Naher Osten

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Türkei wirft Israel „Völkermord“ vor – Israel reagiert scharf

Israels Außenminister Gideon Sa’ar fordert die NATO-Verbündeten der Türkei zu einer klaren Verurteilung Ankaras auf, nachdem der türkische Außenminister Israel als „unerträgliche Last“ für die Menschheit bezeichnet hatte.

Türkei
Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan. Foto: EPA-EFE/FILIP SINGER

Israels Außenminister Gideon Sa’ar erklärte, er sei „angewidert“, nachdem sein türkischer Amtskollege Hakan Fidan gesagt hatte, Israel sei „eine Last geworden, die die Menschheit nicht länger tragen kann“.

„Das jüdische Volk als ‚unerträgliche Last‘ zu entmenschlichen, ist die klassische, abscheuliche Sprache der schlimmsten auslöschungsorientierten Regime der Geschichte“, schrieb Sa’ar auf X.

„Die zivilisierte Welt und die NATO-Verbündeten der Türkei müssen diesen ausdrücklichen Aufruf zur Auslöschung Israels unmissverständlich verurteilen.“

Im Gespräch mit CNN Türk erklärte Fidan, Israel sei „zu einem Problem für die gesamte internationale Gemeinschaft geworden“, und betonte, Ankara habe nicht die Absicht, seine zunehmend feindselige Haltung gegenüber dem jüdischen Staat abzuschwächen.

„Israel ist nicht nur ein Problem für die Türkei; es ist zu einem Problem für die ganze Welt geworden“, sagte er.

Fidan verteidigte zudem die Entscheidung der Türkei, den Handel mit Israel nach dem Ausbruch des Krieges gegen die Hamas im Gazastreifen auszusetzen. Er beschuldigte Israel, „Massaker“ zu verüben, und behauptete, Jerusalem suche nach neuen Feinden, um von seiner seiner Darstellung nach schwindenden internationalen Stellung abzulenken.

Die Beziehungen zwischen Jerusalem und Ankara sind seit Jahren angespannt. Nach dem von der Hamas angeführten Massaker im Süden Israels am 7. Oktober 2023 verschlechterte sich die Lage jedoch erheblich.

Siehe auch: Die Bedrohung durch Erdoğans Türkei für Israel und den Westen

Überfällige Gerechtigkeit

Bereits Anfang dieser Woche verurteilte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan Israels Entscheidung, den Völkermord an den Armeniern offiziell anzuerkennen, und bezeichnete den jüdischen Staat als ein „Mordnetzwerk“.

Das israelische Kabinett billigte die Anerkennung auf Initiative Sa’ars einstimmig. Der Außenminister bezeichnete den Schritt als einen längst überfälligen Akt historischer Gerechtigkeit. Ankara wies die Entscheidung zurück und bestreitet weiterhin, dass die Massentötung der Armenier im Jahr 1915 durch das Osmanische Reich einen Völkermord darstellte.

Frustration über Trump

Der scharfe Schlagabtausch erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem in Israel die Frustration über die anhaltende Darstellung der Regierung Erdoğans durch US-Präsident Donald Trump als verlässlichen regionalen Partner wächst.

Dieses Vertrauen scheint zunehmend von Ankaras tatsächlichem Verhalten abgekoppelt zu sein.

Die Türkei ist weiterhin Mitglied der NATO und präsentiert sich als diplomatische Macht, die in der Lage sei, regionale Krisen zu vermitteln. Doch ihre ranghöchsten Vertreter sprechen inzwischen nicht mehr von Israel als einem Staat, mit dem sie politische Meinungsverschiedenheiten haben, sondern als von einer Last, die beseitigt werden müsse.

Sa’ars Forderung richtet daher eine klare Frage an die Verbündeten der Türkei: Wie weit kann eine NATO-Regierung bei der Entmenschlichung des jüdischen Staates gehen, bevor Schweigen zur Mittäterschaft wird?

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Patrick Callahan

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