Die israelische Regierung hatte Ende Juni einen historischen Schritt beschlossen: Erstmals sollte der Völkermord an den Armeniern offiziell anerkannt werden. Außenminister Gideon Sa’ar sprach von einer moralischen Verpflichtung und erklärte: „Es ist niemals zu spät, das Richtige zu tun.“ Doch nur wenige Tage später verschwand die Vorlage wieder von der Tagesordnung der Knesset. Was auf den ersten Blick wie ein politischer Zickzackkurs der Regierung Netanjahu wirkte, entpuppte sich bei näherem Hinsehen als sicherheitspolitisches Dilemma, in dem historische Verantwortung und nationale Interessen aufeinanderprallen. Nicht Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu stoppte die Abstimmung. Den Ausschlag gaben vielmehr die ultraorthodoxen Parteien Schas und Vereinigtes Tora-Judentum, nachdem Vertreter aus Aserbaidschan und der dortigen jüdischen Gemeinde massiv vor den Folgen einer parlamentarischen Anerkennung gewarnt hatten.
Siehe dazu: Israel erkennt Völkermord an Armeniern fast an (endlich)
Warum Aserbaidschan für Israel so wichtig ist....
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