In den Worten des Propheten Jesaja „Tröstet, tröstet mein Volk“ wird ein Wort gleich zweimal ausgesprochen: „Nachamu – Tröstet.“ Zufall ist das nicht, und ein Einzelfall sind solche Wiederholungen auch nicht. Hinter dieser Verdopplung verbirgt sich ein Gedanke, der das Geheimnis der Beziehung zwischen Gott und seinem Volk berührt, eine Beziehung, die selbst durch Exil, Tempelzerstörung und Krieg niemals zerbrochen ist. Gerade in einer Zeit, in der Israel seit dem 7. Oktober 2023 Krieg führt, gewinnt diese Botschaft eine neue Aktualität. Jesajas Worte erinnern uns daran, dass Gottes Gegenwart nicht erst nach dem Leid beginnt. Sie ist mitten im Leid gegenwärtig. Vielleicht spricht der Prophet deshalb zweimal vom Trost, weil nicht nur Israel auf Erlösung wartet, sondern auch die Beziehung zwischen Gott und seinem Volk nach Heilung verlangt.
Woanders sagt der Prophet: „Ich, ich bin euer Tröster!“ (Jesaja 51,12), und in Jesaja 61,10 heißt es im Hebräischen in einer verstärkenden Wiederholung sinngemäß: „Ich freue mich, ich freue mich im HERRN.“ All diese auffälligen Wiederholungen verlangen nach einer Erklärung....
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