamaschinerie Nazi-Deutschlands verglich.
Der Konflikt verdeutlicht eine zunehmende Kluft zwischen Jerusalem und Ankara, deren Beziehungen sich seit dem Massaker der Hamas am 7. Oktober 2023 drastisch verschlechtert haben.
Im Mittelpunkt des Streits steht Erdoğans Angriff auf den Zionismus selbst. Der Zionismus ist die jüdische nationale Bewegung für Selbstbestimmung und die Wiederherstellung der jüdischen Souveränität im Land Israel. Diese Bewegung als von Natur aus völkermörderisch darzustellen, ist keine Kritik an einer bestimmten israelischen Politik; es ist ein Angriff auf die Legitimität des jüdischen Staates.
Die Internationale Allianz zur Erinnerung an den Holocaust zählt Vergleiche zwischen Israel und den Nazis zu den Beispielen, die als Antisemitismus gelten können. Erdoğans Rhetorik geht noch weiter: Er nutzt die Erinnerung an den Holocaust, um dessen Opfer zu Tätern zu machen.
Für Israel ist die Botschaft aus Ankara nicht länger eine diplomatische Meinungsverschiedenheit. Es ist offene Feindseligkeit.




