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Trump will weitere Eskalation zwischen Israel und Iran verhindern

Während Washington auf Deeskalation drängt, stellt man sich in Israel auf mehrere weitere Kampftage ein.

Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und US-Präsident Donald Trump während des Besuchs des amerikanischen Präsidenten in der Knesset in Jerusalem. Während Washington auf Deeskalation drängt, bereitet sich Israel auf weitere Tage der Konfrontation mit dem Iran vor. Foto: Yonatan Sindel/Flash90

Nach den erneuten iranischen Raketenangriffen auf Israel und den darauffolgenden israelischen Angriffen auf Ziele im Iran hat US-Präsident Donald Trump beide Seiten aufgefordert, die Kämpfe sofort einzustellen. Während Washington auf Deeskalation setzt, geht man in Israel davon aus, dass die aktuelle Konfrontation noch mehrere Tage andauern könnte.

„Israel und Iran müssen sofort aufhören zu schießen“, erklärte Trump am Montag. Die Äußerung erfolgte vor dem Hintergrund einer neuen Eskalationsrunde zwischen den beiden Erzfeinden. In den frühen Morgenstunden hatte der Iran erneut Raketen auf Israel abgefeuert. Die israelische Luftwaffe reagierte mit Angriffen auf militärische Ziele im Iran.


Trump bemüht sich seit Monaten um eine diplomatische Lösung im Konflikt mit Teheran. Nach seiner Ansicht darf die aktuelle Krise nicht in einen größeren regionalen Krieg münden. Mehrfach betonte der US-Präsident, dass er weiterhin auf Verhandlungen setzt und eine weitere Eskalation verhindern möchte.

In Israel wird die Lage jedoch anders bewertet. Aus israelischer Sicht handelt es sich nicht um einen gewöhnlichen Schlagabtausch, sondern um einen weiteren direkten Angriff des iranischen Regimes auf den jüdischen Staat. Dabei geht es nicht nur um die aktuellen Raketenangriffe. Der Iran führt seit Jahren über seine Stellvertreterorganisationen Hamas, Hisbollah und die Huthis Krieg gegen Israel und greift inzwischen auch selbst direkt an.

Entsprechend groß ist die Erwartung, dass Israel auf die jüngsten Angriffe reagieren wird. Die Wiederherstellung der Abschreckung gilt für viele Sicherheitsexperten als entscheidender Faktor, um weitere iranische Angriffe zu verhindern.

Israelis suchen während eines iranischen Raketenangriffs Schutz in einem öffentlichen Bunker in Tel Aviv. Während die USA auf Deeskalation drängen, bereiten sich viele Israelis auf weitere Tage der direkten Konfrontation mit dem Iran vor. Foto: Yehoshua Yosef/Flash90.

Gleichzeitig mehren sich die Hinweise, dass die aktuelle Konfrontation nicht innerhalb weniger Stunden beendet sein wird. In Israel geht man davon aus, dass die Auseinandersetzung noch mehrere Tage andauern könnte. Sicherheitskreise rechnen mit weiteren Kampftagen. In Anlehnung an die frühere Operation „Brüllender Löwe“ wird die neue Eskalationsrunde bereits als „Brüllender Löwe 2“ bezeichnet.

Für die israelische Führung entsteht damit ein schwieriger Balanceakt. Einerseits bleibt die strategische Partnerschaft mit den Vereinigten Staaten von zentraler Bedeutung. Andererseits sieht sich Israel nach den iranischen Raketenangriffen unter Druck, Stärke zu demonstrieren und seine Abschreckungsfähigkeit aufrechtzuerhalten.

Ob Trumps Appell die weiteren Entscheidungen Jerusalems beeinflussen wird, ist derzeit offen. Fest steht jedoch, dass die Prioritäten derzeit unterschiedlich sind. Während Trump vor allem eine weitere Eskalation verhindern möchte, stellt sich in Israel die Frage, wie auf die iranischen Angriffe reagiert werden muss, damit die Abschreckung nicht verloren geht.

Ich gebe zu, dass ich mich diesmal frage, ob Israel auch diese Konfrontation wieder vorzeitig beenden wird. Die Erinnerung an die Operation „Brüllender Löwe“ ist noch frisch. Damals hatte ich den Eindruck, dass die Operation gestoppt wurde, bevor ihre eigentlichen strategischen Ziele erreicht waren. Das iranische Regime blieb an der Macht, sein Raketenprogramm besteht weiter, und auch die Bedrohung für Israel ist nicht verschwunden.

Heute präsentiert sich Teheran in der eigenen Öffentlichkeit und gegenüber seinen Verbündeten erneut als Sieger. Das wirft die Frage auf, ob die damalige Zurückhaltung tatsächlich die gewünschte Wirkung erzielt hat. Ich befürchte, dass der Iran die Zeit genutzt hat und weiter an seinen Plänen arbeitet, Israel langfristig zu bedrohen und letztlich die Existenz des jüdischen Staates infrage zu stellen.

Manchmal fällt es mir schwer, die Haltung von Präsident Trump nachzuvollziehen. Natürlich verstehe ich, dass er auch amerikanische Interessen berücksichtigen muss. Die Kongresswahlen werfen ihre Schatten voraus, und steigende Öl- und Benzinpreise können in den USA schnell zu einem politischen Problem werden. Ein Verlust der Mehrheit im Kongress würde seinen politischen Spielraum erheblich einschränken.

Hier in Israel wird die Lage jedoch anders wahrgenommen. Für uns geht es nicht in erster Linie um den Benzinpreis oder die Stabilität der Märkte. Für viele Israelis geht es um die eigene Sicherheit und letztlich um die Existenz des jüdischen Staates. Genau deshalb wird die Frage, wie diese neue Runde von „Brüllender Löwe 2“ endet, weit über die aktuellen Schlagzeilen hinaus Bedeutung haben.

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Patrick Callahan

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