78 Jahre nachdem sie vor der Küste Tel Avivs gesunken war, wurde gestern das Schiff „Altalena“ in mehr als 500 Metern Tiefe im Mittelmeer geortet.
Normalerweise hätte eine solche archäologisch-historische Entdeckung ein gemeinsames Gefühl der Begeisterung auslösen sollen. Diesmal jedoch entfachte sie erneut eine Frage, die Israel seit Juni 1948 begleitet: Wie nah ist dieses Land in jeder Generation erneut an einer gewaltsamen inneren Spaltung?
Was war die „Altalena“?
Im Juni 1948, nur wenige Wochen nach der Unabhängigkeitserklärung, erreichte ein Waffenschiff namens „Altalena“ die Küste Israels. Es war von der Irgun unter dem Kommando von Menachem Begin gechartert worden. Die junge Armee, die im neuen souveränen Staat die einzige Instanz für Waffen sein sollte, betrachtete dies als Bedrohung. David Ben-Gurion befahl, vor der Küste Tel Avivs auf das Schiff zu schießen. Menschen wurden getötet – Juden gegen Juden, nur wenige Tage nach der Gründung eines unabhängigen jüdischen Staates.
Begin, der sich weigerte, den...
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